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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 14.03.2005

Das persische Café
Danielle Daum

Ein bet√∂rend sch√∂ner Deb√ľtroman von Marsha Mehran, einer jungen Autorin, deren Wurzeln vom Iran bis nach Irland und New York reichen. Ein sinnliches Lesevergn√ľgen mit vielen k√∂stlichen Rezepten.



Drei junge persische Schwestern haben eine seit langem leer stehende B√§ckerei in dem kleinen irischen K√ľstenst√§dtchen Ballinacroagh gekauft und planen, darin ein persisches Restaurant zu er√∂ffnen - Marjan, die √§lteste, die verschlossene Bahar und Layla, die j√ľngste der drei.

Nat√ľrlich werden die drei sch√∂nen, exotischen Frauen und ihr Treiben von den DorfbewohnerInnen kritisch beobachtet. Schon der Name "Caf√© Babylon" weckt die wildesten Assoziationen: Die einen f√ľhlen sich ans Paradies erinnert, die anderen wittern eine Lasterh√∂hle, die mit ihren k√∂stlich fremdartigen D√ľften und der faszinierenden Sch√∂nheit ihrer Betreiberinnen die Sinne der M√§nner verwirren soll. Nach diesen ersten Feindseligkeiten leben sich die Schwestern jedoch √ľberraschend schnell ein, das Caf√© wird ein Erfolg. Marjan und Layla schlie√üen die ersten Freundschaften, und selbst die zur√ľckhaltende Bahar scheint in ihrer neuen Heimat aufzubl√ľhen.

1979 war es den Schwestern kurz vor dem Sturz des Schah gelungen, aus dem Iran zu fliehen, doch den Sorgen ihrer Vergangenheit können sie dennoch nicht entrinnen. Bahar wird von ihrem gewalttätigen iranischen Ehemann verfolgt und sein nächtlicher Anruf versetzt sie in panische Angst. Als Layla sich auch noch ausgerechnet in den Sohn von Thomas McGuire verliebt, einem Bauunternehmer, dem bereits die halbe Stadt gehört und der mit der alten Backstube ganz andere Pläne hat, eskaliert die Lage in Ballinacroagh.

Marjan jedoch beh√§lt in all dem Durcheinander den √úberblick und versucht, ihren Schwestern zu helfen, in dem sie alle zu einem gro√üen Fest einl√§dt. Sie bereitet ihre K√∂stlichkeiten zu, begr√ľ√üt FreundIn und FeindIn - und serviert ihre ber√ľhmte persische Granatapfelsuppe, der magische Qualit√§ten zugeschrieben sind, denn der Granatapfel ist im Iran die Frucht der Hoffung und des Neubeginns.

AVIVA-Tipp: Der jungen persischen Autorin Marsha Mehran ist ein verf√ľhrerisch sch√∂ner Roman gelungen. Eine warmherzige, humorvolle und sinnliche Hommage an die Liebe und die Freude am Essen.

Zur Autorin:
Am Vorabend des Umsturzes im Iran floh Marsha Mehran mit ihrer Familie nach Argentinien. In Buenos Aires betrieben ihre Eltern ein Caf√© mit Spezialit√§ten aus ihrer Heimat, w√§hrend die Tochter eine schottische Privatschule besuchte. Hier entdeckte die Autorin auch ihre Leidenschaft f√ľr Dudels√§cke, Kilts und andere Dinge keltischen Ursprungs. Nachdem Marsha Mehran in den USA und Australien gelebt hat, hat sie sich mit ihrem Mann k√ľrzlich in Irland niedergelassen.


Marsha Mehran
Das persische Café

Roman mit Rezepten
Limes Verlag, Februar 2005
288 Seiten, Hardcover m. Umschlag
ISBN/EAN: 3809025011
19,90 Euro
200744130475"


Literatur Beitrag vom 14.03.2005 AVIVA-Redaktion 





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