Jüdische Miniaturen - Walter Homolka u. Elias H. Füllenbach - Rabbiner Leo Baeck - Ein Lebensbild - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Literatur Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2021 - Beitrag vom 04.03.2009


Jüdische Miniaturen - Walter Homolka u. Elias H. Füllenbach - Rabbiner Leo Baeck - Ein Lebensbild
Iella Peter

W. Homolka und E.H. Füllenbach würdigen mit "Rabbiner Leo Baeck" Leben und Arbeit dieses großen Vordenkers und beschreiben eindrucksvoll seine Rolle als jüdische Leitfigur des 20. Jahrhunderts.




Ein bedeutendes Leben führte Rabbiner Leo Baeck. Geboren 1873 in Polen, studierte er am bekannten Breslauer Seminar, am orthodoxen Rabbinerseminar Berlin und schließlich bis 1897 an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. Dreißig Jahre war er als Gemeinderabbiner in Berlin tätig und lehrte an der jüdischen Hochschule. Er forschte viel und besonders sein Hauptwerk "Das Wesen des Judentums", 1905 veröffentlicht, löste eine öffentliche Kontroverse aus. Baeck wendete sich gegen den Kirchenhistoriker Adolf von Harnack, der in einer eigenen Schrift die jüdische Religion scharf kritisiert und herabgesetzt hatte.

Für den liberalen Theologen Baeck galt: "Im Judentum soll die Religion nicht nur erlebt, sondern gelebt werden, sie soll nicht eine Erfahrung des Lebens sein, sondern seine Erfüllung sein (...)."

Dieses und weitere Zitate Baecks finden sich im vorliegenden Buch und schaffen so ein lebendiges Bild des Gelehrten.
Auch der weitere Lebensweg Leo Baecks wird ausführlich beschrieben. 1943 wurde er nach Theresienstadt deportiert und verbrachte dort zwei Jahre in Haft. Unter den Mitgefangenen nahm er eine besondere Rolle ein, denn Leo Baeck sorgte sich auch in dieser Umgebung um das Seelenheil der Inhaftierten. Er selbst begriff sich als "Mittelpunkt eines sittlichen Widerstandes" und hielt Gottesdienste und Vorlesungen im Lager. Im Jahre 1945 emigrierte er nach London und starb dort am 2. November 1956.

Walter Homolka, selbst Rabbiner, und Elias H. Füllenbach, Dominikanerpater und Vorstandsmitglied der Düsseldorfer Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, verdeutlichen mit der reich bebilderten Kurzbiografie "Rabbiner Leo Baeck – Ein Lebensbild" die enorme Bedeutung Baecks für die Entwicklung des modernen Judentums und seine Rolle als jüdische Identifikationsfigur des 20. Jahrhunderts. Er war eine moralische Instanz dieser Zeit, da er selbst im größten Leid der Shoa nicht die Hoffnung verlor. Sein besonderes Interesse galt immer dem christlich-jüdischen Dialog und leistete in diesem Bereich Pionierarbeit. Walter Homolka und Elias H. Füllenbach nähern sich dem Phänomen Leo Baeck auf geradlinige und klare Weise. Die einzelnen Stationen Baecks Leben werden von Ihnen gut strukturiert präsentiert und sind doch erfüllt von der einzigartigen Ausstrahlung dieses großen Rabbiners und Religionsphilosophen.

AVIVA-Tipp: Eine Hommage an das Leben dieses bedeutenden Rabbiners und Religionsphilosophen ist den beiden Autoren Homolka und Füllenbach hier gelungen. Anschaulich und lebendig erzählt, überzeugt diese Biografie gerade durch sein kleines, handliches Format.

Walter Homolka u. Elias H. Füllenbach
Jüdische Miniaturen 75 - Rabbiner Leo Baeck

Hentrich & Hentrich Verlag, erschienen Dezember 2008
ISBN 978-3-938485-84-2
Preis: 7,80 Euro
88 Seiten, Kartoniert, 15,5 x 11,5 cm, mit 28 Abbildungen


Literatur > Jüdisches Leben

Beitrag vom 04.03.2009

AVIVA-Redaktion 






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