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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 11.10.2005

Die Emanzipationsfalle - Erfolgreich, einsam, kinderlos
Stefanie K├Ânig

Laut Susanne Gaschke ist die Frauenbewegung schuld am Verschwinden der Familien. Ein provokantes aber leider wenig ├╝berzeugendes Pl├Ądoyer f├╝r neue Rollen- und Leitbilder in unserer Gesellschaft.



"Der Bev├Âlkerungsschwund in Deutschland geht auch auf das Konto der Frauenbewegung."
(Susanne Gaschke)

Dank der Frauenbewegung der ┬┤68er Generation m├╝ssen Frauen heute laut der Redakteurin und Autorin Susanne Gaschke in keiner Weise mehr hinter den M├Ąnnern zur├╝ckstecken.
Sie machen bessere Schulabschl├╝sse und studieren erfolgreicher als M├Ąnner, dadurch entscheiden sie sich heutzutage aber auch lieber f├╝r Studium, Beruf und Karriere anstatt f├╝r Kinder.
Vorbei ist die Zeit in der sich Frauen nur ├╝ber Kinder und Ehemann definiert haben, im Gegenteil:
Nicht mehr Beruf, Bildung oder Politik, sondern M├Ąnner und Kinder seien heute die wirklichen Probleme und Hindernisse einer gebildeten, emanzipierten Frau.
Die Erfolge der Frauenbewegung h├Ątten also auch negative Konsequenzen: kein festes Rollengef├╝ge, keine Beziehungen und keine Kinder mehr.
Die Leitbilder unserer Gesellschaft sind vor allem Jugendlichkeit, Attraktivit├Ąt und beruflicher Erfolg. All das l├Ąsst sich mit Familie und Kindern allerdings nur schwer verbinden.
Oder doch? Susanne Gaschke pl├Ądoyiert f├╝r neue Rollen- und Leitbilder in unserer Gesellschaft, f├╝r sie hat die Frauenbewegung versagt, "weil sie am Verhalten der M├Ąnner nichts ge├Ąndert hat."
Die weibliche Lebensweise hat sich in den letzten drei├čig Jahren immer mehr der m├Ąnnlichen angeglichen, umgekehrt aber nicht.
Sind also auch die M├Ąnner f├╝r die Geburtenkrise verantwortlich?
Und warum f├Ąllt es ihnen so schwer sich auf die "neuen Frauen" einzustellen?

Obwohl sich die Autorin auch an M├Ąnner wendet, bleibt es doch wieder mal ein Buch adressiert an Frauen, mit dem Vorwurf: "warum bekommt ihr keine Kinder mehr?!"
Sie verpackt ihre Botschaft zwar sehr positiv, hin zur neuen "Weiblichkeit" und zu neuen "Leitbildern", doch egal wie man es auslegt, laut Susanne Gaschke sind wir Frauen schuld am Desaster der Kinderlosigkeit und die Emanzipationsbewegung hat uns mehr geschadet als gen├╝tzt.
Fr├╝her hatten wir nur keine Arbeit, heute haben wir auch, dank unseres hedonistischen Lebensstils, keine M├Ąnner und keine Kinder mehr.

AVIVA-Bewertung: Wie Frauen die Retterinnen der Gesellschaft werden k├Ânnen und wie wir wieder zu mehr Kindern, gl├╝cklichen Beziehungen und einem erf├╝llten, langen Leben kommen, schildert die Autorin mit teils sehr pers├Ânlichen und provokanten aber leider wenig ├╝berzeugenden Gedanken ├╝ber das Rollenverst├Ąndnis von M├Ąnnern und Frauen.
Das Buch ist trotz des wissenschaftlichen Bezugs verst├Ąndlich und am├╝sant geschrieben, verf├Ąllt aber immer wieder in ├╝berholtes Klischeedenken ├╝ber das Rollenverhalten der Geschlechter und verliert sich in alten Jugenderinnerungen der Autorin.
Susanne Gaschkes Ziel, zum Nachdenken ├╝ber die Zukunft unserer Gesellschaft anzuregen, wird sie mit diesem Buch zumindest nicht erreichen.

Zur Autorin:
Susanne Gaschke
(Jahrgang 1967) ist Redakteurin bei der Wochenzeitung DIE ZEIT und selbst Angeh├Ârige der Generation um die es hier geht.
Sie setzt sich immer wieder mit gesellschaftspolitischen Fragen auseinander und kritisiert dabei oft den Traditionsfeminismus.
Sie ist verheiratet, hat eine vierzehnj├Ąhrige Tochter und lebt in Kiel.
Zuletzt ver├Âffentlichte sie "Die Erziehungskatastrophe" (2001) und "Hexen, Hobbits und Piraten" (2002).
(Quelle: Verlagsinformation)


Susanne Gaschke (Hrsg.)
Die Emanzipationsfalle
Erfolgreich, einsam, kinderlos.

C. Bertelsmann Verlag, erschienen August 2005
ISBN: 3-570-00821-5
16,00 Euro
Gebunden, 223 Seiten90008115&artiId=3555882"

Literatur Beitrag vom 11.10.2005 AVIVA-Redaktion 





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