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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 09.05.2007

Ehrung von Hans Rosenthal
Tonia Aurfali

Zur Erinnerung an den deutsch-j├╝dischen Showmaster Hans Rosenthal tr├Ągt die "Sportanlage K├╝hler Weg" k├╝nftig seinen Namen. Eine Gedenktafel wurde am 29. April 2007 w├Ąhrend eines Festaktes enth├╝llt.



Eine 90 x 67 cm gro├če Gedenktafel aus Messing ziert die "Hans-Rosenthal-Sportanlage" in Eichkamp im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Festakt zur Umbenennung der ehemaligen "Sportanlage K├╝hler Weg" fand am Sonntag, den 29. April 2007 um 14:00 Uhr statt. Die zahlreich erschienenen G├Ąste, darunter wichtige VertreterInnen aus Politik und Sport wie Sportstaatssekret├Ąr Thomas H├Ąrtel und der Ehrenpr├Ąsident des Berliner Fu├čball-Verbands Otto H├Âhne erinnerten gemeinsam mit der Familie Rosenthal an den begnadeten Entertainer und begeisterten Fu├čballer Hans Rosenthal.

Bereits im vergangenen Jahr wurde, angeregt durch den j├╝dischen Verein "TuS Makkabi", die angrenzende Sportanlage "Am Eichkamp" zu Ehren des j├╝dischen Fu├čballspielers Julius Hirsch feierlich in "Julius-Hirsch-Sportanlage" umbenannt. Makkabi wurde es nach jahrzehntelanger Suche ├╝berhaupt erst 2005 erm├Âglicht, das Sportgel├Ąnde in der N├Ąhe des Funkturms zu ├╝bernehmen und damit einen Sitz in Berlin zu finden. Kein leichtes Unterfangen war dann die Umbenennung in "Julius-Hirsch-Sportanlage", denn "Tennis Borussia" (TeBe) Berlin und der "SC Charlottenburg" (SCC) suchten dies zu verhindern, da es ihrer Meinung nach nicht ausreichte, Jude zu sein, um eine Namensehrung zu erhalten. Dabei verkannten sie jedoch, dass Julius Hirsch vor dem Ersten Weltkrieg h├Âchst erfolgreich in der deutschen Nationalmannschaft spielte und 1910 und 1914 Deutscher Meister wurde. Anders als Julius Hirsch, der 1943 von den Nationalsozialisten ermordet wurde, gelang es Hans Rosenthal, sich vor dem Naziregime zu verstecken.

Hans Rosenthal, am 2. April 1925 in Berlin geboren, erlebte in seiner fr├╝hen Jugend die Schrecken und Greueltaten des Naziregimes. Sein Vater, der bei der Deutschen Bank angestellt war, verlor 1937 seine Stelle und starb bald darauf mit nur 36 Jahren an Nierenversagen. Als seine Mutter f├╝nf Jahre sp├Ąter einem Krebsleiden erlag, wurde sein j├╝ngerer Bruder Gert in eine Waisenerziehungsanstalt gebracht. Am 19. Oktober 1942 wurde er zusammen mit anderen Kindern der Anstalt in das Vernichtungslager nach Riga deportiert. Hans Rosenthal selbst hatte zu diesem Zeitpunkt bereits in ein Jugendheim umziehen m├╝ssen. In einer Berliner Verpackungsfirma musste er Zwangsarbeit verrichten. Von hier wurde er in ein Zweigwerk nach Torgelow im heutigen Mecklenburg-Vorpommern abkommandiert und entging so wiederholt den Deportationen durch die "Fabrik-Aktion". Im M├Ąrz 1943 konnte er fl├╝chten und nach Berlin zur├╝ckkehren, um dort unterzutauchen. Hier rettete ihm eine Bekannte seiner Gro├čeltern namens Jauch das Leben, indem sie ihn in einem Verschlag der Lichtenberger Schrebergartenkolonie "Dreieinigkeit" versteckt hielt. Wie er in seiner packenden Autobiografie "Zwei Leben in Deutschland" (1980 erschienen im L├╝bbe Verlag) erz├Ąhlt, entging er mehrfach nur knapp dem Tod. Als seine Helferin 1944 an einer Krankheit starb, hatte er erneut Gl├╝ck, denn eine Nachbarin, Frau Harndt, nahm ihn bei sich auf.

Wie schon der Name seiner Autobiografie besagt, beginnt f├╝r ihn 1945 tats├Ąchlich ein zweites Leben. Rosenthal wollte zum Rundfunk und den Menschen ├╝ber Mikrofon sagen, dass Juden wie alle anderen sind. Zun├Ąchst kam er beim "Berliner Rundfunk" unter und wechselte dann 1948 zum "RIAS". Von hier an entspinnt sich seine sagenhafte Erfolgsstory, erst beim Rundfunk und dann auch beim Fernsehen. Hans Rosenthal, der als Kind und Jugendlicher verfolgt und schikaniert wurde, genoss pl├Âtzlich stetig wachsende Verehrung und wurde zum Publikumsliebling. Zu seinen bekannteren Rundfunksendungen geh├Âren "Wer fragt, gewinnt" und "Allein gegen alle", w├Ąhrend er im Fernsehen in "Gut gefragt ist halb gewonnen" und "Dalli Dalli" auftrat. Eine seiner gr├Â├čten Auszeichnungen als Showmaster ist wohl die ihm 1980 verliehene "Silberne Kamera" als "zweitbeliebtester Unterhaltungsstar aller Zeiten".

Als vielseitig engagierte Pers├Ânlichkeit machte er sich unter anderem seit den 60er Jahren als Mitglied f├╝r den "Zentralrat der Juden in Deutschland" stark, dabei gilt er als Vers├Âhner, der sich ohne Ressentiments f├╝r religi├Âse und politische Toleranz einsetzte. Au├čerdem wurde er von 1964 bis 1969 Pr├Ąsident des Fu├čballklubs "Tennis Borussia Berlin". Die sogenannte von ihm mit begr├╝ndete "Prominenten-Elf" tr├Ągt seit seinem Tod 1987 den Namen "Hans-Rosenthal-Elf" und sammelt Gelder f├╝r die "Hans-Rosenthal-Stiftung". Die Idee zur Stiftung stammt noch von Hans Rosenthal selbst. Ziel ist es, unverschuldet notleidenden Menschen Unterst├╝tzung durch Spenden, Nachl├Ąsse und Veranstaltungen zukommen zu lassen. J├Ąhrlich findet beispielsweise die Hans-Rosenthal-Gala in der Landauer Festhalle statt. F├╝r den guten Zweck kamen dabei letztes Jahr rund 50.000 Euro zusammen. Bereits viermal wurde eine Hilfsorganisation mit dem Hans-Rosenthal-Ehrenpreis ausgezeichnet, der im Jahr 2006 an "Ein Herz f├╝r Kinder" ging. F├╝r die meisten Deutschen wird Hans Rosenthal als einer der popul├Ąrsten Entertainer im Deutschland der 80er Jahre in Erinnerung bleiben; ganz besonders wohl auch sein Markenzeichen - der Luftsprung mit dem Ausruf:
"Das war Spitze!".

Public Affairs Beitrag vom 09.05.2007 AVIVA-Redaktion 





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