Christine Turnauer - Presence - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Literatur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA_gegen_AFD
AVIVA-Berlin > Literatur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   J├╝disches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 05.09.2014

Christine Turnauer - Presence
Dorothee Kr├Âger, Sharon Adler

Fotografische Besuche bei einer Sch├Ąferin aus Griechenland oder einer Geisha in Kyoto. Mit ihrer Kamera hat die ├Âsterreichische K├╝nstlerin ein kraftvolles Spektrum der Begegnungen zusammengestellt.



Zwei wei├če, ungleichm├Ą├čige Linien f├╝hren senkrecht die Stirn hinunter und enden zwischen den Augenpaaren. Das eine Augenpaar, zu dem ein ernstes Frauengesicht geh├Ârt, ist in einen schwarzen Sari geh├╝llt. Ein wei├čer schm├╝ckt die andere Frau, mit einem anmutigen Gesicht, in dem nachdenkliche Augen liegen. Die beiden Witwen aus Indien, Rani und Namita, geh├Âren zu den "coup de foudres" der Fotografin Christine Turnauer. In ihrem Portrait-Band "Presence", f├╝hrt die K├╝nstlerin nach zwei ebenfalls im Hatje Cantz Verlag erschienenen Bildb├Ąnden auch diesmal rund 80 intensive Momente mit Menschen verschiedener L├Ąnder zusammen. Der italienische Fotograf Frank Horvat, dem Turnauer in den 1970ern in Paris assistierte, beschreibt sie als eine "fanatische Vertreterin der Schwarz-Wei├č-Technik".

"Wonach strebe ich? Die innere Pr├Ąsenz meines Gegen├╝bers festzuhalten und nicht nur ein simples Abbild" (Christine Turnauer)

Es ist die jeweilige Geschichte eines Moments, der in seiner Abbildung trotz Vergangenheit gegenw├Ąrtig bleibt. Die Portraits der reisebegeisterten ├ľsterreicherin deuten auf die trivial erscheinende Einzigartigkeit des Augenblicks hin, die jedoch durch Kalkulation und Schnelllebigkeit davon bedroht ist, einer ├Âden Leere der Gegenwart zu weichen, in der die Gedanken vergangen und zuk├╝nftig, ├╝berall, nur nicht hier sind. Die Schwarz-Wei├č-Fotografien, die Turnauer ausschlie├člich bei vorhandenem Licht, ohne Blitz und vor neutralem Hintergrund aufnimmt, l├Âsen einen Moment aus dem schnell flie├čenden Zeitstrom und konservieren seine Einzigartigkeit. Gleichzeitig ist immer ein St├╝ck Geschichte, n├Ąmlich die pers├Ânliche, in die Gesichter und damit in den Moment der Pr├Ąsenz eingeschrieben.

"Was ist das Schwerste von allem? Was dir das Leichteste d├╝nket. Mit den Augen zu sehn, was vor den Augen dir lieget." (Goethe)

Portraitiert sind von T├╝chern und Gew├Ąnden, H├╝ten, M├╝tzen und Geisha-Frisuren umspielte Gesichter. Die verschiedenen Formen des K├Ârperschmucks f├╝hren gemeinsam mit der Mimik hin zu dem Leben der einzelnen Menschen: Kleidung und K├Ârperschmuck identifizieren Nonnen, M├Ânche, Priester, Viehz├╝chterInnen, J├ĄgerInnen, das Gesicht deutet der Betrachterin die jeweilige Lebenseinstellung an. Die Kleidung als Zeichen einer Gruppenzugeh├Ârigkeit weckt ein Interesse f├╝r die politische und kulturelle Situation der L├Ąnder, aus denen die Menschen kommen. Die Fotos der Witwen Namita und Rani entstanden in Indien, im dem zuletzt durch "Gayatri Spivak" die Diskussion ├╝ber Witwenverbrennung angesto├čen wurde: Ein Ritual, das noch vereinzelt durchgef├╝hrt wird, dem jedoch viel Widerstand entgegen gebracht wird.

"Kultur hilft uns, die Zusammenh├Ąnge in der Welt zu verstehen." (Christine Turnauer)

Die einzelnen Portraits sind neben steckbriefartigen Personenangaben hin und wieder auch mit Zitaten erweitert. Eine ├ťbersicht aller Portraits findet sich im Anhang, in dem Turnauer au├čerdem Erl├Ąuterungen zu den jeweiligen Begegnungen gibt.
Aus den begleitenden Texten kristallisiert sich heraus, was den hier versammelten Menschen das Wichtigste im Leben ist: "Mutter Erde", "Liebe", "Religion" und "Familie". Dies nicht aus dem Blick zu verlieren, erfordert Pr├Ąsenz.

Zu Christine Turnauer: geboren 1945, Fotografin, Reisende, Suchende ÔÇô Christine Turnauer ist seit ihrer fr├╝hesten Kindheit von Menschen fasziniert, von ihrer Vielfalt, von ihrer Einzigartigkeit, und zieht seit mehr als 30 Jahren mit der Kamera in die Welt, um ihnen zu begegnen: Bergbauern in ├ľsterreich, Geishas in Japan, Rabbiner in Jerusalem, Menschen in Indien, Griechenland und der T├╝rkei, Pygm├Ąen in Zentralafrika oder NomadInnen in der Mongolei.

Ausstellung "Presence" in Wien: Vom 23. Oktober bis zum 15. November 2014 ist die gleichnamige Ausstellung im Forum am Schillerplatz (Robert-Stolz-Platz 3, 1010 Wien) zu sehen.

AVIVA-Tipp: Die auf das Wesentliche reduzierte Fotografie Christine Turnauers stellt unterschiedlichste Menschen gleichwertig nebeneinander. Scharf-abgebildete Portraits funktionieren wie eine Lupe, durch welche die Lebensgeschichten in den Gesichtern deutlich werden und an die Betrachterin heranr├╝cken. Damit entfaltet "Presence" eine Bannkraft, die das Betrachten des Fotografie-Bandes ausmacht.

Presence
Texte von Frank Horvat, Christine Turnauer, Gestaltung von Andreas Platzgummer
Hatje Cantz Verlag, erschienen August 2014
188 Seiten, 182 Abbildungen
Deutsch, Englisch, Franz├Âsisch
ISBN 978-3-7757-3748-7
58,00 Euro
www.hatjecantz.de



(Quelle: Verlagsinformationen)



Literatur Beitrag vom 05.09.2014 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken