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Chanukka 5782




AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2021 - Beitrag vom 31.03.2004


Das Neuköllnbuch.
Sharon Adler

Bekannte Neuköllner Lokalgrößen wie Tanja Dückers, Manuela Kay, Verena Sarah Diehl, Käthe Kruse, Annette Berr, Heiko von Schrenk und viele andere schreiben über ihren heißgeliebten Bezirk.




Wohl kaum ein anderer Berliner Stadtteil löst derart kontroverse Gefühle aus wie dieser. Neukölln, ähnlich wie Wedding im Norden, war schon immer ein "Arbeiterbezirk". Die einfachen Leute leben hier. Verkehrsgünstig zu Kreuzberg gelegen, fühlt sich hier allerdings ebenso die linke Szene zuhause wie TürkInnen, AraberInnen, Kampfhunde aller Arten und - Eckkneipen. Denn die gibt es hier an jedem rechten oder spitzen Winkel. Hier gibt es keine Szenekneipen und auch keine sonstigen Attraktionen. Nicht einmal die Autobahn wurde fertiggebaut. Doch immerhin besitzt Neukölln das größte Sozialamt Europas!

Die 320.000 EinwohnerInnen tummeln sich mit ihren Haustieren in der Hasenheide, treffen sich zum Shoppen bei Karstadt am Hermannplatz, im "Zauberkönig" in der Karl-Marx-Straße, wenn es darum geht, sich ein paar Pappnasen zu besorgen, oder vielleicht noch im neugestalteten Körnerpark. Der Kindheitskulisse der Autorin dieser Zeilen übrigens. Damals gab es dort noch keine Galerie, nur ein paar steinerne Löwen und eine einsturzgefährdete, abgesperrte Brücke, über die man laufen musste, wollte man bei den anderen Knirpsen nicht als Angsthase gelten.

Wie lebt es sich also heute in Neukölln?
Aufschluss darüber wollen die AutorInnen dieses Bandes geben.
In dem Neukölln des "Titanic"-Autors Christian Y. Schmidt riecht es nach "nicht gegessener Blumenerde, zu feuchter Bettwäsche und altem Kaffeesud. Türkische Kinder spieln auf der Straße "Abstechen und Erschießen."
Verena Sarah Diehl schreibt eindrucksvoll darüber, dass die "Neuköllner Lesben von hinten so aussehen, wie die türkischen Boys aus Bad Camberg-Erbach."
Heike Runge erzählt, wie es auf der "Singenden, Klingenden Sonnenallee" zugeht, und Manuela Kay schließlich meint: "Neuköllnerinnen ficken besser".

Das alles und noch mehr können Sie nachlesen im Kurzgeschichten-Band "Neuköllnbuch", erschienen im Verbrecher-Verlag. Am besten in der U-Bahn, Linie U8.

Und wenn die Neuköllner sich nicht "totgesoffen" haben, dann leben sie noch heute. Irgendwo zwischen Sonnenallee und Karl-Marx-Straße.





Neuköllnbuch
Hrsg.: Jörg von Sundermeier, Verena Sarah Diehl, Werner Labisch
Mit Texten und Bildern von
: Doris Akrap, Annette Berr, Thomas Blum, Peter O. Chotjewitz, Simona Cruciani, Verena Sarah Diehl, Tatjana Doll, Tanja Dückers, Oliver Grajewski, Monika Großerüschkamp, Meike Jansen, Manuela Kay, Thomas Keck, Jürgen Kiontke, Käthe Kruse, Kirsten Küppers, Leonhard Lorek, OL, Heike Runge, Andreas Rüttenauer, Sarah Schmidt, Christian Y. Schmidt, Heiko von Schrenk, Sonja Vogel und Deniz Yücel.
12,30 EURO
ISBN/EAN 3-935843-28-3
Verbrecher Verlag, erschienen im Dezember 2003
183 Seiten
Kartoniert200208039775" .




In der gleichen Reihe bisher erschienen: Kreuzbergbuch (2002), das Mittebuch (2003).




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Beitrag vom 31.03.2004

Sharon Adler 






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