Bund startet Kampagne gegen Schönheitswahn und Essstörungen - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Public Affairs
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Finanzkontor
AVIVA-Berlin > Public Affairs AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Politik + Wirtschaft
   Diskriminierung
   Veranstaltungen in Berlin
   Kultur
   JĂŒdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 25.12.2007

Bund startet Kampagne gegen Schönheitswahn und Essstörungen
AVIVA-Redaktion

"Leben hat Gewicht" - Bundesministerinnen Schmidt, von der Leyen und Schavan stellten die Initiative gemeinsam mit Persönlichkeiten aus Mode, Werbung, Kultur und Sport vor.



Am 13.12.2007 wurde von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Bundesjugendministerin Ursula von der Leyen und Bundesforschungsministerin Annette Schavan die Initiative "Leben hat Gewicht - gemeinsam gegen den Schlankheitswahn" in Berlin vorgestellt.

Mehr als jedes fĂŒnfte Kind zwischen 11 und 17 Jahren leidet nach den jĂŒngsten Daten des Kinder- und Jugend-Gesundheitssurveys (KIGGS) unter Symptomen einer Essstörung. Das sind 1,4 Millionen junge Menschen. 56 Prozent der 13- bis 14-JĂ€hrigen wollen nach einer Umfrage der Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung dĂŒnner sein. 63 Prozent sagen, dass sie gerne besser aussehen wĂŒrden.
Ulla Schmidt erklÀrte deshalb: "Essstörungen wie Magersucht und Bulimie sind keine Bagatelle, sondern ein ernstzunehmendes Problem.
Mit der Initiative will der Bund sich zusammen mit den gesellschaftlichen Gruppen fĂŒr die PrĂ€vention von Essstörungen einsetzen. Auch mit der Mode- und Werbebranche werden GesprĂ€che gefĂŒhrt, um "konkrete Vereinbarungen bis hin zu Selbstverpflichtungen zu treffen."

"Essstörungen betreffen vor allem Frauen und MĂ€dchen. Sie beginnen oft schon im Kindesalter und sind ein verzweifelter Ausdruck fĂŒr Ablehnung der eigenen körperlichen Entwicklung und Rolle im Übergang von PubertĂ€t zum Erwachsenenalter. Deswegen kommt es entscheidend auf PrĂ€vention an. Erziehende, Ärztinnen und Ärzte, aber vor allem die Eltern mĂŒssen in der Lage sein, Warnsignale zu deuten und so frĂŒh wie möglich gezielt gegenzusteuern. Dabei helfen leicht zugĂ€ngliche Informationen ĂŒber das Krankheitsbild ebenso wie passgenaue Angebote der Kinder- und Jugendhilfe. Parallel gilt es, die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen zu stĂ€rken und rigoros gegen Propagandisten des Schlankheitswahns vorzugehen - zum Beispiel durch Verbote extremer Internetseiten." erklĂ€rte Ursula von der Leyen. Mit "extremen Internetseiten meint die Bundesministerin u.a. Pro-Ana-Communities, die Anorexie verherrlichen und in denen junge MĂ€dchen sich Tipps geben.

Annette Schavan will "vor allem auf wirksame PrÀvention und AufklÀrung" setzen, um der Entwicklung "falscher Körperideale" vorzubeugen. Als Bundesforschungsministerin will sie ihr "Engagement in den nÀchsten Jahren noch einmal deutlich ausbauen" im Bereich der Forschung.

Die beteiligten Ministerien sehen folgende Maßnahmen im Rahmen der Initiative "Leben hat Gewicht" vor:

  • Essstörungen werden im Rahmen des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung zur PrĂ€vention von FehlernĂ€hrung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhĂ€ngenden Krankheiten thematisiert. Er wird gemeinsam mit den LĂ€ndern und Kommunen erarbeitet und im FrĂŒhjahr 2008 beschlossen.
  • Der 13. Kinder- und Jugendbericht, der bis Ende 2008 im Auftrag der Bundesregierung erstellt wird, rĂŒckt das Thema Gesundheit erstmals in den Mittelpunkt der Kinder- und Jugendpolitik. Er soll Erkenntnisse und konkrete Handlungsempfehlungen liefern zur Vermittlung gesunder Essgewohnheiten und der selbstbewussten Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, zu Maßnahmen gegen Essstörungen und neue Angebote der Kinder und Jugendhilfe im Bereich gesundheitsbezogener PrĂ€vention, aber auch VorschlĂ€ge fĂŒr passgenauere Beratungs- und UnterstĂŒtzung fĂŒr Familien, in denen Kinder schon von der Krankheit betroffen sind.
  • Essstörungen haben verschiedene Ursachen. Mit der Mode- und Werbebranche werden GesprĂ€che mit dem Ziel gefĂŒhrt, mittelfristig konkrete Vereinbarungen bis hin zu Selbstverpflichtungen zu treffen. "Magermodels" gehören weder auf den Laufsteg noch in die Werbung. Die Ministerinnen appellieren an die VerbĂ€nde, sich an der Initiative zu beteiligen.
  • Junge Menschen sollen in ihrem Alltag erreicht werden. Im Mittelpunkt aller BemĂŒhungen steht die AufklĂ€rung. PrĂ€vention von Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie gehört in die Schule, in die Jugendarbeit, in die Sportvereine, in die GesprĂ€che zwischen Arzt bzw. Ärztin und Patientin bzw. Patient. Die Entwicklung eines positiven KörpergefĂŒhls als ein wichtiger Schutzfaktor vor Essstörungen ist ein integraler Bestandteil unserer Maßnahmen zur SexualaufklĂ€rung fĂŒr Jugendliche, Eltern und MultiplikatorInnen. Zur UnterstĂŒtzung hat die BZgA umfangreiches Informationsmaterial entwickelt und ein Beratungstelefon eingerichtet (0221-802031).
  • Dem Sport kommt ebenfalls eine wichtige Rolle zu, wenn es darum geht, junge Menschen zu erreichen. Er bietet in einem bundesweiten Netz von ĂŒber 90.000 Sportvereinen, Kindern und Heranwachsenden Bewegungs- und Sportangebote, die die ganzheitliche Entwicklung der Persönlichkeit und die Gesundheit in physischer, psychischer und sozialer Hinsicht fördern. Das Bundesgesundheitsministerium und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) werden hier zusammenarbeiten.
  • Das Bundesgesundheitsministerium wird 2008 die Selbsthilfe bei Essstörungen durch ein Modellprojekt stĂ€rken. Ziel ist, die Selbsthilfepotentiale der Betroffenen zu fördern und Handlungsempfehlungen fĂŒr die Zusammenarbeit der Beratungseinrichtungen mit der Selbsthilfe modellhaft zu erarbeiten. DafĂŒr werden in den kommenden drei Jahren rund eine Viertel Million Euro zur VerfĂŒgung gestellt.
  • Die Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesfachverband Essstörungen und der Barmer Ersatzkasse bundesweit die verschiedenen Beratungsangebote bewerten und damit den Betroffenen eine Entscheidungsgrundlage geben. Diese Informationen stehen Ende 2008 im Internet zur VerfĂŒgung.
  • Das Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung finanziert derzeit Forschungsprojekte zum Thema Essstörungen mit mehr als 7 Millionen Euro.


