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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 02.12.2005

Ergebenst, euer Schurik. Ljudmila Ultzkaja
Sabine Grunwald

Schurik w√§chst als Sohn der lebensunt√ľchtigen Vera und ihrer tatkr√§ftigen Mutter Jelisaweta zu einem sensiblen und gebildeten J√ľngling heran. Seine einzige Schw√§che: Er verwechselt Mitleid mit Liebe



Gut aussehend, h√∂flich und sanftm√ľtig ist Schurek der Traummann schlechthin. Von seiner Gro√ümutter Jelisaweta Iwanowna Korn, einer ehemaligen Dozentin f√ľr franz√∂sische Literatur, lernt er flie√üend Franz√∂sisch und Deutsch. Die Mutter, Vera Aleandrowna, eine gescheiterte Schauspielerin und Buchhalterin, lebt in ihrer eigenen Welt, verg√∂ttert den Sohn, aber √ľberl√§sst alle praktischen Lebensfragen der organisatorisch versierten Jelisaweta.

Schurekt w√§chst umgeben von der Liebe der beiden Frauen beh√ľtet auf und bis zu seinem vierzehnten Lebensjahr ist Vorlesen sein liebster Zeitvertreib. Neben seiner Gr0√ümutter auf dem Sofa liegend, h√∂rte er Gogol, Tschechow, Tolstoi und sp√§ter Victor Hugo, Balzac und Flaubert. Seine Mutter nimmt in mit zu Theaterauff√ľhrungen und Konzerten. Seine Kindheit ist gl√ľcklich.

Schureks Jugend verl√§uft ohne Probleme, sein Wunsch ist es, sich an der Philologischen Fakult√§t f√ľr Romanistik und Germanistik einzuschreiben. In seinem letzten Schuljahr besucht er Literaturvorlesungen an der Universit√§t und verliebt sich das erste Mal in eine Mitstudentin, Lilja Laskina. Die zarten Bande zu dem jungen M√§dchen finden ein abruptes Ende, als Lilja mit ihrer Familie nach Israel emigriert.

Durch einen Zufall landet er im Atelier der K√ľnstlerin Matilda Pawlowna, einer Bildhauerin die drei Katzen besitzt. Er besucht sie jeden Montag und beh√§lt dieses Verh√§ltnis bis zu ihrem Tode bei. Das pl√∂tzliche Ableben der Gro√ümutter ist ein Trauma, das weder Mutter noch Sohn besonders gut verkraften. Schurek plagt sich mit Selbstvorw√ľrfen, da er zu besch√§ftigt mit Liljas Abreise war, um die Krankheit der Gro√ümutter zu realisieren. Vera, in praktischen Dingen v√∂llig abh√§ngig von ihrer Mutter, √ľberl√§sst nun alle Fragen des t√§glichen Lebens ihrem Sohn.

Er schreibt sich am Mendelejew-Institut f√ľr Mathematik, Physik und Chemie ein und lernt dort die unscheinbare aber hochbegabte Alja Togussowa kennen, die ihrem trostlosen Leben in Kasachstan entkommen m√∂chte. Schurek ist ihr M√§rchenprinz und er schl√§ft mit ihr, da sie einsam und allein ist. Als n√§chstes geht er eine Schein-Ehe mit Lena Stowba, einer Funktion√§rstochter aus Sibirien ein. Sie hat sich unsterblich in den Kubaner Enrique verliebt und erwartet ein Kind von ihm. Enrique sitzt leider zuhause im Gef√§ngnis und ohne Ehemann kann sie nicht nachhause zur√ľckkehren.

Weitere Frauen, mit denen er ein Verh√§ltnis hat sind Faina Iwanowna, die gerissene Hauptbuchhalterin und Chefin von Vera. Sowie Valerija Adamowna Konezkaja die sch√∂ne aber gehbehinderte Bibliothekarin, bei der Schurik angestellt ist. Valerija w√ľnscht sich sehnlichst ein Kind und Schurik wird der Vater. Ungl√ľcklicherweise verst√§rkt die Schwangerschaft Valerijas Gebrechen, sie verliert das Kind und beinahe ihr eigenes Leben. F√ľr den Rest ihrer Tage bleibt sie ans Bett gefesselt, und eine der Geliebten Schuriks, um die er sich k√ľmmern muss.

Als letzte im Bunde taucht Swetlana auf, eine selbstmordgefährdete Psychopathin. Sie beschattet Schurik und droht mit Selbstmord.

Zwischen diesen Frauen hin- und hergezogen, erf√ľllt Schurik brav seine Pflicht und versucht, allen gerecht zu werden. Er selbst glaubt nicht mehr an die romantische Liebe, bis er sie an seinem drei√üigsten Lebensjahr noch einmal erf√§hrt.

AVIVA-TIPP: Ein umwerfendes Buch √ľber starke Frauen, das russische Leben der 80er Jahre und einem Helden, der eher an einen Don Quichotte als Don Juan erinnert. Einfach lesenswert!!!

Zur Autorin:
Ljudmila Ultzkaja
, 1943 geboren, wuchs in Moskau auf. Sie schreibt Drehb√ľcher, H√∂rspiele, Theaterst√ľcke und Prosa. 1997 erschien ihr in viele Sprachen √ľbersetzte Roman Medea und ihre Kinder, 1998 Ein fr√∂hliches Begr√§bnis, 1999 Olgas Haus (Erz√§hlungen), und 2001 Reise in den siebten Himmel. 2001 erhielt sie den Booker Prize Russland. 2003 erschien Die L√ľge der Frauen und 2005 Ein gl√ľcklicher Zufall und andere Kindergeschichten.


Ljudmila Ultzkaja
Ergebenst, euer Schurik

Aus dem Russischen von Ganna-Maria Branngardt
Carl Hanser Verlag, August 2005
ISBN 3-446-20665-5
496 Seiten, gebunden
24,90 Euro90008115&artiId=3527915"


Literatur Beitrag vom 02.12.2005 Sabine Grunwald 





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