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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 25.11.2007

Neonazi Horst Mahler nach Hitler-Gruß verurteilt
AVIVA-Redaktion

Am 1. November 2007 veröffentlichte das Magazin "Vanity Fair" ein Interview von Michel Friedman mit Holocaustleugner Horst Mahler. Wie zu erwarten, blieb das nicht folgenlos.



Nach dem Interview von Michel Friedman, dem ehemaligen Vizechef des Zentralrats der Juden in Deutschland, mit Horst Mahler, MitbegrĂŒnder der RAF und Mitglied der NPD, folgte heftige Kritik: PolitikerInnen, jĂŒdische Organisationen und Medien zeigten sich empört darĂŒber, dass "Vanity Fair" dem Holocaust-Leugner eine Plattform gab. Zudem warf man dem Magazin vor, statt aufzuklĂ€ren, lediglich seine Auflage erhöhen zu wollen. In dem neunseitigen Interview hetzte der 71-jĂ€hrige Neonazi gegen Juden, bezeichnete Adolf Hitler als den "Erlöser des deutschen Volkes" und erklĂ€rte: "die systematische Vernichtung der Juden in Auschwitz, das ist eine LĂŒge".

"Heil Hitler, Herr Friedman" – so begrĂŒĂŸte Horst Mahler seinen jĂŒdischen GesprĂ€chspartner, der spĂ€ter Kritik erntete, weil er daraufhin das Interview nicht abbrach. Da dieser Hitler-Gruß keine Ausnahme fĂŒr den Rechtsextremisten darstellt, muss dieser nun fĂŒr 6 Monate erneut ins GefĂ€ngnis. Am 23.11.07 wurde er wegen Zeigens des Hitler-Grußes ohne BewĂ€hrung verurteilt. Persönlich war er nicht anwesend als das Urteil im Cottbusser Amtsgericht gesprochen wurde. Mahler, ehemaliger Jurist, meint, dass der Hitlergruß als Zeichen seiner Weltanschauung vom Grundgesetz geschĂŒtzt sei. Seit 2004 darf Mahler seinen Beruf als Jurist nicht mehr ausĂŒben. Anlass fĂŒr die aktuelle Verurteilung war, dass der einschlĂ€gig vorbestrafte Neonazi den verbotenen Gruß im November 2006 beim Haftantritt in Cottbus gezeigt hatte. Da noch nicht bekannt ist, ob seine Verteidigerin und LebensgefĂ€hrtin Revision einlegt, ist das Urteil noch nicht rechtskrĂ€ftig.

Laut Tagesspiegel erstattete Friedman nach dem Interview gegen Mahler Strafanzeige wegen Volksverhetzung. Der jĂŒdische Historiker und Publizist Arno Lustiger hingegen zeigte nach dem Interview mit Horst Mahler das Magazin "Vanity Fair" an, da darin mehrfach der Holocaust geleugnet wird. Mahler und Friedman seien ihm "völlig egal", dass die Zeitschrift das Ganze aber auch noch als "Skandal" auf den Titel hebe, "dafĂŒr soll sie bĂŒĂŸen", sagte Lustiger laut Tagesspiegel. Arno Lustiger, selbst ein Überlebender des KZ Auschwitz, stellte die Anzeige wegen Volksverhetzung (Paragraph 130) gegen Chefredakteur Ulf Poschardt und Herausgeber Bernd Runge.

Von den Angezeigten gab es keine Stellungnahme, jedoch verteidigte Ulf Poschardt das Interview in seinem Blog auf der Website des Magazins: "In einer Zeit, in der rechtes Gedankengut auch bĂŒrgerliche Schichten erreicht, muss die Auseinandersetzung mit den Feinden der Demokratie mit Mitteln der AufklĂ€rung geschehen". In einer offiziellen Stellungnahme von "Vanity Fair" hieß es weiter: "Unser Interview zeigt, wie wenig Wahrheit der rechte Wahn enthĂ€lt, selbst bei einem angeblichen Intellektuellen wie Mahler. Wir veröffentlichen dieses Interview, weil wir glauben, dass es eine bessere Bloßstellung der deutschen Rechtsextremen nie gegeben hat - auch, wenn Mahler darin Dinge sagt, die in Deutschland verboten sind: Er leugnet den Holocaust und benutzt den Hitler-Gruß."

(Quellen: Tagesspiegel, 6., 9. und 23.11.07).

Public Affairs Beitrag vom 25.11.2007 AVIVA-Redaktion 





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