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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 19.11.2016

Eran Shakine - A Muslim, a Christian and a Jew knocking on Heaven┬┤s Door
AVIVA-Redaktion

Vom 28. Oktober 2016 bis 5. M├Ąrz 2017 pr├Ąsentierte das J├╝dische Museum Berlin den israelischen K├╝nstler Eran Shakine mit seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland. Der gleichnamige Bildband ist im Hirmer Verlag erschienen.



Ein Trio auf der Suche nach Gl├╝ck

Die Ausstellung "A Muslim, a Christian and a Jew" zeigte etwa 40 gro├čformatige Zeichnungen auf Papier und Leinwand sowie drei Metallskulpturen in der Eric F. Ross Galerie.

Setzte sich Eran Shakine in seinen mit "Sunny Side Up" betitelten Arbeiten mit dem Status und Charakter von Kunst auseinander, untersucht der K├╝nstler in seiner aktuellen Serie "A Muslim, a Christian and a Jew" humorvoll-kritisch die Frage nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der drei gro├čen Weltreligionen Islam, Christentum und Judentum.

Ein Trio auf der Suche nach Gl├╝ck

Der Ausstellungstitel spielt auf den Anfang eines Witzes an, der Stereotype bedient. In skizzenhaften Zeichnungen aus ├ľlwachskreide erkunden ein Moslem, ein Christ und ein Jude als ├Ąu├čerlich nicht unterscheidbares Trio das Leben. Auf der Suche nach den gemeinsamen Urspr├╝ngen ihrer Religionen geraten sie in allt├Ągliche und absurde Situationen und begegnen Personen wie Moses, Buddha und Nelson Mandela. "Ich lache nicht ├╝ber Religion. Ich lache ├╝ber das menschliche Verhalten", kommentiert Eran Shakine seinen Ansatz, sich humorvoll mit religi├Âsen Kontexten auseinanderzusetzen.

Der lockere Strich der Zeichnungen t├Ąuscht auf den ersten Blick: Die scheinbar fl├╝chtig gezeichneten Bildgeschichten f├╝hren g├Ąngige Ressentiments mit hintergr├╝ndigem Humor ad absurdum, an ihre Stelle r├╝ckt der interreligi├Âse Dialog als sein ernsthaftes Anliegen. "Wenn man all das entfernt, was wir nutzen, um uns voneinander abzugrenzen, haben wir alle das gleiche Grundbed├╝rfnis: Gl├╝ck", sagt Shakine ├╝ber seine Serie.

Kunst als Spiegel der Kultur und Gesellschaft

Eran Shakines Werk umfasst Zeichnungen, Gem├Ąlde und Skulpturen bis hin zu Kunst im ├Âffentlichen Raum. Shakine selbst betont den Einfluss von Street-Art auf sein Schaffen, mit der er sich intensiv in den 1980er Jahren auseinandergesetzt hat, als er selbst in New York lebte. Seine Kunst versteht er dabei immer als Spiegel der Kultur und Gesellschaft. In seinen immer wieder augenzwinkernden Arbeiten widmet er sich Themen wie den Mechanismen des Kunstbetriebs, dem Zusammenhang von Selbstbild und Image oder dem Verh├Ąltnis der Religionen. Seine j├╝ngste Serie "A Muslim, a Christian and a Jew" ist auch gepr├Ągt von der pers├Ânlichen Erfahrung des Lebens in Israel: "Im Nahen Osten zu leben, ist, als lebte man im Auge eines Sturms. Als w├╝rde man versuchen, auf einem Vulkankrater ein normales Leben zu f├╝hren."

Eran Shakine wurde 1962 als Sohn eines franz├Âsischen Vaters und einer ungarischen Mutter in Israel geboren. Beide Eltern kamen als Holocaust-├ťberlebende nach Israel. Nach einigen Jahren in Paris, London und New York lebt und arbeitet er heute in Tel Aviv. Seine Werke wurden in Einzelausstellungen in New York sowie in London, Paris, Br├╝ssel, Toronto und Tel Aviv ausgestellt. Sie finden sich in den Sammlungen des British Museums, im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum, Tel Aviv Museum of Art, Israel Museum und zahlreichen Privatsammlungen.

Der Bildband "Eran Shakine. A Muslim, a Christian and a Jew Knocking on Heaven┬┤s Door", herausgegeben von J├╝rgen B. Tesch, mit einem Vorwort von Edward van Voolen, ist im Hirmer Verlag erschienen (96 Seiten, 44 Abbildungen, deutsch/englisch, Buchhandelspreis: 9,90 Euro).

Weitere Informationen finden Sie unter: www.jmberlin.de/eran-shakine und www.eranshakine.com sowie www.hirmerverlag.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Eran Shakine - Sunny Side Up
Wer denkt, simple ├ľlkreidezeichnungen seien nicht mehr als Schmierereien, wird hier eines Besseren belehrt. Die unpr├Ątenti├Âsen Arbeiten eines israelischen K├╝nstlers entpuppen sich auf den zweiten Blick als eine Meditation ├╝ber den Status und Charakter von Kunst selbst. (2011)


Quelle: J├╝disches Museum Berlin, Hirmer Verlag

Literatur > Art + Design Beitrag vom 19.11.2016 AVIVA-Redaktion 





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