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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2018 - Beitrag vom 13.12.2003

Leila Sebbar: Das verbotene Kleid
Katrin Brummund

Sechs Novellen, die die Beziehungen zwischen Algerien und Frankreich beleuchten. Aus der Sicht von jungen Arabern schildert Leila Sebbar das schwierige, aber bereichernde Miteinander zweier Kulturen



Die Eingangserzählung "Das Mädchen auf dem Balkon", welche titelgebend für die französische Originalausgabe war, ist eine von zwei Novellen, die sich in Algerien zutragen. Es ist die Geschichte einer verbotenen Liebe während des Krieges, eines Mädchens, das seine schwer umkämpfte Freiheit auf einem winzigen Balkon zelebriert, welcher Zuflucht und Zielscheibe zugleich ist.

Die Autorin Leila Sebbar erzählt aber auch von weiblichen Riten und Bräuchen, die unter dem Druck der brutalen Islamisierung unbeugsamen Freiheitsdrang demonstrieren und somit zum Symbol weiblicher Unabhängigkeit werden: Etwa wenn sich die Nachbarsfrauen zur nachmittaglichen Nähstunde treffen und dabei verbotene französische Schlager hören, oder die älteren Frauen im Hamam - einer Oase auch körperlicher Freiheit - Intrigen spinnen und sich an ihren Kuppeleien ergötzen.

Die meisten Erzählungen handeln indes von algerischen Immigranten in Frankreich, besonders von deren Kindern und ihrer Beziehung zu "den anderen" und ihrer Sicht auf das Prisma beider Kulturen.
Der Autorin gelingt es dabei mit Klischeevorstellungen aufzuräumen und Vorurteile abzubauen, indem sie die Hintergründe aufzeigt.

Für Leila Sebbar - selbst während der Zeit der Kolonialisierung in Algerien geboren - ist das Schreiben immer auch Arbeit an ihrer eigenen Erinnerung. Ihre Intention ist es, gegen das Vergessen im Exil anzuschreiben und Erinnerungen an die jüngste Geschichte Algeriens wachzuhalten.
Für ihr Buch "Das verbotene Kleid" erhielt Leila Sebbar 1997 den Prix Lecture Jeune.

Der AVIVA-Tipp: Aufschlussreich und spannend nicht nur für Jugendliche.



Leila Sebbar
Das verbotene Kleid

Altberliner Verlag, August 1997
ISBN/EAN 3-357-00758-4
€ 11,25200341112575"


Literatur Beitrag vom 13.12.2003 Katrin Brummund 





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