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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 11.03.2009

G├╝tesiegel f├╝r Kinderbetreuung in Tagespflege
AVIVA-Redaktion

Der Ausbau der Betreuungspl├Ątze f├╝r unter Dreij├Ąhrige schreitet voran, dabei soll ein G├╝tesiegel f├╝r Bildungstr├ĄgerInnen einheitliche Qualifikation in Tagespflege sichern, beschlie├čt der Bund.



Mit dem Angebot an Pl├Ątzen muss auch die Qualit├Ąt wachsen
Um die Ausbildung von Tagesm├╝ttern in Deutschland zu vereinheitlichen und einen fachlich anerkannten Standard zu gew├Ąhrleisten, wollen Bundesregierung, Bundesl├Ąnder und die Bundesagentur f├╝r Arbeit ein gemeinsames G├╝tesiegel f├╝r Ausbildungstr├ĄgerInnen einf├╝hren. Mit dem G├╝tesiegel soll gew├Ąhrleistet werden, dass die rund 30.000 Tagesm├╝tter und Tagesv├Ąter, die zus├Ątzlich zu den bereits t├Ątigen Tagespflegekr├Ąften gewonnen werden m├╝ssen, um eine durchschnittliche Betreuungsquote von 35 Prozent in Deutschland zu erreichen, gut vorbereitet mit ihrer Arbeit beginnen k├Ânnen.

Welchen Stellenwert der Kindertagespflege zukommt, belegt der am 11. M├Ąrz 2009 vom Bundeskabinett beschlossene Bericht zum Tagesbetreuungsausbaugesetz. Der Bericht zeigt, dass es mehr Betreuungsangebote f├╝r unter Dreij├Ąhrige gibt als in den vergangenen Jahren, allerdings noch nicht genug. So wurden im M├Ąrz 2008 insgesamt 364.190 Kinder unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und Tagespflege betreut. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl damit um fast 43.000. Damit kann jedes achte Kind im Westen und fast jedes zweite Kind im Osten ein Betreuungsangebot in Anspruch nehmen. Das ist gegen├╝ber den Vorjahren eine deutliche Steigerung, allerdings immer noch nicht bedarfsgerecht.

Ziel ist eine Betreuungsquote von 35 Prozent im Jahr 2013. Der Bericht zeigt, dass die alten Bundesl├Ąnder (ohne Berlin) eine Quote von 12,2 Prozent erreichen, die neuen Bundesl├Ąnder 42,2 Prozent. Bundesweit liegt die Betreuungsquote damit bei 17,8 Prozent. Die Zuwachsrate stieg im gesamten Bundesgebiet von 2006 auf 2007 um 1,9 Prozentpunkte und von 2007 auf 2008 um 2,3 Prozentpunkte.

Die Bundesministerin f├╝r Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen: "Viele Eltern suchen vor allem f├╝r ihre kleineren Kinder eine verl├Ąssliche, kompetente und gleichzeitig hochflexible Betreuung. All das finden sie bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater. Damit sie ihre Kinder gut aufgehoben wissen, m├╝ssen wir einen hohen Ma├čstab anlegen. Die Ausbildung der Tagesm├╝tter ist die Achillesferse, denn die Anforderungen sind in Deutschland sehr unterschiedlich. Wir wollen deshalb gemeinsam mit den Bundesl├Ąndern und der Bundesagentur f├╝r Arbeit ein einheitliches G├╝tesiegel einf├╝hren. Damit garantieren wir eine einheitliche Qualifikation der Tagespflegekr├Ąfte, die wir f├╝r den Aufbau eines bedarfsgerechten Angebots brauchen."

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur f├╝r Arbeit, Frank-J. Weise: "Mit der Unterst├╝tzung des Aktionsprogramms durch die Bundesagentur sehen wir zwei wesentliche Vorteile. Zum einen k├Ânnen wir interessierten und geeigneten arbeitsuchenden Menschen eine neue berufliche Perspektive in der Kindertagespflege geben. Zum anderen er├Âffnen sich dadurch f├╝r M├╝tter und V├Ąter neue M├Âglichkeiten, wenn sie allein wegen fehlender Kinderbetreuungseinrichtungen keine Ausbildung oder Besch├Ąftigung aufnehmen k├Ânnen."

