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AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 08.03.2003


Religion, Politik und Gender
Jessica Cohen

Ein Workshop vom 4. bis 6. April im Rahmen des Projektes Sarah Hagar bietet ein interkulturelles Forum für Frauen, die in unterschiedlichen religionspolitischen Zusammenhängen tätig sind




Das durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Projekt Sarah - Hagar verknüpft die Bereiche Religion, Politik und Gender miteinander. Religion wie Politik dienen der Gestaltung und der Organisation von Gemeinschaft. Sie sind an der Entstehung, Ausgestaltung und Zuweisung von sozialen Rollen und Geschlechterrollen entscheidend beteiligt.
Frauen, die daran gearbeitet haben, starre Rollenzuweisungen aufzubrechen, stoßen innerhalb ihrer Gemeinschaften auf ähnliche Probleme.
Ihre Erfahrungen können Frauen im Rahmen des Projektes Sarah - Hagar austauschen.

Sarah und Hagar sind zwei zentrale Frauenfiguren der Bibel, die durch Abraham eng miteinander verbunden sind. Die Bibel erzählt, dass die aus Ägypten stammende Hagar Sarahs Magd war. Diese Stellung ist allerdings nicht als entwürdigend zu verstehen, da in biblischer Zeit und in biblischem Recht Diener und Magd Mitglieder der Hausgemeinschaft sind. Hagar wurde wegen Sarahs Kinderlosigkeit Abraham, Sarahs Mann, zugeführt.

Sarah ist die Matriarchin Israels, Hagar die Matriarchin Arabiens.
So schildert es das Alte Testament, das vor der Geburt Jesus´ verfasst wurde, d.h. vor der Herauslösung des Christentums aus dem Judentum. Dass Sarah die Mutter der Jüdinnen und Juden ist, bedeutet also, dass Christinnen und Christen ebenfalls ihre Töchter und Söhne sind.

Die Interpretation dieser biblischen Erzählung ist religionspolitisch hoch brisant. Araber und Juden sind Verwandte, die über weite Flächen des Nahen Ostens verstreut leben. Beide haben eine Vielzahl von Stämmen, die alle vom gleichen Stammvater Abraham / Ibrahim abgeleitet werden. Heutzutage bekunden Eltern eine neue Verbundenheit mit der symbolträchtigen Geschichte Hagars, indem sie ihren Töchtern erstmals in der Geschichte des Judentums ihren Namen geben.

Das Projekt Sarah - Hagar konzentriert sich auf die drei monotheistischen, die sogenannten abrahamitischen Religionen: Judentum, Christentum und Islam. Als Forum für Frauen gedacht, die in unterschiedlichen religionspolitischen Zusammenhängen tätig sind, zielt es darauf ab, einen Beitrag zur interkulturellen und interreligiösen Verständigung zu leisten.

Im Rahmen des Projektes Sarah - Hagar wird vom 4. bis 6. April 2003 ein Workshop zum Thema "Mahl - Gemeinschaft und Gerechtigkeit" angeboten, an dem Sie kostenfrei teilnehmen können. Bei gemeinsamen Mahlzeiten in einer religiös gemischten Gruppe geht es darum, mehr voneinander zu erfahren. Was darf die Andere entsprechend ihrer religiösen Tradition wann essen und was warum nicht? Was bedeutet es, eine bestimmte Speise zu essen, was bedeutet es, zu fasten? Der Workshop ist ein Projekt der Überparteilichen Fraueninitiative Berlin - Stadt der Frauen. Er wird im Haus der Demokratie und Menschenrechte (Prenzlauer Berg) stattfinden.

Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei.Unbedingt erforderlich ist eine Anmeldung bis zum 31.03.2003 unter Angabe von Name, Adresse, E-Mail (wenn vorhanden) und Telefon (fakultativ).
Bitte geben Sie auch an, ob Sie Kinderbetreuung benötigen.

Für weitere Informationen klicken Sie sich bitte weiter: www.sarah-hagar.de
E-mail: klingspor@sarah-agar.de
Ansprechpartnerin: Nane Klingspor
Tel.: (030) 30 82 32 42
Fax: (030) 30 82 32 41


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Beitrag vom 08.03.2003

AVIVA-Redaktion