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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 11.05.2012

Xenia Hausner - Damage
Ulrike Wagener

Die ├Âsterreichische K├╝nstlerin pr├Ąsentiert uns einen Band, f├╝r den der Titel Programm ist. Neben den oft verst├Ârenden Werken geben die begleitenden Texte Aufschluss ├╝ber die Arbeitsweise Hausners...



... und m├Âgliche Interpretationsans├Ątze.

Die Werke der ├Âsterreichischen K├╝nstlerin sind aufwendig inszenierte Bildkompositionen. H├Ąufig integriert sie Fotografien collagenartig in ihre Gem├Ąlde und bricht damit den traditionellen Rahmen der Malerei. Ebenso, so scheint es, ist dieses Buch entstanden: Die Anordnung ihrer Bilder in Verbindung mit den enthaltenen Essays auf englisch, chinesisch und deutsch ├Ąhnelt einer Collage. Immer wieder wird mensch ├╝berrascht im Lesefluss unterbrochen und daran erinnert, dass der Schwerpunkt auf Hausners Werken liegt.

Die abgebildeten Arbeiten sind auf den ersten Blick schon in ihrer Materialit├Ąt sehr pr├Ąsent. Mit ihrem Sinn f├╝r Details l├Ąsst die experimentierfreudige K├╝nstlerin realistische Welten entstehen, ohne explizit zu portraitieren. Hausner sieht sich selbst nicht als Feministin. Auf die Frage, warum sie ├╝berwiegend Frauen male, antwortet sie in Interviews h├Ąufig: Frauen sind einfach das sch├Ânere Geschlecht.. Doch die von ihr dargestellten Frauen signalisieren aktives Erleben und Ausdrucksst├Ąrke.

Die von ihr verwendeten Farben sind ausnahmslos durchdringend und ausdrucksstark. Doch ist deren Wirkung dabei keineswegs eine fr├Âhliche. Ganz im Gegenteil. Im Zusammenspiel mit den Gesichtsausdr├╝cken ihrer Figuren entfalten sie eine geradezu verst├Ârende Wirkung.

Sie verarbeitet ├╝berwiegend literarische Themen wie Einsamkeit, Verletzung und Liebe und vermittelt den RezipientInnen ein Gef├╝hl der Ohnmacht: "Dabei hatten wir uns doch so daran gew├Âhnt, schalten, walten und gestalten zu d├╝rfen, Herrscher ├╝ber Leben und Tod zu spielen." so schreibt die ehemalige Kulturredakteurin Clarissa Stadler in ihrem Essay, "Ein Verm├Âgen machen, ein Kind machen, ein Kind wegmachen, das Alter hinausz├Âgern, den Tod wegschieben, den Krebs in seine Schranken weisen, den Hunger bek├Ąmpfen, Stammzellen z├╝chten, Kerne spalten, alles so kreativ, weil von uns geschaffen." In Hausners Bildern wird diese menschliche Sch├Âpfermacht in Frage gestellt.

Gleichzeitig spricht die gelernte B├╝hnenbildnerin unsere Kreativit├Ąt an, indem sie dramatische Szenen schafft, die Filmstills ├Ąhneln und die Imagination eines "Davor" und "Danach" provozieren. So entsteht ein Spiel mit dem "filmischen Blick" der Betrachtenden.
W├Ąhrend ihrer Arbeit erzeugt sie fiktive Biographien von Frauen unserer Zeit, die bewusst nie mit den realen Biographien ihrer Modelle ├╝bereinstimmen. Zwischen Individualit├Ąt und Gemeinschaft, Alleinsein und der Sehnsucht nach Liebe analysiert sie feinsinnig allt├Ągliche und au├čergew├Âhnliche Katastrophen.

AVIVA-Tipp: Wer das beklemmende Gef├╝hl in der Magengrube ├╝berwunden hat bekommt eine interessante Zusammenstellung ihrer Werke und deren Interpretation durch die enthaltenen Essays an die Hand. Wer sich auf Hausners Werke einl├Ąsst, sieht sich der Herausforderung gegen├╝ber, deren Undurchdringlichkeit zu brechen. Keine leichte Aufgabe, doch auf jeden Fall einen Versuch wert.


Zur K├╝nstlerin: Xenia Hausner, 1951 in Wien geboren, arbeitete viele Jahre als B├╝hnenbildnerin, bevor sie sich ausschlie├člich ihrer Kunst widmete. Ihr Wissen ├╝ber Kulissen setzt sie in ihren k├╝nstlerischen Arbeiten ein. Sie konstruiert ihre Modelle in eng begrenzten R├Ąumen und beobachtet sie durch das Objektiv einer Kamera. Die Fotos, die dabei entstehen, dienen nicht nur als Vorlage. Riesig vergr├Â├čert, bilden sie meist den ├╝berdimensionalen Hintergrund der Arbeiten. Xenia Hausner kombiniert in "Damage" Malerei mit Fotografie. Ihre ├╝berlebensgro├čen Figuren inszeniert sie auf gewaltigen Hartfaser- oder Aluminiumplatten. Die K├╝nstlerin lebt und arbeitet in Wien und Berlin. (Quelle: Verlagsinformationen)


Xenia Hausner. Damage.
Mit Essays von Essays Peter Assmann, Rainer Metzger, Clarissa Stadler und Xiao Xiaolan
Hirmer Verlag, erschienen 2011
Gebunden, 152 Seiten, 54 Farbtafeln und 56 Abbildungen in Farbe
ISBN: 978-3-7774-4281-5
39,90 Euro

Ebenfalls im Hirmer Verlag erschien eine Xenia Hausner SammlerEdition

Weitere Informationen unter:

www.xeniahausner.de

Ein Interview mit Xenia Hausner in Berlin

Literatur Beitrag vom 11.05.2012 AVIVA-Redaktion 





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