Rechtsextremismus ist auch Frauensache - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Public Affairs



AVIVA-BERLIN.de im Januar 2021 - Beitrag vom 04.11.2007


Rechtsextremismus ist auch Frauensache
Stefanie Denkert

Wie der stern (45/2007) berichtet, hat die NPD Frauen als Sympathieträger für rechte Anliegen neu entdeckt. Auch Mut-Gegen-Rechte-Gewalt.de untersucht im November 07 weibliche Neo-Nazis.




"Deutschland ist auch Frauensache" – mit diesem Slogan wirbt der "Ring Nationale Frauen" (RNF). Der RNF, der 2006 gegründet wurde, ist eine Arbeitsgemeinschaft unter dem Dach der NPD mit dem Ziel der: "Übernahme von Verantwortung in den Kommunen, auf Landes- und Bundesebene" (laut RNF-Website). Denn in der NPD sind Frauen bisher in den wichtigen Positionen stark unterrepräsentiert, im stern heißt es, "im Bundesvorstand der NPD sind lediglich zwei Frauen vertreten, ansonsten gibt es bundesweit nur eine Landesvorsitzende und eine Landtagsabgeordnete" . Das soll sich nun ändern, finden der RNF und die NPD.

Frauen als Sympathieträger nach außen
Im Gegensatz zu den kahl geschorenen männlichen Vertretern der rechten Szene mit Springerstiefeln, werden in der NPD "Frauen bei Veranstaltungen bewusst nach vorn gestellt, weil sie sympathisch aussehen und deeskalierend wirken" hat Petra Zais vom Kulturbüro Sachsen, einer Initiative gegen Rechtsextremismus, gegenüber stern festgestellt. Doch hat die NPD den Vorzug von Frauen nicht nur als "Imageverbesserung" nach außen erkannt, sondern auch in den eigenen Reihen:
Frauen als Stabilisator nach innen
Ein erhöhter Frauenanteil in der rechten Szene bringt zudem den Vorteil mit sich, dass die Männer nun mit Gleichgesinnten anbandeln können. Da es in der gesamten rechtsextremistischen Szene in Deutschland einen Überschuss an Männern gibt, kam es meist zu Liebschaften mit Frauen außerhalb der rechten Vereinigungen. Diese führten wiederum nicht selten zum Ausstieg.

Judith Rothe, Stellvertretende Bundessprecherin des RNF, und ihr Lebensgefährte Enrico Marx – ein "bekannter Neonazi" laut Verfassungsschutzbericht Sachsen-Anhalt sind so ein NPD-Traumpaar: u.a. produziert und vertreibt er Rechts-Rock und veranstaltet Festivals. Beide sind auch anderweitig in rechten Vereinigungen aktiv. Wenn in einigen Jahren der Nationalsozialismus im Schulunterricht durchgenommen wird, wollen sie ihren Söhnen zu Hause "ein anderes Geschichtsbild" lehren. Bedenklich ist auch die Tatsache, dass Frau Rothe von 24 anderen Eltern in den Elternrat an der Schule ihrer Kinder gewählt wurde, obwohl diese - wie sie dem stern stolz erzählt - wissen, was sie tut.

Rechtsradikale Frauen und Mädchen im Visier:
Seit 2006 erstellt die Redaktion von Deutschlands einzigem tagesaktuellen Internetportal "Mut-Gegen-Rechte-Gewalt.de" die Berichte zu den Monatsschwerpunkten der neuen Fachwebsite der Bundeszentrale für politische Bildung über Rechtsextremismus. Schwerpunkt im November 2007 ist das Thema "Frauen im Rechtsextremismus" mit Fachbeiträgen der Journalistin und NPD-Kennerin Andrea Röpke, der politischen Bildnerin Gabi Elverich, der Mona Lisa-Redakteurin Beate Frenkel, der SZ-Reporterin Brit Meinhardt, der Bundestagsabgeordneten Monika Lazar (Bündnis90/Die Grünen) und anderen mehr.

Bislang machten Frauen nur einen kleinen Teil der rechtsextremen Szene aus, aber ihre Zahl nimmt auffällig zu, stellt die MUT-Redaktion fest. Um die Szene für Frauen attraktiv zu machen und Frauen darin zu halten, werden sie mittlerweile stärker in reflexive Strukturen integriert. Die Rolle von Mädchen und Frauen bleibt jedoch weiterhin vorrangig als Helferin und Mutter definiert - um die völkischen Ziele der Neonazi-Bewegung zu erreichen.

Weitere Infos

Bundeszentrale für Politsche Bildung: www.bpb.de/rechtsextremismus

Mut gegen rechte Gewalt: www.mut-gegen-rechte-gewalt.de


Public Affairs

Beitrag vom 04.11.2007

AVIVA-Redaktion 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte

. . . . PR . . . .

Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte
Jüdisch. Solidarisch. Antirassistisch. Der Essayband mit einem Vorwort von Aleida Assmann knüpft an die beiden Aufsatzbände "Übungen jüdisch zu sein" und "Mit Eichmann an der Börse" an.
Mehr zur Autorin, zum Buch, sowie Bestellung unter: www.mandelbaum.at

Anne Waak - Wir nennen es Familie

. . . . PR . . . .

Wir nennen es Familie von Anne Waak
Wenn die Kleinfamilie nicht das große Glück verspricht, beginnt die Suche nach anderen Formen des Zusammenlebens. Anne Waaks Buch inspiriert dazu, die Familienform zu entdecken, die am besten zu einem passt und in der die Verantwortung für Kinder fair geteilt wird.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.edition-koerber.de

Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit. Dokumentarfilm von Yulia Lokshina. Kinostart: 22.10.2020

. . . . PR . . . .

Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit
In der westdeutschen Provinz kämpfen osteuropäische LeiharbeiterInnen des größten Schweineschlachtbetriebs ums Überleben – und deren UnterstützerInnen mit den Behörden. Zeitgleich proben Münchener GymnasiastInnen das Stück "Die Heilige Johanna der Schlachthöfe" …
Mehr zum Film und der Trailer unter: jip-film.de und www.facebook.com/RegelnAmBand

Rebekka Reinhard - Wach denken

. . . . PR . . . .

Wach denken von Rebekka Reinhards
Entschlossen sollen wir sein, lösungsorientiert, erfolgreich. Aber immer nur Erwartungen zu erfüllen, macht unfrei und unglücklich. Rebekka Reinhard gelingt ein philosophischer Befreiungsschlag: Leidenschaftlich, pointiert und schlau argumentiert sie für ein waches Denken.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.edition-koerber.de


Kooperationen

RuT - Rad und Tat e.V.