Der Minister f├╝r Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet: "Neben den beschlossenen Programmen zur quantitativen Steigerung des Betreuungsangebots f├╝r U3j├Ąhrige bis 2013 brauchen wir jetzt verbindliche Qualit├Ątssteigerungen in der fr├╝hkindlichen Bildung. Die Initiative der Bundesregierung zur Tagespflege ist dabei ein erster Schritt. Mittelfristig brauchen wir zus├Ątzlich eine bessere Aus- und Fortbildung sowie Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher."

Die Kindertagespflege ist ein zentraler Baustein f├╝r den geplanten Ausbau der Kindertagesbetreuung: Rund 30 Prozent der Pl├Ątze sollen hier bis zum Jahr 2013 entstehen. Doch obwohl die Kindertagespflege eine lange Tradition in Deutschland hat, gibt es bislang keine einheitlichen Standards f├╝r die Qualifizierung der Tagespflegekr├Ąfte. Die Jugend├Ąmter, die f├╝r die Erteilung der Pflegeerlaubnis zust├Ąndig sind, setzen oft sehr unterschiedliche Qualifikationen voraus: Die Anforderungen reichen vom Einf├╝hrungskurs mit wenigen Stunden bis zur mehrw├Âchigen Ausbildung.

Ziel des Aktionsprogramms Kindertagespflege ist es deshalb, Tagesm├╝tter und Tagesv├Ąter bundesweit nach dem fachlich anerkannten 160-st├╝ndigen Curriculum des Deutschen Jugendinstituts (DJI) oder vergleichbarer Lehrpl├Ąne zu qualifizieren. Nur wenn die Bildungstr├ĄgerInnen Qualifizierungen in diesem Umfang anbieten, erhalten sie das neue G├╝tesiegel von den Landesjugend├Ąmtern. Die Kosten f├╝r die Qualifizierung, die ├╝blicherweise die Jugendhilfetr├ĄgerInnen tragen, werden ├╝bernommen. Daf├╝r stehen neben den Ma├čnahmen zur Aktivierung und beruflichen Wiedereingliederung der Bundesagentur f├╝r Arbeit zus├Ątzlich bis zu 9 Millionen Euro aus dem Europ├Ąischen Sozialfonds der Europ├Ąischen Union zur Verf├╝gung.

Der Ausbau der Kinderbetreuung in Deutschland:
So unterschiedlich wie die regionalen Kinderbetreuungsangebote sind auch die Strategien f├╝r den geplanten Ausbau: Kindergartengruppen werden auch f├╝r Zweij├Ąhrige ge├Âffnet oder altersgemischte Gruppen eingerichtet und Krippen gebaut. Die Bundesregierung hat 2,15 Milliarden Euro f├╝r Investitionen in die Betreuung der unter Dreij├Ąhrigen zur Verf├╝gung gestellt. Das Zukunftsinvestitionsgesetz ("Konjunkturpaket II") erg├Ąnzt diese Mittel durch weitere Finanzhilfen f├╝r den gesamten Bereich der fr├╝hkindlichen Infrastruktur. Um das vereinbarte Ziel einer Angebotsquote von 35 Prozent im Jahr 2013 zu erreichen, ist es allerdings notwendig, die Angebote f├╝r die unter Dreij├Ąhrigen vor allem im Westen schneller auszubauen als bisher. So muss die Betreuungsquote in den alten Bundesl├Ąndern noch um rund 23 Prozentpunkte gesteigert werden.

Der quantitative Ausbau darf allerdings nicht zu Lasten der Qualit├Ąt gehen. Schon heute gibt es erheblichen Bedarf an Fort- und Weiterbildung f├╝r Erzieherinnen und Erzieher. Neben den Investitionszusch├╝ssen von 2,15 Milliarden Euro und den im Zukunftsinvestitionsgesetz vorgesehenen Mitteln beteiligt sich der Bund deshalb auch an den Betriebskosten: Bis zum Jahr 2013 stellt die Bundesregierung 1,85 Milliarden Euro und anschlie├čend einen j├Ąhrlichen Festbetrag von 770 Millionen Euro zur Verf├╝gung. Diese Mittel sollen vor allem dazu genutzt werden, die Qualit├Ąt der Betreuung zu verbessern und dort wo bereits ein gutes Niveau erreicht wurde dieses zu sichern.

Weitere Informationen zum TAG-Bericht und dem G├╝tesiegel unter:
www.vorteil-kinderbetreuung.de

Weitere Infos:
Bundesministerium f├╝r Familie, Senioren, Frauen und Jugend: www.bmfsfj.de

Quelle: PM/BMFSFJ, 11.03.09

Public Affairs Beitrag vom 11.03.2009 AVIVA-Redaktion 





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