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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 30.07.2003

Queer Crime
Jana Scheerer

Mord und Totschlag zwischen zwei Buchdeckeln: Die im Querverlag erschienene Anthologie versammelt 14 lesbisch-schwule Krimigeschichten. Und Vorsicht: Ermittelt wird sogar im Heterosexuellenmilieu!



Es ist dunkel. Sie sind allein zu Hause. Der Wind pfeift ums Haus. Die Dielen quietschen...Das ist die einzige Lebenslage, in der Sie auf keinen Fall "Queer Crime" lesen sollten. Denn in den Erzählungen über lesbische und schwule KommissarInnen, MörderInnen und Opfer geht es unheimlich zu - und das ist unheimlich spannend.

Dabei treffen sich Schreibweisen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Manuela Kay ist mit einem eher parodistischen Lesben-Krimi-Verschnitt über einen Mord im Szenemagazin "Motzstraße" vertreten - wohl frei nach dem Motto "Siegessäule meets Lindenstraße": Innerhalb kürzester Zeit wird ein riesiges Figurenensemble erschaffen, das sich in immer verwickelter werdenden Beziehungs- und Affärenkonstellationen um den Ermordeten gruppiert und viel Sex, aber keine Erotik bietet. Hier möchte die geneigte Leserin nicht die TäterIn erfahren, sondern wer für diese Personen wohl Modell stand...

Stella Duffy liefert mit "Der Versicherungsmann" eine Variation des "unzuverlässigen Erzählers": Die Täterin selbst berichtet die Geschichte und enthält dem Leser wichtige Informationen bis zum Schluss vor. Auch hier ist die Frage nach der MörderIn nicht entscheidend - die große Überraschung ist das Motiv der Täterin, das eine wirklich gelungene Pointe darstellt.

Unter den sechs im Buch vertretenen Autorinnen sind außerdem Ursula Steck, Katrin Kremmler, Thea Dorn, und Susanne Billig. Letztere überzeugt durch einen psychologisch interessanten Plot und eine mitreißende Sprache.
Ihre Protagonistin sitzt bereits im Gefängnis, als sie ihre Geschichte erzählt - oder doch nicht? Traum- und Erinnerungsfrequenzen lassen die Realität beim Lesen fragwürdig werden.

Herausgeberin Lisa Kuppler hat Amerikanistik und Geschichte studiert. Sie arbeitet als freie Lektorin, Ghost-Writerin und Übersetzerin, unter anderem hat sie das Hauptwerk des Krimi-Autors Mickey Spillane ins Deutsche übertragen. Und falls es die MörderInnen und TotschlägerInnen mal nicht mehr in den Büchern halten sollte, ist sie als Kampfsportlerin gut vorbereitet.

Auf jeden Fall bietet "Queer Crime" einen interessanten Querschnitt durch lesbisch-schwules Schreiben und zugleich ein paar Stunden spannende Unterhaltung. Ein gutes Buch für unterwegs, denn die TäterIn ist schon nach einer S-Bahnfahrt ermittelt. Noch besser ist es natürlich, sich mit der Süßen auf´ s Sofa zu kuscheln und eine Runde vorzulesen. Dann können die Dielen ruhig quietschen...



Lisa Kuppler (Hsg.)
Queer Crime
Lesbisch-Schwule Krimigeschichten

Querverlag, Februar 2002
ISBN 3-89656-076-X
Paperback, 303 Seiten
15,50 €90008115&artiId=1419441"

Literatur Beitrag vom 30.07.2003 AVIVA-Redaktion 





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