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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 16.08.2007

Elterngeld erfĂŒllt Erwartungen - mehr VĂ€ter nehmen Elternzeit
AVIVA-Redaktion

Das Elterngeld stĂ¶ĂŸt auf regen Zuspruch in der Bevölkerung. Seit Jahresbeginn wurden schon rund 200 000 AntrĂ€ge bewilligt. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen zieht erste positive Bilanz.



"Fast jede Familie in Deutschland, die in den ersten Monaten dieses Jahres ein Kind bekommen hat, beantragt das Elterngeld. Damit wurden unsere Erwartungen zum Elterngeld voll erfĂŒllt." Dieses positive Fazit zur ersten Halbjahresstatistik nach EinfĂŒhrung des Elterngeldes am 1. Januar 2007 zieht Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. Vom ersten zum zweiten Quartal hat sich die Zahl der AntrĂ€ge von zunĂ€chst 60.000 auf 140.000 pro Quartal mehr als verdoppelt. Dabei nehmen in Berlin und Brandenburg mehr als doppelt so viele VĂ€ter Elterngeld in Anspruch als im SĂŒdwesten der Republik - das zeigen die Ergebnisse der Elterngeldstatistik fĂŒr das erste Quartal 2007. "Ich freue mich vor allem darĂŒber, dass das Elterngeld auch fĂŒr die VĂ€ter attraktiv ist. Die VĂ€ter in Berlin (11,1 Prozent) und Brandenburg (10 Prozent) sind die Vorreiter", so die Ministerin. Diese Statistik des Instituts Demoskopie Allenbach im Auftrag des Bundesfamilienministeriums ist der erste Teil einer mehrteiligen Evaluierung des Elterngeldes, die bis 2009 Wirkung und Wirksamkeit des Elterngeldes umfassend untersucht.

"Im ersten Halbjahr wurden insgesamt 200.000 ElterngeldantrĂ€ge bewilligt, das ist eine hohe Zahl - vor allem wenn wir wissen, dass das Elterngeld typischerweise erst ein, zwei Monate nach der Geburt beantragt wird. Wir haben in der Auswertung also die Kinder, die bis einschließlich April geboren wurden", so die Ministerin. Die Antragszahl von 200.000 bestĂ€tigt auch die Ergebnisse einer reprĂ€sentativen Befragung der elterngeldberechtigten VĂ€ter und MĂŒtter durch das Institut Demoskopie Allensbach im Juni 2007. 92 Prozent der MĂŒtter und 30 Prozent der VĂ€ter wollten die Leistung beantragen. Die Eltern beantragen innerhalb von vier Wochen das Elterngeld, der Bescheid folgt dann in der Regel innerhalb von 4 bis 6 Wochen. Das Bearbeiten der AntrĂ€ge erfolgt fast in allen FĂ€llen sehr zĂŒgig. Nur sieben der Befragten berichteten ĂŒber Bearbeitungszeiten von mehr als 8 Wochen. Mehr als zwei Drittel der Eltern mit einem beschiedenen Antrag empfanden die Bearbeitung als schnell.

"Die aktuellen Zahlen belegen deutlich, dass immer mehr junge Paare die Kindererziehung und die Verantwortung fĂŒr den Einkommenserwerb teilen wollen. Im vergangenen Jahr haben nur 3,5 Prozent der VĂ€ter Elternzeit genommen, heute sind es im Bundesdurchschnitt bereits 8,5 Prozent", erklĂ€rt von der Leyen. "Diese Werte passen zum Ergebnis einer ganz aktuellen reprĂ€sentativen Befragung vom Institut Demoskopie Allenbach von Anfang August, die wir heute erhalten haben: 71 Prozent der Bevölkerung bewerten das Elterngeld als positiv", so die Bundesministerin.

Den höchsten VĂ€teranteil gab es in Berlin (11,1%), gefolgt von Brandenburg (10,0%), Bayern und Hamburg (jeweils 9,7%). Weniger attraktiv scheint das Elterngeld fĂŒr VĂ€ter im Saarland zu sein. Dort legten nur 4,1% der VĂ€ter eine "Babyzeit" ein, in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt betrug der VĂ€teranteil 6,4% beziehungsweise 6,8%.
Dass die Mehrzahl der VĂ€ter nur fĂŒr eine relativ kurze Zeit Elterngeld beanspruchen will, liegt vor allem an der Sorge um die berufliche Zukunft, ergab ebenfalls die Umfrage vom Institut Allensbach unter jungen Eltern.

Insgesamt wird das Elterngeld von der großen Mehrheit der Deutschen positiv bewertet. Auch 67 Prozent der EmpfĂ€ngerInnen bewerten das Elterngeld als große Hilfe fĂŒr die neue Familiensituation nach der Geburt des Kindes. Junge MĂŒtter und VĂ€ter erleben durch das neue Elterngeld heute die Zeit nach der Geburt weitaus seltener als Phase grĂ¶ĂŸerer EinschrĂ€nkung, so lautet ein wichtiges Ergebnis der Befragung vom Juni 2007. Nur ein sehr geringer Prozentsatz ist unzufrieden mit der Wartezeit.
Das Elterngeld betrÀgt 67 Prozent des letzten Nettogehalts, höchstens jedoch 1.800 Euro monatlich. Nicht ErwerbstÀtige erhalten den Mindestbetrag von 300 Euro.

AVIVA-Fazit:8,5% der VĂ€ter nehmen die Elternzeit! FĂŒr das Bundesfamilienministerium ist dies bereits eine Erfolgsmeldung wert.
Doch kann man 8,5% wirklich schon als Erfolg verbuchen?

Im Vergleich mit den skandinavischen LĂ€ndern steht Deutschland nach wie vor schlecht da. Dort gibt es solche Modelle schon seit den 80er Jahren, die aktive Vaterrolle ist ein Statussymbol. WĂ€hrend einige skandinavische Unternehmen nur noch VĂ€ter einstellen, die sich bereits aktiv in die Erziehung eingebracht haben, sind MĂ€nner hierzulande hĂ€ufig Missbilligung und Spott ausgesetzt, wenn sie den Wunsch nach der Elternzeit Ă€ußern. Sichtbar macht dieser Vergleich, dass Emanzipation möglich ist, wenn MĂ€nner und Frauen sie als Chance begreifen.

Der Anteil der VĂ€ter steigt, das ist tatsĂ€chlich ein Erfolg, der prozentuale Anteil selbst ist es nicht. Es bleibt abzuwarten, inwieweit das Elterngeld MĂ€nner und Frauen gleichermaßen hilft, ein neues RollenverstĂ€ndnis zu schaffen. Einen Anreiz bietet es allemal.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:
Der Elternzeitrechner - eine Entscheidungshilfe


Familie gewinnt. Herausgegeben von Liz Mohn und Ursula von der Leyen

Weitere Informationen im Netz:

Elternplattform zum Thema: www.elterngeld.net
Portal fĂŒr Bildungsinformationen: www.bildungsklick.de
Statistisches Bundesamt: www.destatis.de
Bundesfamilienministerium: www.bmfsfj.de

(Quelle: Bundesfamilienministerium, 15.08.2007)

Public Affairs Beitrag vom 16.08.2007 AVIVA-Redaktion 





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