Neugründung - Antidiskriminierungsverband Deutschland, advd - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Public Affairs



AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 29.05.2007


Neugründung - Antidiskriminierungsverband Deutschland, advd
Stefanie Denkert

Im Rahmen des "Europäischen Jahres der Chancengleichheit für alle" hat sich am 22. Mai 07 der "Antidiskriminierungsverband Deutschland" aus regionalen Antidiskriminierungsbüros zusammengeschlossen




2007 ist das "Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle" - im Rahmen dessen sind bereits einige Projekte, wie die Kampagne "Für Vielfalt", gestartet. Ziel der verschiedenen EU-Projekte ist es, Menschen für Gleichbehandlung zu sensibilisieren, Betroffene von Diskriminierung über ihre Rechte, und alle Menschen über den Nutzen von Vielfalt aufzuklären. Der am 22. Mai 2007 gegründete "Antidiskriminierungsverband Deutschland" (advd) will ebenfalls dazu beitragen eine Antidiskriminierungskultur in Deutschland zu etablieren, denn Diskriminierung findet alltäglich ungeächtet statt.

Seit November 2006 liefen die Vorbereitungen für den Zusammenschluss von aktiven und unabhängigen Antidiskriminierungsbüros aus vielen Regionen Deutschlands zu dem nationalen "Antidiskriminierungsverband Deutschland". Nach dem Gründungstreffen am 22. Mai in Berlin hielt der fünfköpfige Vorstand am 23. Mai 2007 eine Pressekonferenz, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen. Zum neu gewählten Vorstand gehören: Anne Kobes, Eleonore Wiedenroth-Coulibaly, Sera Choi, Florencio Chicote und Banu Bambal.

"Empowerment": Eleonore Wiedenroth-Coulibaly erklärte, dass der "advd" von Diskriminierung betroffene Menschen stärken will. Sie müssen einen Raum finden, in dem sie sich trauen, über ihre erfahrene Diskriminierung zu sprechen, anstatt darüber zu schweigen und zu lernen, diese auszuhalten. Die individualisierte Hilflosigkeit der Betroffenen soll aufgebrochen und ein kollektives Bewusstsein geschaffen werden.

Der "Antidiskriminierungsverband Deutschland" setzt sich folgende Ziele:
- die Etablierung einer Antidiskriminierungskultur in Deutschland (im öffentlichen sowie im privaten Bereich), d.h. auch der Staat und die Medien sind aufgefordert Diskriminierung ganz deutlich zu ächten
- die Förderung von Gleichheit, Vielfalt und Achtung der Menschenwürde
- eine umfassende Antidiskriminierungsgesetzgebung und - rechtsprechung sowie deren effektive Rechtsdurchsetzung und deren Monitoring und
- die Weiterentwicklung des Diskriminierungsschutzes, d.h. auch eine baldige und EU-richtlinienkonforme Änderung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG)
- einen Platz im Beirat der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
- der advd möchte ein Ansprechpartner sein für Betroffene, die sich nicht trauen, sich an die staatliche Antidiskriminierungsstelle zu wenden
- empirische Studien durchführen zur Sichtbarmachung der oft subtilen Diskriminierung und daraufhin über den Handlungsbedarf aufklären
- Aufklärung der Betroffenen über ihre Rechte und Mut machen, sich zur Wehr zu setzen

In naher Zukunft plant der "advd" sich an die Justizministerin Zypries zu wenden, um mit ihr über die Verbesserung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG)
zu sprechen. Des weiteren wird der "advd" in einem offiziellen Schreiben an die EU Kommission auf die Mängel im deutschen Antidiskriminierungsgesetz hinweisen. Das betrifft u.a. den verwendeten Sprachgebrauch. Eleonore Wiedenroth-Coulibaly erklärte, dass hinsichtlich der Geschichte Deutschlands der Gebrauch des Begriffs "Rasse" nicht nur problematisch, sondern rückschrittlich sei. Das ebenfalls deutschsprachige Österreich habe in seiner Formulierung des AGG darauf verzichtet.

Die Gründung des "advd" zählt zu den geförderten Projekten im Rahmen des "Europäischen Jahres der Chancengleichheit für alle". Es soll die Menschen in der Europäischen Union für ihre Rechte auf Gleichbehandlung und auf ein Leben ohne Diskriminierung sensibilisieren.


Weitere Infos finden Sie unter:
"Antidiskriminierungsverband Deutschland": www.antidiskriminierungsverband.org und www.antidiskriminierung.org
"Europäisches Jahr der Chancengleichheit für alle": www.equality2007.europa.eu
Link zum Antidiskriminierungsgesetz: www.bundesrecht.juris.de
Deutscher Antidiskriminierungsverband: www.dadv.de
EU-Informationskampagne "Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung.": www.stop-discrimination.info
Kampagne für Vielfalt. Gegen Diskriminierung, Antisemitismus und Antiziganismus: www.kampagne-fuer-vielfalt.de

Weitere Organisationen, die gegen Diskriminierung kämpfen und Hilfe für Betroffene bieten:
Amadeu Antonio Stiftung: www.amadeu-antonio-stiftung.de
Netzwerk "Schule ohne Rassismus": www.schule-ohne-rassismus.org
Mut gegen rechte Gewalt: www.mut-gegen-rechte-gewalt.de
Gesellschaft für Antiziganismus Forschung e.V.: www.antiziganismus.de
Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA): www.raa-berlin.de
Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD): www.isdonline.de
Der Weisse Ring e.V.: www.weisser-ring.de


Public Affairs

Beitrag vom 29.05.2007

AVIVA-Redaktion 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Ina Schmidt - Die Kraft der Verantwortung

. . . . PR . . . .

Ina Schmidt - Die Kraft der Verantwortung
Ob Klima, Politik, Arbeit oder Beziehung: Überall sollen wir verantwortungsvoll handeln. Wie aus dieser Pflicht eine liebende Sorge für die Zukunft wird, zeigt die Philosophin Ina Schmidt klug und lebensnah.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellungen unter: www.edition-koerber.de

Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte

. . . . PR . . . .

Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte
Jüdisch. Solidarisch. Antirassistisch. Der Essayband mit einem Vorwort von Aleida Assmann knüpft an die beiden Aufsatzbände "Übungen jüdisch zu sein" und "Mit Eichmann an der Börse" an.
Mehr zur Autorin, zum Buch, sowie Bestellung unter: www.mandelbaum.at


Kooperationen

RuT - Rad und Tat e.V.