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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 07.02.2009

Mahnwache f├╝r die ermordeten Frauen von TERRE DES FEMMES
Angelika Boczek

Mahnwache f├╝r Hatun S├╝r├╝c├╝ am 7. Februar 2009 in Berlin und Mahnwache f├╝r Morsal Obeidi am 13. Februar 2009 in Hamburg. Stellvertretend f├╝r die namenlosen Opfer von M├Ąnnergewalt.



Zwei Morde an Frauen "im Namen der Ehre" standen in den letzten Jahren im Blickpunkt einer gr├Â├čeren ├ľffentlichkeit: Am 7. Februar 2005 wurde Hatun S├╝r├╝c├╝ (23) in Berlin von ihrem j├╝ngeren Bruder Ayhan mit drei Kopfsch├╝ssen erschossen und am 8. Mai 2008 starb Morsal Obeidi (16) in Hamburg, brutal durch 23 Messerstiche von ihrem Bruder Ahmad Sobair Obeidi hingerichtet. Beide F├Ąlle l├Âsten endlich eine ├╝berregionale Diskussion aus ├╝ber das Leiden von Frauen, die sich ihrer traditionellen, von der Familie vorgegebenen, Rolle nicht aussetzen mochten. Beiden Morden war eine jahrelange Bedr├Ąngung seitens der Familien vorausgegangen, beide Frauen erlitten Schikanen und Anschuldigungen, die mit der Ausl├Âschung ihres Lebens endeten.

Um die Aufmerksamkeit wach zu halten, die Tat an Hatun S├╝r├╝cu nicht vergessen zu lassen, gegen Gewalt im Namen der Ehre zu protestieren, wird von TERRE DES FEMMES eine Mahnwache am Ort und Tag des Mordes veranstaltet: Am 7. Februar 2009, Ecke Oberlandstra├če/Oberlandgarten, Berlin-Tempelhof, 10 Uhr. (U Alt-Tempelhof, Bus 246).

Die Mahnwache soll zugleich Forum bieten f├╝r l├Ąngst ├╝berf├Ąllige Forderungen:

  • Verbesserungen im Aufenthaltsrecht f├╝r Migrantinnen
  • Einen eigenen Straftatbestand Zwangsheirat
  • Erhalt und Schaffung von spezialisierten Beratungs- und Schutzeinrichtungen.


    Die Berliner Senatsverwaltung f├╝r Wirtschaft, Technologie und Frauen gedenkt ebenfalls des Mordes an Hatun S├╝r├╝c├╝ und verweist auf "ressort├╝bergreifende Konzepte zur Bek├Ąmpfung von Zwangsverheiratung" und weitere Ma├čnahmen wie zum Beispiel Projekttage an Schulen zum Thema Gewalt.
    Damit die Jugendlichen so fr├╝h wie m├Âglich qualifizierte Unterst├╝tzung und Beratung erhalten, ist es wichtig, andere Kontaktpersonen wie Lehrerinnen und Lehrer zu sensibilisieren und die Problematik auch an den Schulen zu thematisieren.
    "Hier setzt die AG Schulaktionen, eine gemeinsame AG des Berliner Arbeitskreises gegen Zwangsverheiratung und des Aktionsb├╝ndnisses gegen h├Ąusliche Gewalt des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg, an", berichtet Bezirksb├╝rgermeister Dr. Franz Schulz. "Die AG hat Materialien f├╝r die Unterrichtsgestaltung entwickelt und benennt kompetente Projekte, die beispielsweise Projekttage zum Thema Gewalt und Zwangsverheiratung an Schulen durchf├╝hren. Wir sehen darin einen wichtigen Weg, pr├Ąventiv t├Ątig zu werden."

    In Hamburg wird voraussichtlich am 13. Februar 2009 f├╝r Morsal Obeidi eine Mahnwache abgehalten, vor dem OLG Hamburg, Sievekingplatz 3, nach der Urteilsverk├╝ndung gegen den Bruder und M├Ârder des toten M├Ądchens.

    Das t├Ągliche Leiden von Frauen, die in einer Parallelgesellschaft leben, laut Serap Cileli "... in totaler Abh├Ąngigkeit von ihren Eltern, ihrem Ehemann und/oder ihren Schwiegereltern..." ist eine Vorstellung, die von Frauen ohne Migrationserfahrung zumeist sehr weit entfernt ist, selbst wenn wir in unmittelbarer Nachbarschaft zu MigrantInnen-Familien leben.

    Anschaulich und anhand ihrer eigenen Lebensgeschichte wird der Terror, dem t├╝rkische Frauen oft ausgesetzt sind, in dem Buch von Serap Cileli "Eure Ehre ÔÇô unser Leid. Ich k├Ąmpfe gegen Zwangsehe und Ehrenmord" geschildert. Ein Buch des Schreckens - aber auch der Hoffnung und des Mutes und der konsequenten Anklage:
    "Zwangsverheiratung ist Vergewaltigung auf Lebensdauer". Serap Cileli dokumentiert und archiviert auch die zahllosen F├Ąlle von Morden an Frauen, die keine ├ľffentlichkeit erhielten.

    Stellvertretend f├╝r die namenlosen Opfer von M├Ąnnergewalt stehen die Namen Hatun S├╝r├╝c├╝ und Morsal Obeidi.

    Infos zu TERRE DES FEMMES finden Sie unter:
    www.terre-des-femmes.de und www.frauenrechte.de

    Betroffene finden in Berlin Hilfe und Beratung u. a. bei der
    BIG-Hotline (Tel. 611 03 00)
    beim M├Ądchennotdienst (Tel. 61 00 63)
    dem Jugendnotdienst (Tel. 61 00 62)
    oder online ├╝ber beratung@papatya.org
    oder www.sibel-papatya.org

    Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

    T├╝rkische Autorinnen im Fokus


    The Body Shop und Terre des Femmes gegen H├Ąusliche Gewalt

  • Public Affairs Beitrag vom 07.02.2009 AVIVA-Redaktion 





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