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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 24.04.2007

Gemeinsamer Kampf gegen hÀusliche Gewalt geht weiter
Clarissa Lempp

Am 17.04.2007 tagte zum fĂŒnften Mal der "Runde Tisch zum Berliner Aktionsplan zur BekĂ€mpfung hĂ€uslicher Gewalt". Dabei wurden bestehende Projekte bilanziert und weiterfĂŒhrende Maßnahmen diskutiert.



Senatsmitglieder, Verwaltungen, Polizei sowie verschiedene Anti-Gewalt-Projekte beschlossen das Arbeitsprogramm fĂŒr 2007 und die Fortschreibung des Berichts zum Berliner Aktionsplan hĂ€usliche Gewalt 2002-2008, der zu Datenerhebung und Statistikerstellung dient.

Besonders hervorgehoben wurde die dauerhafte Etablierung des proaktiven Ansatzes nach dem Auslaufen der Modellphase. Die "proaktive" Intervention war als neues Projekt durchaus erfolgreich. Die Polizei gibt nach EinsĂ€tzen wegen hĂ€uslicher Gewalt mit dem EinverstĂ€ndnis der Opfer deren Telefonnummer an eine Anti-Gewalt-Beratungsstelle oder die BIG-Hotline weiter, die ihrerseits Kontakt aufnehmen. So erhalten Betroffene Informationen ĂŒber eine adĂ€quate UnterstĂŒtzung in ihrer Situation. Das Modell ist beispielhaft fĂŒr den in Berlin existierenden Kooperationsverbund und stellt nachdrĂŒcklich die gute Zusammenarbeit von Polizei und Beratungseinrichtungen unter Beweis.

Dazu PolizeiprĂ€sident Dieter Glietsch: "HĂ€usliche Gewalt ist nach wie vor ein PhĂ€nomen, das wir in einem breiten BĂŒndnis aller Verwaltungen und freier TrĂ€ger bekĂ€mpfen mĂŒssen. Als aufgeklĂ€rtes und menschliches Gemeinwesen dĂŒrfen wir es nicht dulden, dass vor allem Frauen in ihrer PrivatsphĂ€re schutzlos der Gewalt ausgeliefert sind. Gleichzeitig mĂŒssen wir verhindern, dass Kinder immer wieder gewalttĂ€tige Übergriffe miterleben und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung beschĂ€digt werden." Deshalb nahmen die Mitglieder des Runden Tisches Sitzung zum Anlass, auch auf die VerknĂŒpfung der Erfahrung von erlebter Gewalt im sozialen Nahraum in der Kindheit und spĂ€terem, eigenem Gewaltverhalten hinzuweisen. Vor diesem Hintergrund gilt es, bereits frĂŒhzeitig in Kita und Schule prĂ€ventiv anzusetzen. StaatssekretĂ€r Eckart R. Schlemm erklĂ€rte: "Wer in seiner Kindheit Gewalt erlebt, hat spĂ€ter hĂ€ufig weniger Hemmungen, selbst SchlĂ€ge auszuteilen. Darum ist es umso wichtiger, in Kita und Schule Anzeichen von Gewaltanwendung zu erkennen, und in Zusammenarbeit mit Beratungseinrichtungen und Polizei dagegen vorzugehen. Hilfreich wird hierbei das vom Senat beschlossene "Netzwerk Kinderschutz" sein."

Im Jahr 2006 wurden 12.522 FĂ€lle hĂ€uslicher Gewalt bei der Polizei registriert. Dies bedeutet einen Anstieg um 7,4% oder 863 FĂ€lle im Vergleich zum Vorjahr. Die Belegungszahlen in FrauenhĂ€usern und Zufluchtswohnungen waren aber relativ konstant geblieben. Durchschnittlich nehmen jĂ€hrlich ca. 1.620 Frauen mit ebenso vielen Kindern einen Schutzplatz in Anspruch. Bei der Nutzung der BIG-HOTLINE, ein Angebot der Berliner Initiative gegen Gewalt gegen Frauen e.V., ist eine erhebliche Steigerung der Anrufe um mehr als 1.000 auf 7.348 zu verzeichnen. Die gestiegenen Zahlen verdeutlichen den erweiterten Bekanntheitsgrad der Hilfeangebote und ein stĂ€rkere Wahrnehmung des DeliktsphĂ€nomens hĂ€usliche Gewalt. Bis zum Abschluss des Aktionsplans im MĂ€rz 2008 ist neben der Weiterarbeit an den bisherigen Schwerpunkten der Öffentlichkeitsarbeit und Beratung, auch ein Workshop zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung psychisch traumatisierter Frauen mit Gewalterfahrungen geplant. In diesem Zuge soll die Einrichtung eines Gremiums zu Schutzmaßnahmen und UnterstĂŒtzungsangeboten betroffener Frauen mit Behinderungen, sowie die Verankerung des Themas hĂ€usliche Gewalt in den Curricula der Krankenpflege- und Hebammenausbildung erfolgen.

Der fĂŒr Frauen zustĂ€ndige Senator Harald Wolf zog positive Bilanz, sah aber auch weitere Maßnahmen nötig: "Die Anstrengungen aller Beteiligten bei der BekĂ€mpfung hĂ€uslicher Gewalt können sich sehen lassen. Ihre Arbeit ist Vorbild fĂŒr viele andere BundeslĂ€nder und wird auch international beachtet. Die vorgelegte Fortschreibung zu Datenerhebung und Statistik bildet eine gute Grundlage, um aktuellen Handlungsbedarf erkennen zu können. Wir planen daher, den Bericht in dieser Form auch fĂŒr das Jahr 2007 weiterzufĂŒhren. Die erfolgreiche Kooperation mĂŒssen wir nutzen, um bis zum Abschluss des Aktionsplans zur PrĂ€vention auch die Interventionsmaßnahmen dauerhaft zu etablieren, die direkt am gewalttĂ€tigen Verhalten der Verursacher hĂ€uslicher Gewalt ansetzen." Deshalb soll das nĂ€chste große Arbeitsvorhaben auch die Umsetzung tĂ€terorientierter Interventionen in Berlin beinhalten.

Die BIG e.V. Hotline bietet Hilfe bei hÀuslicher Gewalt gegen Frauen:
Tel. 030 - 611 03 00 (TĂ€glich von 9 - 24 Uhr)
oder im Internet:
www.big-hotline.de

Die Berliner Interventionszentrale bei hĂ€uslicher Gewalt bietet auf ihrer Internetseite Informationen und Adressen fĂŒr Betroffene:
www.big-interventionszentrale.de

Die Berliner Polizei unterstĂŒtzt Betroffene in akuten Krisen und Gewaltsituationen und bietet auch prĂ€ventive Maßnahmen an.

Public Affairs Beitrag vom 24.04.2007 Clarissa Lempp 





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