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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 28.10.2007

Werberat fordert Wirtschaft auf, soziale Verantwortung zu ├╝bernehmen
AVIVA-Redaktion

In der ersten H├Ąlfte von 2007 stieg die Zahl der beanstandeten Werbekampagnen um ein Viertel. Die Zentralverb├Ąnde der deutschen Werbewirtschaft verabschieden deshalb "Grundregeln zur Werbung".



Der Vorsitzende des Deutschen Werberats, Hans-Henning Wiegmann, hat anl├Ąsslich der Ver├Âffentlichung der Halbjahresbilanz seiner Schiedsstelle am 17. Oktober 2007 in Berlin an Unternehmen und KonsumentInnen appelliert, r├╝cksichtsvoll miteinander umzugehen.

In den ersten sechs Monaten 2007 h├Ątten die vom Werberat beanstandeten kommerziellen Werbekampagnen um ein Viertel auf 41 (Vorjahr: 33) zugenommen. Daraus d├╝rfe sich kein Trend ergeben, auch wenn der Wettbewerb auf dem deutschen Markt im Vergleich zu anderen in der Europ├Ąischen Union besonders heftig sei. Die werbende Wirtschaft m├╝sse noch st├Ąrker in ihrer Werbung f├╝r Waren und Dienstleistungen die Gef├╝hle von Menschen konsequent beachten. "Jede Form der Diskriminierung im Zusammenhang zum Beispiel mit Geschlecht, Alter, Religion oder sexueller Orientierung wird vom Werberat beanstandet und auf Korrektur oder R├╝cknahme der Werbema├čnahme hingewirkt", sagte Wiegmann.

Der Werberat beobachte aber auch einen Anstieg ungerechtfertigter Kritik aus der Bev├Âlkerung an Werbeaktivit├Ąten der Wirtschaft. In der ersten H├Ąlfte des Jahres habe das Gremium Beschwerden zu 110 Kampagnen wegen ├╝berzogener Vorw├╝rfe zur├╝ckweisen m├╝ssen, ├╝ber ein Drittel mehr als im Vorjahr. Auch KritikerInnen h├Ątten Verantwortung, sagte Wiegmann. Die VerbraucherInnen m├╝ssten wirklichkeitsnahe Ma├čst├Ąbe anlegen, die der Toleranz in der Gesellschaft entspr├Ąchen und sich in der Werbung widerspiegeln d├╝rften.

"Grundregeln" als werbepolitisches Signal
Laut Wiegmann haben sich die 42 im Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) zusammengeschlossenen Verb├Ąnde der werbenden Firmen, Medien und Agenturen als Tr├Ąger des Werberats jetzt auf ┬┤Grundregel zur kommerziellen Kommunikation┬┤ geeinigt. Sie seien aus der Spruchpraxis des Gremiums entwickelt worden und sollen der Schiedsstelle sowie der werbenden Wirtschaft als Messlatte f├╝r Entscheidungen ├╝ber Werbung dienen. Gleichzeitig wolle die Werbebranche mit diesem "Grundgesetz" der kommerziellen Werbung gegen├╝ber Gesellschaft und Politik ihre Entschlossenheit zur sozialen Verantwortung signalisieren.
Das Regelwerk enth├Ąlt Gebote, nach denen werbende Firmen mangelnde Erfahrung und fehlendes Wissen von KonsumentInnen nicht ausnutzen, niemanden diskriminieren, Kindern und Jugendlichen weder k├Ârperlichen noch seelischen Schaden zuf├╝gen, keine Angst erzeugen oder Leid und Ungl├╝ck instrumentalisieren sollen.

Br├╝ste mit W├╝rsten, Sterbenden am Kreuz
Im ersten Halbjahr 2007 kamen 151 Kampagnen vor den Werberat, ein Drittel mehr als im Vorjahr (114). Davon beanstandete das Gremium 41 Werbema├čnahmen, von denen 40 davon eingestellt oder entsprechend den Protesten abge├Ąndert wurden. Dies entspricht einer Durchsetzungsquote des Werberats von 97 Prozent bei den Unternehmen.

