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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 22.07.2011

Andrea Schacht - Die keltische Schwester
Tatjana Zilg

Die Autorin, bereits durch ihre Katzenromane bekannt, siedelt ihren turbulent-humorvollen Working-Woman-Roman in der Gegenwart an und lässt dann geschickt Fantasy-Magie und keltische Geschichte ...



... einfließen.

Karriereentscheidungen

Anfangs sieht Lindis Farmut, Ende Zwanzig, in ihrem neuen Job als Projektplanerin bei der Unternehmensberatung KoenigConsult vor allem eine tolle Karrierechance. Inhaltlich setzt sie sich mit dem Projektziel, inmitten einer franz√∂sisch-bretonischen Naturlandschaft eine hypermoderne Ferienanlage zu errichten, wenig auseinander. Urlaub macht doch jede(r) gern, warum nicht eine schicke Anlage mit zeltartig √ľberdachten Freizeitpark errichten, rechtfertigt sie sich vor sich selbst. Dennoch meldet sich die innere Unzufriedenheit immer wieder, die schon der Grund war, warum sie den alten Job gek√ľndigt und sich eine neue Herausforderung gesucht hatte.
Ablenkung findet sie in einer lockeren Affäre mit dem gut aussehenden Projektleiter Wulf Daniels, der auch ihr unmittelbarer Vorgesetzter ist. Die Zusammenarbeit läuft zunächst gut: Der Unternehmenschef Dr. Koenig ist begeistert von der neuen Mitarbeiterin. Ein Störenfried ist jedoch der ältliche Herr Schweitzer, der aus unerklärlichen Motiven zunehmend boykottierend auf das Projekt einwirkt.

Erste Zweifel am Turbo-Tourismus-Projekt

Lindis bietet Schweitzer gekonnt die Stirn und k√∂nnte sich auf dem besten Weg f√ľhlen, alles zu erreichen, was sie sich vorgenommen hat. W√§ren da nicht einige Bewandtnisse, die dies alles in Frage stellen: Konkret und un√ľbersehbar stolpert ihre kleine Schwester Beni, ein aufgeweckter und hochintelligenter Teenager, in ihr Leben. Bei den Eltern ausgerissen, bittet sie Lindis √ľberraschend, bei ihr wohnen zu k√∂nnen. Das funktioniert besser, als die gro√üe Schwester gedacht h√§tte. Beni bietet ihr einen willkommenen Kontrapunkt zum durchstrukturierten Unternehmensberatungsalltag und kitzelt ihren Widerstand gegen das aalglatte Tourismusprojekt hervor. Lindis¬ī Zweifel werden durch pl√∂tzlich auftretende Tag- und Nachttr√§ume verst√§rkt, die schnell Indizien darauf aufweisen, mehr zu sein als gew√∂hnliche Tr√§ume. St√§ndig drehen sie sich um die keltische Seherin Danu, die vor Jahrhunderten genau an dem Ort lebte, an dem das Feriendorf errichtet werden soll.

Lebendige Geschichte durch ein keltisches Museumsdorf

Die beiden Zeitebenen der Handlung in der Gegenwart und der Vergangenheit schieben sich weiter ineinander, als Lindis ihrer gro√üen, aber gescheiterten Liebe Robert Caspary, einem attraktiven Junior-Universit√§tsprofessor, wiederbegegnet. Er plant gemeinsam mit der Dorfbev√∂lkerung ein Museumsdorf anstelle der Ferienanlage einzurichten. Daf√ľr m√ľsste das von KoenigConsult gesteuerte Projekt fallen gelassen werden. Lindis ger√§t mehr und mehr in eine Zwickm√ľhle. Um dieser zu entkommen, muss sie sich tiefergehend mit den Botschaften aus ihrer Innenwelt auseinandersetzen, und herausfinden, nach welchen Werten sie ihr Leben gestalten m√∂chte.

AVIVA-Tipp: Der gelungene Genre-Mix macht den Roman f√ľr viele LeserInnen attraktiv. Die Heldin wird im Gegensatz zur reinen Fantasyliteratur nicht gleich innerhalb der ersten zehn Seiten aus ihrem gew√∂hnlichen Alltag in eine mystische, abenteuerliche Welt katapultiert, in der v√∂llig andere Regeln gelten als in der Realit√§t der LeserInnen. Die Autorin bringt den Reiz der Lebenswirklichkeiten in vergangenen Zeiten nahe, indem sie ihn aus einem Umfeld in der Gegenwart, das viele Identifikationspunkte bietet, heraus entwickelt. Die Frage, warum es m√∂glich ist, dass Lindis Danus Lebensstationen in tr√§umerischen Visionen nacherlebt, bleibt dabei spielerisch offen, wodurch auch das dramatische Ende eine erfrischende Leichtigkeit beibeh√§lt.

Zur Autorin: Andrea Schacht lebt als freie Schriftstellerin in der N√§he von Bad Godesberg. Neben erfolgreichen historischen Romanen hat sie zahlreiche B√ľcher ver√∂ffentlicht, in denen Katzen eine Hauptrolle spielen. Bei R√ľtten und Loening liegen von ihr vor: "Das doppelte Weihnachtsk√§tzchen", "Weihnachten mit Pl√ľsch und Plunder", "Weihnachtskatz und Mausespeck" sowie "Weihnachtskatze gesucht" sowie ab Fr√ľhjahr 2011 "Die keltische Schwester". Im Aufbau Taschenbuch ver√∂ffentlichte sie "Der Tag mit Tiger", "Auf Tigers Spuren", "Tigers Wanderung", "Die Katze mit den goldenen Augen", "Katzenweihnacht" sowie "Morgen Katzen wird¬īs was geben".

Andrea Schacht
Die keltische Schwester

R√ľtten und Loening, erschienen im April 2011
Gebunden, 475 Seiten
ISBN 978-3-352-00806-1
16,95 Euro




Literatur Beitrag vom 22.07.2011 AVIVA-Redaktion 





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