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AVIVA-BERLIN.de im Februar 2021 - Beitrag vom 20.06.2009


Susanne Neuffer - Frau Welt setzt einen Hut auf
Clarissa Lempp

In Susanne Neuffers Erzählungen treffen die Sehnsüchte und Ängste ihrer ProtagonistInnen auf eine scheinbar surreale Wirklichkeit. Leise, klug und witzig erzählt die Autorin vom skurrilen Leben.




Eine Tote kämpft gegen das Vergessen an, ein Osterbrunch wird zur persönlichen Ehekrise, eine Künstlerin trägt unpassende Eichendorff Gedichte an Senioren-Geburtstagen vor, eine Hutmacherin entkommt der städtischen Tristesse in den Armen eines Landburschen. Susanne Neuffers Erzählungen blicken auf die Anstrengungen, sich tapfer durchs Leben zu schlagen und verweilen bei den Momenten, in denen die Menschen den Sinn und Unsinn am eigenen Tun hinterfragen.

Absurd-melancholisch beschreibt sie diese Augenblicke, ihre Figuren treten dem Leben in einer empfindsamen Widerspenstigkeit entgegen, die weniger nach Scheitern schmeckt, als nach dem Willen, das Leben zu verstehen. So sind keine psychologischen Diagramme entstanden, sondern leichte, poetisch augenzwinkernde Geschichten über das Dasein.


Zur Autorin: Susanne Neuffer wurde 1951 in Nürnberg geboren und lebt heute in Hamburg. Bisherige Veröffentlichungen: Prosa in der FrankfurterRundschau, der Süddeutschen Zeitung und der NDL. 1996 Förderpreis für Literatur der Kulturbehörde Hamburg, 1999 2. Preis im Bettina-von-Arnim-Wettbewerb der Zeitschrift Brigitte. Walter-Serner-Preis 2007 für "Sie hören im Anschluß die Nationalhymne".
"Schreiben ist ein gemischtes Vergnügen, genau genommen gar keins, sondern eine ungesellige Tätigkeit. Sie ist eine Süddeutsche, die in den Norden geraten ist, 1951 geboren, immer schon schreibend (Gedichte, Gebrauchstexte, dann Kurzgeschichten, Erzählungen und Längeres). Schreiben zwingt zur Zuschauerrolle, die Geschichten sind überall: auf der Straße, im Museum, im Laden, im ICE, am Arbeitsplatz. Die Figuren sind etwas ratlose, aber untragische Existenzen, die zu Täuschungen und Selbsttäuschungen neigen, Sie renne ihren Sehnsüchten hinterher und suchen sich Plätze im Ungefähren. Den Stoff liefern der Alltag, das Mysterium, das laut Beuys am Hauptbahnhof beginnt, und die Erfahrungen einer verunsicherten Generation. Sie liest gerne ihre Geschichten vor und beobachtet dann, ob sie ihre Leser finden." (Selbstbeschreibung auf der Homepage der Autorin: www.susanne-neuffer.de)

AVIVA-Tipp: Neuffers Erzählungen lassen schmunzeln, stocken, grübeln und wundern, aber immer tun sie etwas mit der/dem LeserIn. Die Wortkunst der Autorin liegt in einem einfallsreichen, lakonisch- kurzweiligen Stil, der manchmal fast naiv, aber doch immer klug daher kommt. Sie lässt ihre Figuren nie zu weit abrutschen, auch wenn sie ihnen den Boden unter den Füßen wegzieht. So sind Neuffers Geschichten zwar keine, die von den besten Seiten des Lebens erzählen, die eine/n aber doch am Ende um das Bessere wissend entlassen.


Susanne Neuffer
Frau Welt setzt einen Hut auf und andere Erzählungen

Maro Verlag, erschienen 2006
188 Seiten, Broschur
ISBN-13: 978-3-87512-280-0
14,00 Euro


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Beitrag vom 20.06.2009

Clarissa Lempp 






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