Lo mir singen. Jiddische Liebeslieder - Texte und Noten - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Literatur



AVIVA-BERLIN.de im August 2021 - Beitrag vom 14.12.2004


Lo mir singen. Jiddische Liebeslieder - Texte und Noten
Julia Richter

Das im Melzer Verlag erschienene Buch "Di faierdike Libe" regt zum Nachsingen bekannter und unbekannter jiddischer Liebeslieder an. Mit ausführlichem Vorwort und zahlreichen Illustrationen




Dr. Peter Gradenwitz hat aus der Fülle überlieferter Texte und Melodien von jiddischen Liebesliedern eine Sammlung zusammengetragen, die in die unwiederbringlich verlorene Shtetl-Welt des jiddisch sprechenden osteuropäischen Judentums führt.

Die Lieder erzählen von erfüllter Liebe, von gebrochenen Herzen, heimlicher Sehnsucht. Traurige, romantische und humorvolle Lieder legen Zeugnis ab von den Schicksalen der Verliebten und den Konventionen, die jüdische Gesellschaften ausmachten.

Die Melodien und Texte entstammen Sammlungen, die zum Teil vor hundert Jahren in der europäischen Diaspora, aber auch in den USA und in Israel erschienen sind. Das Buch erhebt nicht den Anspruch, eine wissenschaftlich fundierte historische Rekonstruktion der Lieder vorzulegen. Die Intention von Peter Gradenwitz war hingegen, die Noten vor der Vergessenheit zu bewahren.

Unter den über 100 Stücken finden sich auch die Lieder "Rösele", "Berele" und "Der Ziegenhirt" des Polen Mordechai Gebirtig, der im Krakauer Ghetto umkam. Seine Lieder erfreuten sich vor allem in seiner Heimat, aber auch in den USA großer Beliebtheit und bereits zu seinen Lebzeiten erschienen zahlreiche Bücher über Gebirtigs Musik. Peter Gradenwitz hat aber auch noch andere bekannte Lieder wie "Die Mutter ging nach Kohlen / Di Mame is gegangen in Mark arain" oder "Die Liebe - eine Krankheit / A Liebe is a krenk" zusammengetragen:

Man sagt, dass verliebt sein heißt krank sein
Liebe sei ein Unglück auch für den, dem sie gefällt
Sie macht krank jedes Herz und jede Lunge
Und sie setzt nur viele Kinder in die Welt.

Me sogt, as a libe is a krenk, wie is mir
A libe is an umglik oif der welt,
Von a libe krigt men a lungen-feler
Durch der Liebe geien kinder fun der welt.

Zum Autor:
Der mit 91 Jahren in Tel Aviv verstorbene Musikwissenschaftler Peter Gradenwitz ist bereits 1936 nach Israel emigriert. Die Auseinandersetzung mit der Musik des 20. Jahrhunderts, vorzugsweise mit den Kompositionen Arnold Schönbergs, bildete einen Schwerpunkt seines Schaffens. Unter den vielen Publikationen des angesehenen Musikologen erregten besonders die Monografie über Leonard Bernstein Aufsehen sowie der Band "Musik zwischen Orient und Okzident" (1977).

Mehr über die jiddische Sprache können Sie in dem Buch "Jiddisch. Eine kleine Enzyklopädie von Leo Roosten" erfahren.


Di faierdike Liebe. Jiddische Liebeslieder - Texte und Noten.
Von Peter Gradenwitz. Mit Illustrationen von E. M. Lilien.
Erschienen im Melzer Verlag, 2004
ISBN: 3-937389-40-7
19.95 EUR
Format 15,5 x 23,5cm
Broschur, 240 Seiten200675250075"



Literatur

Beitrag vom 14.12.2004

AVIVA-Redaktion 






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