Lediglich in einem Fall musste die Schiedsstelle eine ├Âffentliche R├╝ge erteilen, weil die Internet-Firma ISAS Gebr├╝der Schmidtlein GbR (B├╝ttelborn) dem Urteil des Werberats nicht folgen wollte. Das Unternehmen hatte f├╝r seine "Ratgeber"-Website www.so-bekommst-du-jede-frau-ins-bett.com mit Banner-Werbung in fremden Online-Diensten aufmerksam gemacht. Zu sehen sind sp├Ąrlich bekleidete Models in anst├Â├čiger Pose, kombiniert mit Texten wie "Noch heute Abend hast Du Spa├č mit einer Frau". Diese Pr├Ąsentation degradiere nach Einsch├Ątzung des Werberats Frauen zu blo├čen Sexualobjekten herab und sei damit erniedrigend und diskriminierend.

Nicht mehr geschaltet wird auf Intervention des Gremiums die Anzeige eines Herstellers so genannter K├Ąsew├╝rste in einer H├Ąndlerzeitschrift. Abgebildet ist der nackte Oberk├Ârper einer jungen Frau, die ihre Br├╝ste mit zwei W├╝rsten verdeckt. Dazu ist der Text gestellt "So a S├╝nd┬┤, wenn Sie die wahrscheinlich besten K├Ąsw├╝rste der Welt nicht f├╝hren". Ebenso zur├╝ckgezogen hatte ein M├Âbelhersteller seinen Prospekt mit dem Slogan "Wir nehmen ihre Alte in Zahlung und schicken sie in die W├╝ste". Abgebildet war eine ├Ąltere Dame neben einer Sitzgarnitur. Das Angebot galt einer Tauschaktion alter gegen neue M├Âbel.

Als Verletzung religi├Âser Gef├╝hle und diskriminierend stufte der Werberat ein Plakat im Schaufenster eines W├Ąscheh├Ąndlers ein. Das Bild darauf zeigt eine junge Frau in Unterw├Ąsche, die breitbeinig auf einer Treppe sitzt. Dar├╝ber steht der Text aus dem bekannten Weihnachtslied "Macht hoch die T├╝r, die Tor┬┤ macht weit".
Nicht mehr ausgestrahlt wird der Fernsehspot eines Internet-Dienstleisters f├╝r Online-Spiele mit folgender Kerkerszene: Der Gefangene ist in Art der Christuskreuzigung an die Wand gefesselt. Die Spielkarte f├Ąllt aus seiner Hand, und er stirbt. Dar├╝ber ist der W├Ąrter erbost und wirft seine Spielkarte in Richtung des toten H├Ąftlings.

Vom Markt genommen wurde auch ein TV-Spot f├╝r digitales Fernsehen. Ein Junge sitzt in einer mit Wasser gef├╝llten Badewanne, vor ihm ein eingeschaltetes Fernsehger├Ąt, das auf einem Brett ├╝ber der Wanne platziert ist. Der Werberat war mit dem Beschwerdef├╝hrer der Meinung, dass sich daraus eine Nachahmungsgefahr ergebe. Abgewiesen hat dagegen der Werberat die Beschwerde gegen die Anzeige eines Internetportals f├╝r Immobilien. Der Protest richtete sich gegen das Foto eines k├╝ssenden Paares im Auto, die Hand des Mannes lag auf dem Oberschenkel der Frau. Der Vorwurf: "St├Ârung menschlicher Intimit├Ąt".

Keinen Grund zur Beanstandung sah das Gremium auch im Werbeplakat eines Herstellers von K├Ârperpflegemitteln, auf dem eine Gruppe ├Ąlterer Frauen gezeigt wird. F├╝r eine Beschwerdef├╝hrerin hatte das Bild eine absto├čende Wirkung: Es verletze die guten Sitten, wenn "sowohl junges als auch altes ┬┤Fleisch┬┤ zu Werbezwecken vermarktet werde". Dem konnte der Werberat nicht zustimmen.

(Quelle: Deutscher Werberat, 17.10.2007)

Weitere Infos:

Deutscher Werberat: www.werberat.de

Public Affairs Beitrag vom 28.10.2007 AVIVA-Redaktion 





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