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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2018 - Beitrag vom 16.05.2004

Schwester der Sonne - Ein Jahr in Kuna Yala
Tatjana Zilg

Nach der Wende lockt die Leipziger Malereistudentin Antje Olowaili die Ferne. In Lateinamerika lebt sie ein Jahr lang mit den Kuna. Ein farbiger Reisebericht mit Einblick in indigene Kulturen.



Antje Olowaili ist Mitte 20, als sie dem Volk der Kuna begegnet. Ihr Blick auf das naturverbundene Volk ist unvoreingenommen. Fern jeder wissenschaftlichen Sichtweise - wie z. B. die der Ethnologie oder der Bio-Medizin - ist sie fasziniert von den einfachen, naturnahen Inseldörfern. Dies ist etwas naiv: Sie kann nicht einschätzen, was alles auf sie zukommen wird, als sie sich spontan entschließt, den Häuptlingsrat um die Erlaubnis zu bitten, eine langfristige traditionelle Augenbehandlung gegen ihre Kurzsichtigkeit zu erhalten. Denn nach einer Phase der Neugier und vorsichtigen Abschätzung schlägt die anfängliche Herzlichkeit ihrer Gastfamilie zunehmend in Feindseligkeit um.

Die Kuna sind ein indigenes Volk, die in Panama auf mehreren an der pazifischen Nordküste verstreuten Inseln leben. Sie haben erkämpft, autonom von der Regierung ihr gemeinschaftliches Leben zu bestimmen. Das bedeutet einerseits die Möglichkeit, die Traditionen aufrechtzuerhalten, andererseits aber die Einschränkung der Individualität des Einzelnen. Antje erfährt diese Widersprüchlichkeit hautnah, da sie sich vorbehaltlos in den Alltag der Kuna eingliedert. Sie muss sich mit dem Misstrauen und der Skepsis auseinandersetzen, die ihre GastgeberInnen der jungen Frau aus der unbekannten Ferne entgegenbringen.

Ihr ursprüngliches Anliegen ist es, von ihrer Kurzsichtigkeit geheilt zu werden. Als sie während einer Lateinamerikareise zufällig auf einer Kuna-Insel ein paar Tage ein Stopover einlegt, hört sie von den traditionellen Heilmethoden der Kuna und ist begeistert. Obwohl der Häuptlingsrat einer Heilbehandlung für eine fremde Weiße skeptisch gegenübersteht, stimmt er schließlich zu - nicht zuletzt, weil Antje mit Dollar bezahlen wird. Dies wird mit dem Medizinmann immer wieder ein Streitpunkt sein: Der anfänglich vereinbarte Preis ist ihm einem Monat später zuwenig. Sie wohnt bei dessen Familie in einer der kleinen Hütten. Bald wird Unzufriedenheit spürbar.

Dennoch lebt sich die selbstbewusste junge Frau bei dem naturverbundenen Volk gut ein. Sie schließt Freundschaften mit liebenswerten Menschen, die sie sehr ins Herz schließt. Besonders zugewandt ist sie Oleanda, einer jungen, unverheirateten Frau in ihrem Alter, die in der Hütte nebenan lebt. Oleanda spricht spanisch und bringt ihr die Kuna-Sprache bei. Auch unterstützt sie die Deutsche bei den sich verschärfenden Schwierigkeiten mit der Gastfamilie, die im Dorf schlecht über sie spricht. Eine zarte Liebesbeziehung zwischen den beiden Frauen bahnt sich an. Doch der Konflikt ist nicht aufzuhalten. Antje verlässt die Insel und stellt fest, dass die Strukturen auf den anderen Inseln sehr unterschiedlich sind. Sie gewinnt neue FreundInnen unter den Kuna der anderen Inseln. Zu einem älteren Ehepaar entwickelt sie eine Eltern-Tochter-Beziehung und unterwirft sich ein zweites Mal den strengen Regeln der Kuna-Medizin.

Zur Autorin:
Antje Olowaili wurde 1968 in Berlin geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Schrift- und Grafikmalerin und der Arbeit als Layouterin bei einer Tageszeitung rief sie als Malereistudentin Frauenkunstprojekte ins Leben. Gleichzeitig veröffentlichte sie Artikel über Frauenrechte in der DDR. Für Gedichte erhielt sie bereits Preise, mit ihrer Prosa ist sie in einigen Anthologien vertreten.
In den Jahren 1992 - 1994 durchreiste sie auf eigene Faust Lateinamerika. Heute lebt sie als freischaffende Malerin in Leipzig.

AVIVA-Tipp: Der Roman entführt in die fremdartige Inselwelt eines Volkes, das einen Weg sucht, die gemeinsame Identität zu bewahren und in der sich verändernden Welt zu überleben. Die Autorin beschreibt ihre sehr persönlichen Erfahrungen in einer bildhaften und anschaulichen Sprache, ohne zu idealisieren. Dadurch ist der Roman sehr ehrlich und einfühlsam, da er nicht so viel in das Handeln der indigenen Menschen hineininterpretiert wie z.B. "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" von Jean Lidloff.



Antje Olowaili
Schwester der Sonne
Ein Jahr in Kuna Yala

Ulrike Helmer Verlag, erschienen April 2004
ISBN/EAN: 3-89741-138-5
290 S., Einband: kartoniert
Illustrationen: mit tls. farb. Abb.
20,00 Euro200298523375"

Literatur Beitrag vom 16.05.2004 AVIVA-Redaktion 





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