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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 09.05.2009

Jo Ann Endicott - Warten auf Pina
Sabine Grunwald

1974 wurde die junge TĂ€nzerin Jo Ann Endicott von Pina Bausch fĂŒr das spĂ€ter weltberĂŒhmte "Wuppertaler Tanztheater" engagiert. Bis heute hĂ€lt sie dem Team als GasttĂ€nzerin, Probenleiterin und ...



... Assistentin die Treue.

Josephine Ann Endicott wurde 1950 in Australien geboren und als 23 jĂ€hrige TĂ€nzerin von Pina Bausch in London fĂŒr das Wuppertaler Tanztheater engagiert. Von diesem Zeitpunkt an prĂ€gte die begabte und wandelbare SolotĂ€nzerin das Tanzensemble und drĂŒckte allen StĂŒcken Pina Bauschs ihren Stempel auf.

Bis 1987 war sie in den weltberĂŒhmten AuffĂŒhrungen "Le Sacre du Printemps" und "Die 7 TodsĂŒnden zu sehen". Dann legte sie eine lĂ€ngere Pause ein, um sich ihrer Familie zu widmen, und 1994 als GasttĂ€nzerin, Probenleiterin und Assistentin von Pina Bausch ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Sie war Trainingsleiterin des erfolgreich tourenden "Kontakthof mit Damen und Herren ab 65" und studierte zusammen mit Benedicte Billiet ĂŒber anderthalb Jahre den "Kontakthof mit Teenagern ab 14" ein.
Ende 2008, bei dem 2. Internationale Tanzfestival, tanzte Jo Ann Endicott in "Die sieben TodsĂŒnden / FĂŒrchtet euch nicht" die viel umjubelte Anna II.

Jo Ann Endicott erzĂ€hlt leichtfĂŒĂŸig und humorvoll von der Schwierigkeit, das anstrengende Leben einer TĂ€nzerin mit dem Privaten zu verbinden. Sie lĂ€sst uns hinter die Kulissen einer freischaffenden KĂŒnstlerin blicken, die ihrem Körper allzu viel abverlangt und auch immer wieder von ExistenzĂ€ngsten geplagt ist.
Auch das schwierige VerhĂ€ltnis zu der genialen Pina Bausch, die sich selbst Unmögliches abverlangt und ihr Leben dem Tanz verschrieben hat, wird nicht geschönt. Die beiden Frauen, einander tief verbunden, aber auch durch jahrelange AbhĂ€ngigkeit, KrĂ€nkungen und Überbelastung zeitweise entfremdet, können nicht aufeinander verzichten.

Voller Empathie erzÀhlt Jo Ann von der Arbeit, den Erfolgen und Konflikten mit den alten und jungen TÀnzern und TÀnzerinnen. Auch ihre eigenen Triumphe und Schwierigkeiten teilt sie aufrichtig mit der Leserin.

Zur Autorin: Jo Ann Endicott, geboren 1950 in Sydney/Australien, begann im Alter von 7 Jahren ihre Ballettausbildung. 1966 wurde sie fĂŒr die renommierteste Ballettschule Australiens, die Australian Ballet School in Melbourne ausgewĂ€hlt und zwei Jahre spĂ€ter in die Australian Ballet Company aufgenommen. Ab 1972 lebt sie in London, traf dort 1973 Pina Bausch und wurde von dieser als SolotĂ€nzerin fĂŒr ihr Wuppertaler Tanztheater engagiert. 1987 verließ Jo Ann Endicott Pina Bausch, und widmete sich ihrer Familie. Seit 1994 gehört sie wieder als GasttĂ€nzerin, Trainerin und Assistentin zum Ensemble. Sie lebt mit Mann und Kindern in Durmersheim und erhielt fĂŒr ihre kĂŒnstlerische Arbeit zahlreiche internationale Auszeichnungen.

AVIVA-Tipp: Wer ein Faible fĂŒr den modernen Tanz hat, liebt auch das "Tanztheater Wuppertal" und kommt um die "Aufzeichnungen einer TĂ€nzerin" nicht herum. Mit ihrem DebĂŒt aus 1999, "Ich bin eine anstĂ€ndige Frau", schrieb Jo Ann Endicott sich in die Herzen ihrer Fans. Frau Endicott, wir warten auf die Fortsetzung ...

Jo Ann Endicott
Warten auf Pina

Aufzeichnungen einer TĂ€nzerin
Henschel Verlag, erschienen 2009
ISBN 978-3-89487-631-9
Broschur, 128 Seiten, mit 60 s/w Fotos
Euro 16,90


Literatur Beitrag vom 09.05.2009 Sabine Grunwald 





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