Forderungen der Frauen des gendercc-Netzwerks f├╝r die Bali-Roadmap - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Finanzkontor
AVIVA-Berlin > Public Affairs AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Politik + Wirtschaft
   Diskriminierung
   Veranstaltungen in Berlin
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 13.12.2007

Forderungen der Frauen des gendercc-Netzwerks f├╝r die Bali-Roadmap
Franziska Eva-Maria Steier

Erstmals in der Geschichte der UN-Klimarahmenkonvention UNFCCC formuliert ein internationales Frauennetzwerk eine Geschlechterperspektive f├╝r die wesentlichsten Verhandlungsthemen der...



...UN-Klimakonferenz: gendercc. Der weltweite Zusammenschluss von Frauen f├╝r Klimagerechtigkeit stellte auf der Klimakonferenz in Bali am 07.Dezember 2007 seine gemeinsamen Positionspapiere vor.

Frauen sind am st├Ąrksten vom Klimawandel betroffen: Sie spielen zugleich auch eine Schl├╝sselrolle in einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung. Ihr Wissen und ihre Erfahrung sind fundamental f├╝r eine erfolgreiche Minderung des Klimawandels und der notwendigen Anpassung an ein ver├Ąndertes Weltklima.

Die Aktivistinnen von gendercc fordern, dass zuk├╝nftige Klimaschutzma├čnahmen im Rahmen einer geschlechtergerechten und nachhaltigen Politik entwickelt werden, anstatt sie ausschlie├člich durch ├Âkonomische Faktoren bestimmen zu lassen. Um den Klimawandel wirksam einzud├Ąmmen, m├╝ssen dessen Ursachen grundlegender angegangen werden.

Ulrike R├Âhr, Koordinatorin des gendercc-Netzwerks, erkl├Ąrt: "Wir m├╝ssen die vorherrschende Perspektive hinterfragen, die sich haupts├Ąchlich auf Technologien und M├Ąrkte konzentriert. Gerechtigkeit und Verantwortung m├╝ssen ins Zentrum der Mechanismen und Ma├čnahmen r├╝cken."

R├Âhr sagt weiter: "Das Fehlen der Geschlechterperspektive im gegenw├Ąrtigen UN-Klimaprozess verletzt nicht nur die Menschenrechte von Frauen - und damit fundamentale Prinzipien der internationalen Gemeinschaft - sondern es f├╝hrt auch zu einer eingeschr├Ąnkten Wirksamkeit und Effizienz von Klimaschutzinstrumenten und -ma├čnahmen." Diese Auffassung wird vom Pr├Ąsidenten der UN-Klimakonferenz, dem indonesischen Umweltminister Rachmat Witoelar, geteilt. Bei einem Treffen mit dem indonesischen Forum Zivilgesellschaft hat Witoelar seine Unterst├╝tzung bei der Verankerung von Geschlechtergerechtigkeit in den Ergebnissen der Konferenz in Bali zugesagt.

Ihre Unterst├╝tzung f├╝r die Umsetzung des Gender Mainstreaming im Klimaprozess sagten unter anderem auch Stavros Dimas, die Sprecherin des EU-Kommissars f├╝r Umwelt, June Budhooram als Vertreterin des UN-Klimasekretariats sowie die Ministerinnen und Vertreterinnen der Delegationen von S├╝dafrika, Fidschi und Tuvalu zu. Diese hatten die Positionspapiere der Frauen auf einer Veranstaltung diskutiert, die von genanet in Zusammenarbeit mit dem Entwicklungs- und Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNDP und UNEP) sowie der Ern├Ąhrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) organisiert worden war.

Die Frauen fordern die Regierungen dazu auf, bei der Bali-Roadmap folgende Punkte zu ber├╝cksichtigen:

  • die dringende Notwendigkeit von Geschlechtergerechtigkeit in der zunehmenden Klimakrise anzuerkennen und F├╝hrungsst├Ąrke zu zeigen, indem sich die Entscheidungsebene der Delegationen f├╝r die Integration von Genderaspekten in alle Klimaschutzprozesse der Vereinten Nationen einsetzt (Gender Mainstreaming), einschlie├člich der Einsetzung eines "gender watch systems" innerhalb der Klimarahmenkonvention

  • Geschlechteraspekte in Anpassungsma├čnahmen zu integrieren, hierbei spezifische Bed├╝rfnisse in den Blick zu nehmen und die Partizipation von Frauen bei der Entwicklung von Projektvorhaben sicherzustellen

  • sich zu nachhaltigen und gerechten Finanzierungspl├Ąnen zu verpflichten und Geschlechtergerechtigkeit in allen Phasen und Aspekten der Mittelvergabe zu gew├Ąhrleisten

  • 20 Prozent aller finanziellen F├Ârderungen zweckgebunden an Projekte zu vergeben, die sich an Frauen richten und von Genderexpertinnen entwickelt und umgesetzt werden

  • ├╝ber den begrenzten Horizont marktbasierter L├Âsungen hinauszugehen

  • das Wissen und die F├Ąhigkeiten von Frauen voll auszusch├Âpfen

  • eine globale, nicht marktf├Ârmige L├Âsung zu finden, wie die tropischen W├Ąlder bewahrt werden k├Ânnen, bei der sowohl die vordergr├╝ndigen Ausl├Âser als auch dahinter liegenden Ursachen f├╝r die Entwaldung der jeweiligen Region bzw. des jeweiligen Landes ber├╝cksichtigt werden.

  • Einen der zentralen Standpunkte formuliert Anna Pinto aus Indien: "Verlassen Sie sich nicht auf den Emissionshandel! Frauen haben davon nicht profitiert."

    Ana Filippini vom World Rainforest Movement aus Uruguay f├╝gt hinzu: "Frauen haben im Rahmen solcher Ma├čnahmen mit den negativen Auswirkungen von Monokultur-Baumplantagen zu k├Ąmpfen."

    Mit gro├čer Sorge sehen die Frauen auch den Vorschlag, Atomenergie beim Clean Development Mechanism (CDM) zuzulassen. "Der Versuch, den Klimawandel durch eine der gef├Ąhrlichsten Technologien zu bek├Ąmpfen, wird weder die Erde noch uns retten", stellt Svitlana Slesarenok vom Black Sea Women┬┤s Club aus der Ukraine fest. Slesarenok f├Ąhrt fort: "Die Bef├╝rworter der so genannten ┬┤friedlichen┬┤ Nutzung der Kernenergie haben aus der Atomkatastrophe in Tschernobyl noch immer keine Lehre gezogen."

    gendercc ist die internationale Allianz f├╝r Geschlechter- und Klimagerechtigkeit, zu der sich Frauen- und Geschlechterforscherinnen und -aktivistinnen aus Asien, Afrika, Amerika, dem Pazifik und Europa zusammengeschlossen haben.

    Die gendercc-Positionspapiere sind abrufbar unter: www.genanet.de/unfccc.html

    Weitere Informationen finden Sie unter: www.gendercc.net

    Public Affairs Beitrag vom 13.12.2007 AVIVA-Redaktion 





      © AVIVA-Berlin 2018 
    zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken