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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 25.02.2008

Feministisches Magazin an.schlÀge wird 25
Anna Tremper

an.schlĂ€ge - Das feministische Magazin aus Österreich feiert 25 Jahre jenseits des Malestreams. Monat fĂŒr Monat erscheint das Magazin mit Artikeln zu Politik, Arbeit, Gesellschaft und Kultur



Die an.schlĂ€ge sind nach wie vor das einzige feministische Monatsmagazin im gesamten deutschsprachigen Raum. 1983 als vierteljĂ€hrliches Magazin gegrĂŒndet, erscheinen sie seit 1988 monatlich. Berichtet wird nicht nur ĂŒber "Frauenthemen", sondern ĂŒber das aktuelle politische, gesellschaftliche und kulturelle Geschehen aus feministischer Perspektive. "Feministische Medien waren immer eines der wichtigsten Mittel im Kampf um Gleichberechtigung", sagt Redakteurin Lea Susemichel. "Und sie sind nach wie vor ein unverzichtbarer Bestandteil einer kritischen Medienöffentlichkeit", ergĂ€nzt Saskya Rudigier, die gemeinsam mit Susemichel die Redaktionsarbeit koordiniert.

Medien sind ein zentraler Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Es ist nicht zuletzt kontinuierlicher feministischer Medienarbeit zu verdanken, dass sich die Situation von Frauen im letzen Vierteljahrhundert entscheidend verbessert hat. Das feministische Magazin berichtete von Anfang an ĂŒber Themen, die mittlerweile auch im Mainstream-Journalismus angekommen sind: Gewalt in der Familie, Sexismus in der Werbung, Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, Frauengesundheit etc. Neben diesen notwendigen Analysen von Ungleichheit ging es den Feministinnen aber immer auch um positive GegenentwĂŒrfe. Zu allen Zeiten wurden erfolgreiche Frauen portrĂ€tiert, feministische Etappensiege gefeiert, die Ergebnisse von Geschlechterforschung und die neuesten Gender-Theorien diskutiert.

Viele wichtige Frauen des politischen und kulturellen Lebens Österreichs zĂ€hlen die an.schlĂ€ge zu ihren Abonnentinnen: Johanna Dohnal beispielsweise ebenso wie Elfriede Jelinek. Das Magazin und die Leistung seiner Journalistinnen wurden mehrfach ausgezeichnet, wie etwa mit dem Claus-Gatterer-Preis und dem renommierten Concordia-Preis.

Das Heft in die Hand nehmen
Anfang der 1980er wollten die an.schlĂ€ge-GrĂŒnderinnen nicht "ob der Tristesse des alltĂ€glichen Sexismus und Antifeminismus resignieren", sondern wortwörtlich "das Heft in die Hand nehmen", so MitgrĂŒnderin Brigitte Mayr ĂŒber ihre damalige Motivation. Als Do-it-Yourself-Projekt von einigen engagierten Frauen mit viel Herzblut auf die Beine gestellt, wurde die Zeitung schnell "auf ein Niveau gebracht, dass niemand uns geglaubt hat, unter welchen UmstĂ€nden wir damals gearbeitet haben", erinnert sich die ehemalige Redakteurin Angela Heissenberger. Mit Schreibmaschinen und einigen Riesencomputern samt Floppy-Disks wurden die ersten JahrgĂ€nge produziert, das Layout wurde noch per Hand auf Leuchttischen gesetzt. Vom Schreibmaschinenanschlag hat die Zeitschrift bis heute ihren Namen behalten, die Assoziation eines - wenn auch gewaltlosen - Anschlags auf das Patriarchat war daneben durchaus ebenso gewollt.
Die finanzielle Situation der Zeitschrift hat sich im Laufe der Zeit nie wesentlich und immer nur fĂŒr kurze Perioden verbessert. Die wichtige feministische Forderung nach einer angemessenen Honorierung der Leistung von Frauen kann damit auch vom Projekt selbst nicht erfĂŒllt werden: Ein Großteil der Arbeit wird weiterhin unbezahlt verrichtet.

Neben einem umfangreichen Politik- und Kulturteil, einem Schwerpunktthema sowie Artikeln zu Arbeit und Wissenschaft wurde die Zeitschrift mit Kommentaren, Kolumnen, Musik- und Buchrezensionen, Veranstaltungstipps und Terminen im Laufe der Jahre inhaltlich stetig erweitert. Wichtig war dabei immer die internationale Ausrichtung. Reportagen und Berichte von den unterschiedlichsten SchauplĂ€tzen und Kampffeldern spannen dabei auch thematisch den grĂ¶ĂŸtmöglichen Bogen: Vom Abtreibungsgesetz in Nicaragua zum lesbisch-queeren Pornofilmfestival in Deutschland. Von der Frauenbewegung im Kaukasus ĂŒber die Genderaspekte des Klimawandels bis zu New Yorker Performancekunst.

Medienwelten
Das Erscheinungsbild wurde ebenfalls in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden erneuert, auch anlĂ€sslich des JubilĂ€ums wurde das Heft nun einem grĂŒndlichen Relaunch unterzogen.
Neben der Herausgabe des Magazins produzieren die an.schlÀge-Redakteurinnen Saskya Rudigier und Lea Susemichel seit 2005 auch das Fernsehmagazin an.schlÀge tv. Ausgestrahlt wird es vom partizipativen Fernsehkanal OKTO in Wien, mittlerweile auch vom Hamburger Fernsehsender "Tide". "Mit an.schlÀge tv soll die feministische Gegenöffentlichkeit der an.schlÀge einen weiteren wichtigen Teil der Medienwelt erobern und feministische Perspektiven jenseits des Malestreams auch im niederschwelligen Medium Fernsehen prÀsentieren", so die Macherinnen Rudigier und Susemichel.
Auch die mehrmals im Jahr erscheinende Rezensionszeitschrift "Weiberdiwan" ist ein sehr erfolgreiches Projekt des Magazins.
AnlĂ€sslich des JubilĂ€ums werden die an.schlĂ€ge im Herbst 2008 einen Sammelband ĂŒber feministische Medien im deutsprachigen Raum herausgeben. Außerdem ist eine Tagung zum Thema mit feministischen Medienmacherinnen geplant.

Viele Gesichter
Die an.schlĂ€ge bezogen zwar immer deutlich Position, verfolgten aber anders als ihr deutsches Pendant "Emma" nie eine rigide Blattlinie. Die Themen und Meinungen spiegelten vielmehr die verschiedenen LebensrealitĂ€ten und Feminismen ihrer Autorinnen. Das feministische Magazin hatte auch nie eine Galionsfigur wie Alice Schwarzer, der Feminismus der an.schlĂ€ge hatte in jeder Hinsicht viele Gesichter. Es hat mehrere Generationenwechsel in den vergangenen 25 Jahren gegeben, gearbeitet wurde immer im Kollektiv. Ein wichtiges Ziel der an.schlĂ€ge bestand ĂŒberdies immer in der Ausbildung des journalistischen Nachwuchses. Viele ehemalige Mitarbeiterinnen arbeiten inzwischen bei großen Medien - und machen diese ein bisschen feministischer.

Weitere Infos finden Sie unter:
www.anschlaege.at

Public Affairs Beitrag vom 25.02.2008 AVIVA-Redaktion 





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