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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 25.03.2007

Anne Dorn - Siehdichum
Sabine Grunwald

Martha Lenders begibt sich gegen Ende ihres Lebens in Polen auf die Spurensuche nach ihrem verschollenen Bruder, der kurz vor Kriegsende zum Reichsarbeitsdienst eingezogen wurde.



Die 75jährige Martha Lenders hat ihre Kinder großgezogen, sich einen Namen als Filmemacherin erworben und wird immer mehr von den Erinnerungen an ihren kleinen Bruder heimgesucht, der knapp 17 jährig, in Polen zur Reichsarbeitsdiensteinheit 3/401 XL Warthegau Ost eingezogen, in den polnischen Wäldern verschollen ist.

Zusammen mit ihrer ältesten Tochter, die sie am Anfang der Reise begleitet, fliegt sie nach Polen, um sich auf die Spurensuche nach ihrem Bruder zu begeben, In ihrem Gepäck befinden sich Briefe und Dokumente aus den Archiven und dabei ist auch immer die Stimme ihres Bruders Johannes, mit dem sie Zwiesprache hält.
Die Reise führt sie nach Poznan, Warschau und Krakau und immer weiter an die einsamen Seen und in die menschenleeren Wälder, die ihr von der gemeinsamen Kindheit in Dresden so vertraut erscheinen. Die Weiler werden immer kleiner und die Suche nach dem mysteriösen Ort "Siehdichum", an dem die Einheit aufgerieben wurde, scheint seltsam in der Schwebe zu bleiben.
Unterstützung erfährt sie durch den Historiker Krzysztof Jaworski, der als polnischer Jude nur knapp dem Holocaust entkam und der jungen Studentin Ewa Biniewicz, die sie als einfühlsame Gefährtin und Dolmetscherin begleitet.

Mit dem Roman "Siehdichum" ist Anne Dorn die perfekte Verbindung von historischen Tatsachen und persönlichen Erinnerungen gelungen. Sie hat damit ein Werk geschaffen, das scharfsinnig und hoch sensibel die großen Themen Schuld, Tod und Verdrängung behandelt.

Zur Autorin: Anne Dorn, geboren 1925 in Wachau bei Dresden, lebt seit 1969 als freie Schriftstellerin in Köln. Als Autorin, die aus Ostdeutschland stammt und dort ihre Heimat und Verwandten zurückgelassen hat, ist sie besonders sensibilisiert für die Spannungen, die sich aus diesem Ost-Westverhältnis für die davon betroffenen Menschen ergeben.
Für ihre Gedichte, Kurzgeschichten und ihren Roman "hüben und drüber" (1991) ist sie mehrfach durch Preise und Stipendien ausgezeichnet worden. Unter anderem war sie 1985 Ehrengast der Villa Massimo in Rom und erhielt im Jahre 2002 das Arbeitsstipendium des Landes NRW. Anne Dorn hat sich ebenfalls als Autorin zahlreicher Hörspiele und Features (HR. SWR. Deutsche Welle) sowie als Regisseurin von Fernsehfilmen im WDR einen Namen gemacht. Zuletzt veröffentlichte sie 1997 ihre Lebenserinnerungen "Geschichten aus tausendundzwei Jahren". (Verlagsinformation).

AVIVA-Tipp: Die Aufarbeitung der deutsch-polnischen Vergangenheit wird trotz der in den Text eingestreuten schockierenden ZeitzeugInnenaussagen sehr einfühlsam vorgenommen. Die sinnlich-melancholische Sprache macht den Roman zu einem besonderen Lesevergnügen. Absolut empfehlenswert!

Anne Dorn
Siehdichum

Dittrich Verlag, erschienen März 2007
Gebunden, 312 Seiten
ISBN 978-3-937717-24-1
22,80 Euro


Literatur Beitrag vom 25.03.2007 Sabine Grunwald 





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