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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 28.11.2011

RBB-Moderator Ken Jebsen wegen antisemitischer ├äu├čerungen entlassen
Anne Fr├Âhlich

Die J├╝dische Gemeinde zu Berlin begr├╝├čt die konsequente Entscheidung des rbb, sich von seinem langj├Ąhrigen Moderator zu trennen. Ausl├Âser waren mehrere e-Mails mit antisemitischem Inhalt.



"Wir empfinden es als vorbildlich, wie die Leitungsebene des rbb letztlich entschieden hat", betont Lala S├╝sskind, Vorsitzende der J├╝dischen Gemeinde. Auch dass sein Vorgesetzter, Stefan Warbeck, die Verantwortung f├╝r redaktionelle Vers├Ąumnisse ├╝bernimmt, wird von der Gemeinde mit Respekt gesehen.

In diesem Sinne habe der rbb auch bereits richtungsweisend in der Auseinandersetzung um den Wahlwerbespot der NPD vor der letzten Berliner Abgeordnetenhauswahl gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus Stellung bezogen. Der rbb hatte sich geweigert, den diskriminierenden Spot zu senden.

Am Mittwoch, den 23. November 2011 wurde der 45-J├Ąhrige Moderator der Sendung "KenFM", einem Format im Rahmen des Jugendsenders Fritz-FM (rbb), bis auf weiteres suspendiert. Programmdirektorin Claudia Nothelle sagte gegen├╝ber dem Tagesspiegel: "Der Sender hat Herrn Jebsen gegen den Vorwurf verteidigt, er sei Antisemit und Holocaust-Leugner. Allerdings mussten wir feststellen, dass zahlreiche seiner Beitr├Ąge nicht den journalistischen Standards des rbb entsprachen. Daraufhin haben wir mit ihm verbindliche Vereinbarungen ├╝ber die Gestaltung der Sendung "KenFM" getroffen. Diese hat er wiederholt nicht eingehalten".

Anlass war eine an die ├ľffentlichkeit gelangte e-Mail mit rassistisch anmutendem Inhalt. Ken Jobs hatte einem H├Ârer, der sich kritisch zu dessen Sendung ge├Ąu├čert hatte, eine Nachricht zukommen lassen, die auch die S├Ątze enthielt: "Ich weis, wer den Holocaust erfunden hat" und "..."ich weis wer w├Ąrend des gesamten krieges deutschland mit bombersprit versorgt hat. standartoil also rockefeller".
(Die Texte in Anf├╝hrungsstrichen sind auch in der Schreibweise Originalzitate aus der Mail von Ken Jebsen).
Dass Jebsen Verfasser der brisanten e-Mail ist, wird von ihm nicht bestritten, allerdings bezeichnet er den Vorwurf des Antisemitismus als "absurd". Er sei zwar irre, aber kein Antisemit.

Maya Zehden, Sprecherin der J├╝dischen Gemeinde zu Berlin, betonte daraufhin, es solle nicht die Frage gestellt werden, "ob Herr Jebsen Antisemit ist oder nicht" und nannte als Beispiel den erst k├╝rzlich gefeuerten Designer John Galliano: "Im Nachhinein wurde auch er nicht als Antisemit eingestuft. Aber er musste f├╝r seine ├äu├čerungen die Konsequenzen tragen. (...) Es ist die Frage zu stellen, ob nach solchen ├äu├čerungen einfach zur Tagesordnung ├╝bergegangen werden kann".

In seiner vorletzten Sendung am 13. November 2011 f├╝hrte Jebsen seine Aussage aus der e-Mail auf den Erfinder der Public Relation, Edward Bernays, zur├╝ck. Sein Buch "Crystallizing Public Opinion" von 1923 habe Joseph Goebbels, Propaganda-Minister des Dritten Reichs, in seiner Bibliothek gehabt. "Es ging um die Propaganda und ihren Mechanismus", sagte Jebsen.

Der Empf├Ąnger der folgenreichen e-Mail hatte diese an den unter anderem von Henryk Broder gef├╝hrten Blog weitergeleitet, wo sie schlie├člich ver├Âffentlicht wurde. Die einmal w├Âchentlich ausgestrahlte Sendung Jebsens fiel daraufhin zum n├Ąchsten Termin, dem 6. November 2011, aus. Sendungssprecher Volker Schreck sagte diesbez├╝glich dem Tagesspiegel: "Eine umfassende Kl├Ąrung der Vorg├Ąnge war nicht m├Âglich, darum haben wir uns entschieden, die Radio - Fritz - Sendung KenFM vorerst auszusetzen". Nach einer stundenlangen Aussprache zwischen der Senderleitung und dem Moderator durfte "KenFM" am 13. November 2011 wieder wie gewohnt auf Sendung gehen - allerdings nur unter bestimmten Auflagen. So sollte der Moderator beispielsweise in Zukunft die Inhalte seiner Sendung mit der Senderleitung absprechen. Als er dies wiederholt nicht einhielt, kam es zur Entlassung. Dieser Schritt wird dem Unternehmen kaum leicht gefallen sein, da sich die Sendung durchaus gro├čer Beliebtheit erfreute. Dem Sender zufolge sch├Ątzten "gerade junge H├Ârerinnen und H├Ârer (...) seine pointierte, oft auch eigenwillige Art". Auf Facebook wurden bezeichnenderweise zahlreiche Solidarit├Ątsgruppen mit Namen wie "Weg mit der Zensur von KenFM! Sofortige Wiederherstellung der Sendung!" oder "KenFM ins Radio!" gegr├╝ndet, in denen die MitgliederInnen eine R├╝ckkehr des umstrittenen Moderators fordern.

Jebsen, der schon seit zehn Jahren die f├╝r ihre provokanten Inhalte bekannte Sendung moderiert und wohl nicht ohne Grund den Spitznamen "Reporter des Wahnsinns" tr├Ągt, hatte bereits zuvor des ├ľfteren fragw├╝rdige Statements zum besten gegeben. So bezeichnete er den Angriff auf das World Trade Center vom 11. September 2001 als "warmen Abriss" oder lobte das "PR-Talent" von Al Qaida.


AVIVA-Berlin begr├╝├čt die Entscheidung des rbb, keine antisemitischen ├äu├čerungen seiner MitarbeiterInnen zu dulden ÔÇô gleichg├╝ltig, ob diese sich selbst als AntisemitIn bezeichnen, oder nicht.


Weitere Informationen finden Sie unter:

www.jg-berlin.org

www.morgenpost.de

www.tagesspiegel.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Zivilcourage gezeigt - rbb sendet NPD-Spot nicht


Public Affairs Beitrag vom 28.11.2011 AVIVA-Redaktion 





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