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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 25.10.2007

Das M├Ądchenschiff, Michal Zamir
Sharon Adler

Die 1964 in Tel Aviv geborene Tochter von Zvi Zamir, der zur Zeit des M├╝nchner Attentats von 1972 den Mossad f├╝hrte, zeichnet mit "Das M├Ądchenschiff" ein schonungsloses Bild der israelischen Armee.



Michal Zamir beschuldigt nicht, besch├Ânigt aber auch nichts. Sie macht das marode Innenleben der "st├Ąrksten Armee der Welt" sichtbar, die Verletzlichkeit der "Unbesiegbaren" und thematisiert deren trotzige Arroganz.
Als die junge Israelin wie viele andere ihren Wehrdienst bei "Zahal" auf einem Fortbildungsst├╝tzpunkt f├╝r h├Âhere Offiziere antritt, ist sie noch voller Ideale. Schnell muss sie jedoch erkennen, dass hier andere Gesetze herrschen: ├ťbergriffe der jungen Rekrutinnen durch h├Âher gestellte Offiziere sind an der Tagesordnung, Ausschabungen werden genehmigt, wenn frau erkl├Ąrt, von einem Araber vergewaltigt worden zu sein.
Die Macho-Gesellschaft h├Ąlt Einzug in das M├Ądchenschiff, das "in See sticht, wenn der Abend sinkt, wenn der Himmel ├╝ber dem St├╝tzpunkt in dunkelblau und schwarz verflie├čt, wenn ferne, ferne Sterne vielversprechend zu glitzern beginnen, wenn die Uhr f├╝nf zeigt und die Wache am Tor wechselt.."

In der Armee treffen sich alle ÔÇô die Durchgeknallten, die Traumatisierten, die Suizidgef├Ąhrdeten, die Tr├Ąumer, die Spie├čer, die Optimisten, die Anst├Ąndigen, die, die auf ihre Bef├Ârderung oder das Ende der Zeit bei Zahal warten - die gesamte Paradoxie des Lebens hat sich mit den rund siebzig Wehrpflichtigen, so scheint es, auf diesem St├╝tzpunkt versammelt. Eine Schicksalsgemeinschaft, die, wenn es darauf ankommt, Familiengeist entwickeln kann.

Zur Autorin: Michal Zamir wurde 1964 in Tel Aviv geboren und ist die Tochter von Zvi Zamir, der zur Zeit des M├╝nchner Attentats von 1972 den Mossad f├╝hrte. Sie hat als Achtzehn- bis Zwanzigj├Ąhrige ihren Armeedienst abgeleistet. "Das M├Ądchenschiff" sei nicht autobiographisch, sagt sie, aber trotzdem habe sie zwanzig Jahre gebraucht, ehe sie dieses Buch schreiben konnte.
Michal Zamir lebt mit ihrer Tochter in Tel Aviv.

Zur ├ťbersetzerin: Ruth Achlama, Jahrgang 1945, studierte in Heidelberg Jura, in Cincinnati Judaistik und in Jerusalem Bibliothekswissenschaften. Sie lebt seit 1974 in Israel und arbeit seit fast drei├čig Jahren als ├ťbersetzerin, so etwa f├╝r Werke von Amoz Oz, Abraham B. Jehoschua und Meir Shalev.

AVIVA-Tipp: "Das M├Ądchenschiff" ist ein mutiges und scharfsinniges Buch, eines, mit dem sich die Autorin Michal Zamir sicher nicht nur Freunde gemacht hat. Von der Presse wurde es begeistert aufgenommen, da die israelische Gesellschaft durchaus mit Kritik aus den eigenen Reihen umgehen kann. Schonungslos direkt, mit einer glasklaren Sprache, die unter die Haut geht, legt die Autorin die Zerrissenheit einer Gesellschaft frei, die durch den Krieg im Land gezeichnet ist, und deren Sehnsucht nach Normalit├Ąt durchdrungen ist von einem tiefen Schmerz.

Michal Zamir
Das M├Ądchenschiff

Originaltitel: Sfinat ha - Banot.
├ťbersetzt von Ruth Achlama
marebuchverlag Hamburg, erschienen September 2007
220 Seiten, gebunden
22,00 Euro [D] / sFr 37,00
ISBN 978-3-86648-065-0

Literatur Beitrag vom 25.10.2007 Sharon Adler 





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