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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 15.07.2009

Alexa Hennig von Lange - Peace
┬╗Nana┬ź Nicole Wenger

Witzig und temporeich sollte der neue Roman der Autorin sein. Doch au├čer flachen Hippie- und schlechten Feministinnen-Witzen, in Kombination eines Rundumschlags auf die ┬┤68er ÔÇô Bewegung, hat...



... dieses Buch nur sehr wenig zu bieten.

Es gibt kaum Werke, bei denen sich die LeserInnen die Frage stellen m├╝ssen: "Was will mir die Autorin dieses Buches nur sagen?" Hennig von Langes neuer Roman "Peace" k├Ânnte eine dieser Publikationen werden. Doch die Ursache f├╝r das Unverst├Ąndnis der LeserInnen d├╝rfte in diesem Fall vermutlich nicht bei ihnen, sondern bei dem Roman und seiner Autorin zu suchen sein.

"Am 26. Oktober sah ich meine Mutter in ihrer Kotze liegen.Das war der Mittag, an dem ich mit einem frischen Schmiss auf der Wange durch den herbstlichen Garten in die K├╝che kam."

Das Leben des 17j├Ąhrigen Joshua hat ihm bereits b├Âse mitgespielt und einige Spuren in seiner Psyche hinterlassen. Bereits im zarten Kindesalter wurde der Ich-Erz├Ąhler in der elterlichen K├╝che Zeuge von Selbstbefriedigungs-Seminaren und einer Baby-Kastration. In der Folgezeit durfte er dann ÔÇô laut KLappentext - der Entwicklung der Mutter vom "Hippie-Groupie zur radikalen Lesbe, vom Goa-Dropout zur fernsehs├╝chtigen Pazifistin" beiwohnen.

Gem├Ą├č der Logik des Buches vermag es so wohl niemanden gro├č verwundern, dass Joshua orientierungslos durch die Welt irrt, einer schlagenden Studentenverbindung beitreten will und sich selbst in vermeintlich politische Ideologien verheddert. Schlie├člich w├Ąre da ja auch noch der Yuppie-Daddy, der heimlich eine Zweitfamilie samt Retriever h├Ąlt. Wenn dieser denn mal der Vater ist, schlie├člich bietet sich f├╝r die Vaterschaft auch der LSD-Dealer der Mutter an ...

Und da ja angeblich an Allem die M├╝tter schuld sind, lebt auch Joshua die eine oder andere (Gruppen-) Sex-Fantasie aus und experimentiert ein wenig mit Drogen. Seine Freundin Polly tr├Ągt zwar im Gegensatz zur b├Âsen Mutter einen pinken und keinen violetten Overall. Aber auch sie beschallt ihre Umgebung mit semi-feministischen Parolen. Was soll da der arme Junge nur tun?

"Wir kugelten ├╝bereinander, und ich sah, wie meine zugedr├Âhnte Pony ihre Hand auf Swantjes Brust legte, und ich sah, wie Barry Pony auf den Mund k├╝sste, und ich f├╝hlte, wie meine Hand in Ponys Haare griff. [...] `Willst du mich ficken?┬┤ fl├╝sterte sie.
Und dann war da schon wieder Barry, der seine Hand unter mein T-Shirt schob und mir seine Zunge in den Mund steckte."


Verspricht doch der Klappentext eine Vorf├╝hrung der "absurden Debatten (...), die unser Rollenverst├Ąndnis jahrzehntelang ersch├╝ttert wie gepr├Ągt haben...", so wird sich im Roman von einer Plattit├╝de zur n├Ąchsten gehangelt. Letztlich stellt sich die Frage, ob denn wenigstens die Autorin wusste wor├╝ber sie schrieb und warum. Eine Frage, die an dieser Stelle unbeantwortet bleiben darf.
Positiverweise ist "Peace" nicht nur ein zweifelhaftes und ├Ąrgerliches Buch, sondern daneben auch ein ziemlich langweiliges, so dass es wenigstens nicht all zu lang in Erinnerung bleibt.

Zur Autorin: Alexa Hennig von Lange wurde 1973 in Hannover geboren. 1997 erschien ihr Deb├╝troman "Relax", der sie zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation machte. Es folgten zahlreiche B├╝cher, zuletzt bei DuMont der Roman "Risiko". Sie schrieb auch eine Reihe von Jugendb├╝chern. 2002 wurde sie mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Alexa von Lange hat zwei Kinder und lebt in Berlin. (Verlagsinformationen)
Weitere Informationen zu Alexa Hennig von Lange finden Sie unter:
www.alexahennigvonlange.de

AVIVA-Fazit: Alexa Hennig von Lange hat mit "Peace" einen Roman geschrieben, der weder unterhaltend noch witzig ist. Auch sprachlich bewegt er sich auf einer Ebene, die allenfalls noch bei pubertierenden Jugendlichen f├╝r ein m├╝des Grinsen sorgt. Seine einzige Herausforderung d├╝rfte f├╝r reflektierte LeserInnen darin bestehen, die Lekt├╝re nicht vor seinem banalen Ende wegzulegen.

Alexa Hennig von Lange
Peace

Allein unter Frauen.
Dumont Literatur und Kunst Verlag, erschienen Februar 2009
Broschiert, 270 Seiten
ISBN: 978-3-832195021
14,95 Euro

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Mira reicht┬┤s - ein Kinderbuch von Alexa Hennig von Lange.

Ich habe einfach Gl├╝ck + Woher ich komme von Alexa Hennig von Lange.

Literatur Beitrag vom 15.07.2009 AVIVA-Redaktion 





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