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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 21.02.2009

Dina Spiegel und Leonie Spiegel - Jetzt mal Tacheles
Sharon Adler

Die j├╝dischen Lieblingswitze von Paul Spiegel, herausgegeben von seinen T├Âchtern, sind eine Hommage an den Journalisten, Unternehmer, ehemaligen Pr├Ąsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland



Das Vorwort von Dani Levy bringt es auf den Punkt: "J├╝discher Humor kennt kein Tabu". Gem├Ą├č diesem Motto macht die Witzesammlung von Paul Spiegel vor nichts Halt und nimmt jede erdenkliche Lebenssituation (selbst)ironisch auf┬┤s Korn.

Fragt der Pfarrer den Rabbiner: "Wann werden Sie endlich Schweinefleisch essen?"
Sagt der Rabbiner: "Auf Ihrer Hochzeit, Hochw├╝rden!"

Der 1937 im westf├Ąlischen Warendorf geborene Paul Spiegel emigrierte 1938 nach der Reichspogromnacht mit seiner Familie nach Br├╝ssel. Sein Vater und seine Schwester Rosa wurden in Konzentrationslager deportiert. Die elfj├Ąhrige Rosa wurde in Auschwitz ermordet, der Vater ├╝berlebte Dachau. Paul Spiegel und seine Mutter wurden w├Ąhrend des Holocaust in Flandern von einer Bauernfamilie versteckt. Nach dem Krieg kehrte die Familie als erste j├╝dische Familie nach Warendorf zur├╝ck, wo sein Vater die Synagogengemeinde wieder aufbaute.
1958 begann Paul Spiegel seine berufliche Laufbahn als Volont├Ąr bei der "Allgemeinen J├╝dischen Wochenzeitung" in D├╝sseldorf, bei der er bis 1965 als Redakteur arbeitete. In den 1960er Jahren arbeitete er als Korrespondent verschiedener Zeitungen und Zeitschriften.
1964 heirateten er und Gis├Ęle Spatz, das Paar bekam zwei T├Âchter, Dina und Leonie.
In den folgenden Jahren engagierte sich Spiegel in der j├╝dischen Gemeinde. 1986 machte er sich als Unternehmen mit der Gr├╝ndung der Internationalen K├╝nstler- und Medienagentur Paul Spiegel, www.paulspiegel.de selbst├Ąndig.
Am 9. Januar 2000 wurde Paul Spiegel nach dem Tod von Ignatz Bubis Pr├Ąsident des Zentralrates der Juden in Deutschland.
Ver├Âffentlichungen: Im Ullstein Verlag erschien in 2001 "Wieder zu Hause?" - Erinnerungen und Visionen. Aufgezeichnet von Rafael Spiegelmann von Paul Spiegel. Ebenfalls im Ullstein Verlag ver├Âffentlicht wurde 2003 sein Buch "Was ist koscher?" Damit wollte Spiegel nichtj├╝dische Deutsche unterhaltsam mit j├╝discher Religion, Tradition und j├╝dischem Alltag vertraut machen.
Paul Spiegel erhielt diverse Auszeichnungen, dar├╝ber hinaus engagierte und ├Ąu├čerte er sich unerm├╝dlich ├Âffentlich gegen Antisemitismus und Rassismus.
Am 30. April 2006 starb Paul Spiegel nach l├Ąngerer Krankheit in D├╝sseldorf.

Wie es einem Menschen nach diesen tragischen Umst├Ąnden und schmerzhaften Erfahrungen m├Âglich ist, Witze zu erz├Ąhlen, scheint auf den ersten Blick unm├Âglich.
Fakt ist, dass J├╝discher Witz und Humor eine lange Tradition haben und untrennbar mit der j├╝dischen Geschichte verbunden sind.
Nur wenige wussten, dass das Sammeln, Bewahren und Erz├Ąhlen j├╝discher Witze eine gro├če Passion von Paul Spiegel war. F├╝r ihn bedeutete j├╝discher Humor ein St├╝ck Weisheit und die Chance, das Tragische nicht nur zu ertragen, sondern auch zu ├╝berleben. Sein gro├čes Anliegen war es zeitlebens, Toleranz zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zu schaffen.
Leider schaffte es der 2006 verstorbene ehemalige Pr├Ąsident des Zentralrates der Juden in Deutschland nicht mehr, eine Sammlung seiner Lieblingswitze herauszugeben. Diesen Wunsch erf├╝llen nun seine T├Âchter Dina und Leonie.


Zu den Herausgeberinnen:

Dina Spiegel
, geboren 1967, arbeitete viele Jahre europaweit in der Hotellerie und ist heute Personalberaterin f├╝r das Hotelgewerbe in Belgien und den Niederlanden.

Leonie Spiegel, geboren 1972, leitete nach dem Tod des Vaters die K├╝nstleragentur "Paul Spiegel" und ist heute als selbst├Ąndige K├╝nstleragentin und Eventmanagerin europaweit t├Ątig. Weitere Infos und Kontakt unter: www.leoniespiegel.de

Eine detaillierte Biographie von Paul Spiegel finden Sie auf den Seiten des Deutschen Historischen Museums:
www.dhm.de

AVIVA-Tipp: Wer lacht, der lebt. "Jetzt mal Tacheles" ist eine Verbeugung vor dem Menschen und ehemaligen Pr├Ąsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, und gleichzeitig das Bewahren seiner Sammlung an ausgew├Ąhlten j├╝dischen Witzen in Buchform. Danke an die Spiegel-Schwestern f├╝r diese Initiative!

Dina und Leonie Spiegel (Hg.)
"Jetzt mal Tacheles"

Die j├╝dischen Lieblingswitze von Paul Spiegel.
Mit Illustrationen von Peter Gaymann und einem Vorwort von Dani Levy.
Einleitung von Rabbiner Julien Soussan.
Mit Glossar, Biographie und Gru├čworten.
Artemis & Winkler Verlag, erschienen 16. Februar 2009
ISBN 978-3-538-04006-9
14,90 Euro

Literatur Beitrag vom 21.02.2009 Sharon Adler 





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