Nacktfußball EM der Frauen – Gegendemonstration am Samstag, 8. Juni 2013 - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Public Affairs
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Finanzkontor
AVIVA-Berlin > Public Affairs AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Politik + Wirtschaft
   Diskriminierung
   Veranstaltungen in Berlin
   Kultur
   JĂŒdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 06.06.2013

Nacktfußball EM der Frauen – Gegendemonstration am Samstag, 8. Juni 2013
Lou Zucker

Das Fußball-Nationalfrauschaft verteidigt zum achten Mal ihren EM-Titel – ein breites Publikum scheint sich fĂŒr Frauenfußball jedoch erst dann zu interessieren, wenn die Spielerinnen nackt sind.



Anmerkung der AVIVA-Redaktion:

Aus naheliegenden GrĂŒnden haben wir uns entschlossen, das zur Nacktfußball EM gehörige Plakat hier nicht zu veröffentlichen. Wer es sich ansehen möchte, findet es auf den Seiten der Veranstalter_innen.



Kommenden Monat findet in Schweden die Fußball-Europameisterinnenschaft statt. Das deutsche Team wird seinen Titel verteidigen, den es 2009 mit einem grandiosen 6:2 gegen England das siebte Mal insgesamt und das fĂŒnfte Mal in Folge gewann. Die Nachricht, dass Frauen Fußball spielen können – und das in Deutschland bisher erfolgreicher als ihre mĂ€nnlichen Kollegen – dĂŒrfte inzwischen auch bis in die patriarchalsten Winkel der Gesellschaft vorgedrungen sein.

Berlins Straßen hingegen zeichnen ein anderes Bild. Pinke Porno-Plakate kĂŒndigen derzeit allerorts die sogenannte "1. Nacktfussball EM der Frauen" an. Laut Veranstaltungstext "kĂ€mpfen nicht weniger als vier sexy Teams mit je vier Spielerinnen aus dem Model-Bereich um die Krone des Nacktfussball-Europameisters" und zwar nach folgenden Regeln:

"Jede Spielerin eines Teams legt als "Strafe" fĂŒr ein Gegentor ein KleidungsstĂŒck ab, bis alle nackt sind. Ab diesem Zeitpunkt dauert das Spiel noch sieben Minuten."

Die offizielle Facebook-Seite des Events hat bereits 1.500 Likes – ein Zehntel der Zuschauer_innen des UEFA EM-Finales 2009.

Wie viele Tore, Titel und Triumphe mĂŒssen die weiblichen Fußballprofis noch erzielen, bis Frauen im Sport fĂŒr ihre Leistungen anerkannt und nicht immer wieder auf ihre SexualitĂ€t reduziert werden? Selbst auf der Höhe der öffentlichen Aufmerksamkeit fĂŒr den Frauenfußball wĂ€hrend der WM 2011 in Deutschland kommentierten die Medien immer wieder in einem Maße Äußerlichkeiten der Spielerinnen, wie es im MĂ€nnerfußball undenkbar wĂ€re. Auch ein Fußballerinnen-Pin-Up-Kalender 2012 wurde nicht ausgelassen, ĂŒber den die Hamburger Morgenpost wie folgt berichtete:

"Die Herausgeber wollen Fußball - vor allem fĂŒr Frauen - attraktiver machen. Und in der Tat - die zwölf Kalendergirls haben wenig mit dem typischen Image von Frauenfußball zu tun. Fußball spielen können alle zwölf ausgewĂ€hlten Models, aber nicht nur beim Kicken haben sie QualitĂ€ten."

Die Message, die von derartigen ReprĂ€sentationen von Sportlerinnen ausgeht, ist nach wie vor: Frauen werden in erster Linie an ihrem Aussehen, nicht an ihren sportlichen Erfolgen gemessen. Im Gegenteil, zu viel Sportlichkeit scheint geradezu hinderlich, um als Frau anerkannt zu werden. In ihrem Aufsatz "The Exclusion of Women from Sports" erklĂ€rt die Wissenschaftlerin Iris Marion Young, warum unsere Gesellschaft anscheinend immer noch ein derartiges Problem damit hat, Frauen im Sport zu akzeptieren: Wer Sport treibt, setzt den Körper aktiv ein – das widerspricht der massiven Darstellung weiblicher Körper als passive Sexobjekte in Filmen, Werbung und anderen Medien.

Gegen die von der US-amerikanischen Firma New Sport Events, Inc. organisierte "Nacktfussball EM" wird auf Facebook bereits Protest angekĂŒndigt:

"Wir sind wĂŒtend ĂŒber diesen erneuten Tiefpunkt an Objektifizierung von Frauen und die fortschreitende Pornifizierung dieser Gesellschaft!", heißt es in dem Demonstrationsaufruf. "Hier werden Frauen zur Belustigung und Unterhaltung von MĂ€nnern zur Schau gestellt, ihre Körper zur Ware reduziert, mit denen die Organisierenden Geld verdienen."


Mit einer Kundgebung am Samstag, den 08. Juni 2013, um 13:30 Uhr am

Palais am Funkturm Messe
Masurenallee 14
14057 Berlin

soll der entwĂŒrdigenden Veranstaltung etwas entgegen gesetzt werden.



Weitere Informationen finden Sie unter:

Protestaufruf gegen die Nacktfußball EM der Frauen


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

11 Freundinnen - Sie wollen nicht nur spielen. Kinostart: 23. Mai 2013

Abschluss des Frauenfußball-Jahres 2012


Quellen:

Deutschlands heißeste BallkĂŒnstlerinnen (Hamburger Morgenpost, 26.8.2011)

Iris Marion Young: The Exclusion of Women from Sports

Public Affairs Beitrag vom 06.06.2013 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken