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AVIVA-BERLIN.de im Februar 2021 - Beitrag vom 14.06.2015


Marina Gärtner - SPACES. Freie Kunsträume in Deutschland
Sharon Adler

Der erste Städteguide für Deutschland, der den Fokus speziell auf die kulturelle Szene abseits etablierter Museen und Galerien richtet. Vorgestellt werden 166 Kunsträume und Offspaces in 28 Städten




Wer von Stuttgart nach Berlin reist, um in der Hauptstadt ein Wochenende zu verbringen, stellt bei der Planung und Recherche für schnell fest, dass häufig neben den "großen Namen" der Galerien und Museen wenig zu finden ist von der kreativen Szene der Stadt.
Wer sich wiederum gern treiben lässt und lieber spontan Orte und Menschen entdeckt, stellt beim nächsten Besuch in der Stadt schnell fest, dass viele dieser Orte nicht mehr existent, aber dafür unzählige neue Kunsträume entstanden sind.

Denn: außerhalb der etablierten Galerien und großen Museen gibt es eine lebendige Kunstwelt, die, die Adrienne Goehler während ihrer Zeit als Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Berlin einmal so treffend als "Gestrüpp" bezeichnet hat. Tag für Tag entstehen neue Kunsträume - in Hinterhäusern, Hinterhöfen, leerstehenden, verlassenen Gebäuden wie etwa Fabriken, oder auch Laden- und Privatwohnungen. Manche dieser Räume werden über Jahre betrieben, andere sind als sogenannte "Mobile Räume" temporär angelegt oder sie installieren sich an wechselnden Orten neu.

Durch Interviews mit Initiator_innen und Künstler_innen präsentiert "SPACES" genau diese subkulturelle Entwicklung. Sowohl die Fragen als auch die Antworten geben einen guten Ein- und Überblick in aktuelle Diskurse wie unter anderem die "Anerkennung der Möglichkeit einer freien künstlerischen Szene in der Stadt" oder Wag- und Hindernisse, Förderung(en) von Offspaces, (Un-)Möglichkeiten der Kunstvermittlung sowie inhaltliche Positionierungen.

Kommunikationsdesignerin Marina Gärtner, die für Konzeption, Recherche und Gestaltung gleichermaßen verantwortlich ist, liefert mit "SPACES" wertvolle Informationen und Impulse. Sie richtet sich an Kunst- und Kulturschaffende ebenso, wie an Kunst und Kultur Interessierte, die sich abseits des Mainstreams bewegen. Wer mit Initiator_innen und Künstler_innen ins Gespräch kommen möchte und/oder selbst Kulturschaffende_r und auf der Suche nach Ausstellungsorten ist, findet in diesem gut und übersichtlich gestalteten Buch eine Vielzahl von Möglichkeiten.

Graphisch reduzierte Stadtkarten und ein Register dokumentieren den Standort der "Spaces" und dienen der geographischen Orientierung. Ob nur interessiertes Blättern oder intensives Lesen: SPACES ist ein guter Begleiter beim Neuentdecken der Kunstwelt in der eigenen Stadt oder beim Trip in andere Orte innerhalb Deutschlands.

AVIVA-Tipp: Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt der Städteguide "SPACES. Freie Kunsträume in Deutschland" nicht. Dass das aufgrund der Dynamik in der Offspace-Szene kaum möglich ist, liegt in der Natur der Sache. Die Herausgeberin und Initiatorin Marina Gärtner ruft die Leser_innen dieses erstmalig erschienenen Städteguides daher dazu auf, für die kommende Ausgabe Kunsträume oder Projekte unter "NEUER SPACE" auf der Website oder per e-Mail vorzuschlagen.

Zur Autorin: Marina Gärtner, mehrfach ausgezeichnete Kommunikationsdesignerin, Künstlerin, Galeristin, Mitbegründerin des Verlags Prima.Publikationen und Kuratorin.
Entstanden ist SPACES als Diplomarbeit im Fachbereich Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Marina Gärtner lebt und arbeitet nach Stationen in Stuttgart, Amsterdam und Dresden in Basel und ist seit 2015 selbständig.


SPACES. Freie Kunsträume in Deutschland
Marina Gärtner

Deutscher Kunstverlag, erschienen März 2015
392 Seiten mit 242 farbigen Abbildungen und Karten, 11,5 × 18,5 cm, Klappenbroschur, 2 Lesebändchen
ISBN: 978-3-422-07310-4
Preis (inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten): 9,90 € (D)

Mehr Infos unter:

www.deutscherkunstverlag.de

www.spaces-guide.de

www.fb.com/spacesguide

www.marinagaertner.de/SPACES


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Adrienne Goehler - Verflüssigungen. Wege und Umwege vom Sozialstaat zur Kulturgesellschaft

Exhibitions und Art Events in Berlin




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Beitrag vom 14.06.2015

Sharon Adler 






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