Ziel ist eine schnelle Anwendung der Forschungsergebnisse in der Praxis. Beispiele fĂŒr geförderte und anlaufende Projekte: Im Bereich Psychotherapie arbeitet der Forschungsverbund EDNET (Eating Disorders Diagnostic and Treatment Network). Die ForscherInnen optimieren Verhaltenstherapien und entwickeln Methoden gegen RĂŒckfĂ€lle. Gemeinsam mit anderen ExpertInnen haben die Mitglieder des EDNET im MĂ€rz 2006 die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Essstörungen (DGESS) gegrĂŒndet. Im Bereich PrĂ€ventionsforschung arbeitet in Jena das Projekt "PriMa - PrimĂ€rprĂ€vention Magersucht": MĂ€dchen ab der sechsten Klasse bearbeiten am Beispiel von Barbie-Puppen typische Situationen einer Magersucht. Sie lernen dabei, die Dynamik aus idealisierter Schlankheit, Sehnsucht nach Anerkennung und rĂŒcksichtsloser Instrumentalisierung des eigenen Körpers zu durchbrechen. Im Bereich der "ErnĂ€hrungsbildung" leistet das BMBF im Ganztagsschulprogramm einen wichtigen Beitrag dafĂŒr, dass Kinder und Jugendliche ein gesundes Essverhalten entwickeln. Kurz vor dem Start steht das krankheitsbezogene Kompetenznetz Adipositas, fĂŒr das in den nĂ€chsten Jahren 50 Millionen Euro zur VerfĂŒgung stehen. Adipositas und Magersucht stellen die beiden Extreme dar, zu denen Essstörungen fĂŒhren können. Aus der Adipositas-Forschung ergeben sich deswegen vielfĂ€ltige Erkenntnisse fĂŒr das VerstĂ€ndnis der Magersucht.
  • Eine QualitĂ€tsoffensive von Bund und LĂ€ndern in der Kindertagesbetreuung will den Kindergarten als Lernort auch fĂŒr gesunde ErnĂ€hrung und ein positives KörpergefĂŒhl etablieren. Sie soll Grundregeln ausgewogener ErnĂ€hrung vermitteln, Kindern Wege zum Umgang mit Stress aufzeigen und ihnen Hilfestellung zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit geben.
  • Das Bundesfamilienministerium wird in Kooperation mit den LĂ€ndern, Kontrollinstanzen und VerbĂ€nden die Medienkompetenz von Eltern und Kindern stĂ€rken und darauf drĂ€ngen, dass auf allen zustĂ€ndigen Ebenen rigoros gegen den "Schlankheitswahn" fördernde Medien und Inhalte vorgegangen wird. Hinweise nehmen beispielsweise entgegen: www.jugendschutz.net, www.internet-beschwerdestelle.de, www.bundespruefstelle.de.
  • Ein ExpertInnengremium mit den relevanten AkteurInnen der FachverbĂ€nde und den beteiligten Ministerien wird unter FederfĂŒhrung des Bundesgesundheitsministeriums konkrete Maßnahmen erarbeiten. Ziel ist die BĂŒndelung von AktivitĂ€ten. Die Ergebnisse werden auf einem Kongress vorgestellt.



Weitere Infos unter:

Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung zum Thema Essstörungen:
www.bzga-essstoerungen.de

Bundesministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
www.bmfsfj.de

Bundesministerium fĂŒr Gesundheit:
www.bmg.bund.de

Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung:
www.bmbf.de

Robert Koch Institut:
www.rki.de

KIGGS Studie:
www.kiggs.de

Public Affairs Beitrag vom 25.12.2007 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken