Irene A. Diekmann und Elke-Vera Kotowski - Geliebter Feind, gehasster Freund. Antisemitismus und Philosemitismus in Geschichte und Gegenwart - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Literatur Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de im Februar 2021 - Beitrag vom 16.07.2009


Irene A. Diekmann und Elke-Vera Kotowski - Geliebter Feind, gehasster Freund. Antisemitismus und Philosemitismus in Geschichte und Gegenwart
Sharon Adler

Der Sammelband enthält vierunddreißig Beiträge von europäischen, israelischen und amerikanischen WissenschaftlerInnen verschiedener Fachgebiete, die sich mit Teilaspekten des Philosemitismus...




...beschäftigt haben.

Gilt es in gewissen Kreisen nicht als schick, jüdische FreundInnen zu haben? Haben wir nicht alle schon einmal den Satz gehört: "Ich habe ja nichts gegen Juden, aber..."? Und ist es nicht unglaublich politisch korrekt, auf (wohlgemerkt größtenteils gojischen) Klezmerkonzerten mitzuklatschen?

Die Begriffe "Antisemitismus" und "Philosemitismus" tauchen erstmals während des so genannten Antisemitismusstreits zu Beginn der 1880er-Jahre auf. "Philosemitisch" – als Gegensatz zu "antisemitisch" gebildet – umschreibt eine eher judenfreundliche Haltung, die sowohl wertneutral-beschreibend als auch polemisch, wenn nicht gar denunziatorisch gemeint sein kann. Das Substantiv "Philosemitismus" wurde offenbar von deutschen Antisemiten geprägt, die es in polemischer Absicht gegen den deutschen Linksliberalismus verwendeten, der in ihren Augen das Sprachrohr des reichen jüdischen Großbürgertums war. Im Gegensatz zum Antisemitismus ist der Philosemitismus als Gesamtphänomen noch wenig erforscht.

Der Sammelband widmet sich genau diesen Fragen, er enthält die Beiträge der internationalen Tagung "Geliebter Feind – gehasster Freund. Philosemitismus in Geschichte und Gegenwart", die im Juni 2007 im Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam anlässlich des 65. Geburtstages von Prof. Dr. Julius H. Schoeps stattfand. Die Einzelergebnisse und das breit gefächerte Themenspektrum aus allen Epochen ermöglichen eine Gesamtschau des Phänomens Philosemitismus, dessen historische Entwicklung und Bedeutung, sowie landestypische Ausprägungen, die über den ExpertInnenkreis hinaus auch für ein breiteres Publikum interessant ist.

Die Herausgeberinnen:

Dr. Irene A. Diekmann
ist Historikerin. Sie ist stellvertretende Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere Geschichte II an der Universität Potsdam.

Dr. Elke-Vera Kotowski ist Politologin und Historikerin. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam.

Die Autorinnen und Autoren:
Claus E. Bärsch, Pedro Barcelò, Albert Bruer, Micha Brumlik, Dagmar Reese, Ulrike Brunotte, Stephen G. Burnett, Klaus Ebert, Klaus Faber, David G. Goodman, Stephan Grigat, Wolfgang E. Heinrichs, Hans J. Hillerbrand, Gregor Hufenreuter, Thomas Käpernick, Wolfram Kinzig, Andras Kovacs, Elisabeth Kübler, Gerhard Langer, Gary Lease, Alan Levenson, Robert Liberles, Albert Lichtblau, Thomas Mittmann, Yves Patrick Pallade, Helmut Peitsch, Margit Reiter, Lars Rensmann, Claudia Sonino, Christina Spaeti, Liliane Weissberg, Ulrike Zander, Moshe Zuckermann.

AVIVA-Tipp: Die in dem Sammelband und Tagungsdokumentation "Geliebter Feind, gehasster Freund" unter unterschiedlichen Aspekten vorgestellten Beiträge der ForscherInnen ermöglichen einen umfassenden Blick in das komplexe Thema des Philosemitismus, wenn es um Stereotype, Klischeebildung und Ressentiments geht. Also überall dort, wo – versteckter oder offener - Antisemitismus in all seinen Ausprägungen vorhanden ist. Dank der hochspannenden Beiträge wird der Leserin einmal mehr bewusst, dass wir in unserer Wahrnehmung noch sensibler sein müssen.

Irene A. Diekmann / Elke-Vera Kotowski (Hg.)
Geliebter Feind, gehasster Freund
Antisemitismus und Philosemitismus in Geschichte und Gegenwart

Neue Beiträge zur Geistesgeschichte, Bd. 7
Verlag für Berlin-Brandenburg, erschienen Juni 2009
756 S., 34 s/w-Abb., Hardcover, Format: 15,0 x 22,0 cm
36,90 Euro
ISBN 978-3-86650-334-2

(Quelle: Verlag für Berlin-Brandenburg)


Literatur > Jüdisches Leben

Beitrag vom 16.07.2009

Sharon Adler 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte

. . . . PR . . . .

Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte
Jüdisch. Solidarisch. Antirassistisch. Der Essayband mit einem Vorwort von Aleida Assmann knüpft an die beiden Aufsatzbände "Übungen jüdisch zu sein" und "Mit Eichmann an der Börse" an.
Mehr zur Autorin, zum Buch, sowie Bestellung unter: www.mandelbaum.at

Anne Waak - Wir nennen es Familie

. . . . PR . . . .

Wir nennen es Familie von Anne Waak
Wenn die Kleinfamilie nicht das große Glück verspricht, beginnt die Suche nach anderen Formen des Zusammenlebens. Anne Waaks Buch inspiriert dazu, die Familienform zu entdecken, die am besten zu einem passt und in der die Verantwortung für Kinder fair geteilt wird.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.edition-koerber.de

Hila Amit - Hebräisch für Alle. Von der Sprache zur Vielfalt.

. . . . PR . . . .

Hila Amit - Hebräisch für Alle
Das erste queere und feministische Hebräisch-Lehrbuch in Deutschland. Das Arbeitsbuch enthält zahlreiche lebensnahe Beispiele und Übungen, um den Wortschatz direkt anzuwenden und zu verinnerlichen.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.edition-assemblage.de

Daniela Schenk - Mein Herz ist wie das Meer

. . . . PR . . . .

Daniela Schenk - Mein Herz ist wie das Meer
Amelies fester Vorsatz, sich von der Liebe fernzuhalten, gerät ins Wanken, als sie auf einer Zugfahrt der zauberhaften Zazou begegnet … Ein Buch, das die komplizierte Krankheit Bipolarität nicht beschönigt, aber Hoffnung macht. Und uns manches Mal befreiend lachen lässt.
Mehr zum Buch und Bestellinfos: www.krugschadenberg.de

Maria Nurowska - Briefe aus Katyn

. . . . PR . . . .

Maria Nurowska - Briefe aus Katyn
Polen vor dem 2. Weltkrieg: Janina Lewandowska lässt sich zur Pilotin ausbilden. 1939 heiratet sie ihren Fluglehrer Mieczysław Lewandowski, gerät aber nach Kriegsausbruch in russische Kriegsgefangenschaft...
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de

Ahima Beerlage - Riss in der Zeit

. . . . PR . . . .

Ahima Beerlage - Riss in der Zeit
Jana geht nicht gern unter Menschen. Und erzählt nie von ihrer Vergangenheit. Ihre Lebensgefährtin Frauke verbucht das unter "wortkarge Butch". Als Jana ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit gerät, ändert sich das Leben der beiden Frauen radikal.
Mehr zum Buch und Bestellinfos unter: www.krugschadenberg.de


Kooperationen

editionfuenf
HentrichHentrich
AvivA-Verlag
ebersbach-simon
Krug & Schadenberg -  Der Verlag für lesbische Literatur