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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 27.07.2009

Israel, die J├╝dische Gemeinde zu Berlin, Henryk M. Broder und viele andere klardenkende Menschen kritisieren K├Âhler wegen Bundesverdienstkreuzverleihung an j├╝dische Antisemitin
Weinthal, Adler

Felicia Langer hatte Israel unter anderem als "Apartheid der Gegenwart" bezeichnet sowie Ahmadinedschad gelobt. Diverse Pers├Ânlichkeiten wie Arno Lustiger und Ralph Giordano wollen...



... ihr erhaltenes Bundesverdienstkreuz zur├╝ckgeben.


Die israelische Regierung ist emp├Ârt ├╝ber die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die J├╝din Felicia Langer

Israel hat die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die in T├╝bingen lebende israelische Anw├Ąltin Felicia Langer scharf kritisiert. "Langer hat ├╝ber Jahre immer wieder Kr├Ąfte unterst├╝tzt, die Gewalt, Tod und Extremismus bef├╝rworten", sagte der Sprecher des israelischen Au├čenministeriums, Yigal Palmor, dem Tagesspiegel. Jedem, der ihr einen Orden verleihen wolle, m├╝ssten "die Konsequenzen bewusst sein, wenn man Intoleranz und b├Âse Absichten nachtr├Ąglich legitimiert".

Langer ist f├╝r Vergleiche zwischen Israel und der Apartheid in S├╝dafrika sowie Lob f├╝r Irans Pr├Ąsident Ahmadinedschad ber├╝chtigt. Die Anw├Ąltin hatte Israel in der Vergangenheit als "Apartheid der Gegenwart" bezeichnet, den Zentralrat der Juden verglich sie mit einer "Filiale der israelischen Botschaft". T├╝bingens Oberb├╝rgermeister Boris Palmer (Gr├╝ne) verteidigte Langer als "eine scharfe Kritikerin". Der j├╝dische Autor Ralph Giordano drohte mit der R├╝ckgabe seines Verdienstkreuzes, sollte Bundespr├Ąsident Horst K├Âhler die Verleihung an Langer nicht r├╝ckg├Ąngig machen. Langer betonte, sie wolle die Auszeichnung behalten.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 24.07.2009)

Die J├╝dische Gemeinde zu Berlin h├Ąlt die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer f├╝r einen Skandal

Langer ist eine aus Polen stammende J├╝din, die vor den Nazis fliehen musste.
Sie wanderte nach Israel aus und wurde dort Rechtsanw├Ąltin. Nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 beschloss sie, ihrer Ansicht nach ┬┤Unterprivilegierte┬┤ in Israel zu unterst├╝tzen und verteidigte fortan Pal├Ąstinenser vor Gericht. Seit 1990 lebt und arbeitet sie in Deutschland.
Der Blickwinkel dieser ┬┤Menschenrechtsaktivistin┬┤, die Mitglied im Zentralkomitee der kommunistischen Partei Israels war, zeichnete sich allerdings im Nahostkonflikt konsequent durch die wissentlich Vertauschung von Ursache und Wirkung der herrschenden Gewalt aus. So wirft der Pr├Ąsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Dr. h.c. Johannes Gerster, ihr in seinem Statement zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes ihre widerlegbare, einseitige Schuldzuweisung an die Adresse Israels vor, und dass sie damit die Geschichte verf├Ąlsche. Mit solchen Methoden diene niemand dem so wichtigen Frieden. Stattdessen leiste sie der Unvers├Âhnlichkeit und dem Hass gegen├╝ber Israel Vorschub. Islamische Fundamentalisten w├╝rden dadurch eher zur Gewalt ermuntert als gebremst.

Der Journalist Henryk M. Broder betont wiederum, dass die Verleihung eines Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse an Langer eine Grenz├╝berschreitung darstellt. Noch nie in der Geschichte der Bonner und der Berliner Republik sei einem bekennenden Kommunisten beziehungsweise einer Kommunistin eine solche Ehre zuteil geworden.
Er f├╝hrt aus, dass f├╝r Langer die Juden beziehungsweise die Israelis immer die B├Âsen seien, die mit Vorsatz handeln - und die Pal├Ąstinenser immer die Guten, die in ihrer Verzweiflung in der Wahl der Mittel gelegentlich zu weit gehen, aber prinzipiell im Recht sind.

Zentral ist bei diesem Skandal die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass im Vorfeld der Entscheidung, Langer diese h├Âchste deutsche Ehrung zuteil werden zu lassen, ihre bis heute aktuelle kommunistische Ausrichtung, ihre Israelfeindlichen ├äu├čerungen und ihre Unterst├╝tzung von gewaltt├Ątigen und demokratiefeindlichen Kr├Ąften nicht ber├╝cksichtigt wurden.
Verantwortlich ist das Bundespr├Ąsidialamt, ma├čgeblich betreute allerdings die Landesregierung von Baden-W├╝rttembergs Ministerpr├Ąsident G├╝nther Oettinger das Verfahren. Und Oettinger hat mit j├╝dischen Themen eine Vorgeschichte: In der Rede auf seinen Amtsvorg├Ąnger Hans Filbinger, der immerhin NS-Marinerichter war, bezeichnete er ihn als einen "Gegner der Diktatur" und l├Âste damit bundesweit Emp├Ârung aus. Selbst die Kanzlerin hatte sich von der Rede Oettingers distanziert, und schlie├člich entschuldigte er sich f├╝r seine Worte.
2007 stand er erneut unter Beschuss, weil er Schirmherr einer Presse-Gala war, die am 9. November stattfand, am Gedenktag der Pogrome von 1938. Trotz Protesten blieb er bei seiner Schirmherrschaft.
Nun hat er es der guten Dinge drei sein lassen und bef├╝rwortet, dass Frau Langer das Bundesverdienstkreuz auf Vorschlag von Evelyn Hecht-Galinski erhalten hat.

Hecht-Galinski ist die Dame, von der Henryk M. Broder nunmehr ungestraft sagen darf:
"Antisemitische und antizionistische Aussagen sind ihre Spezialit├Ąt".

Der Oberb├╝rgermeister von T├╝bingen, Boris Palmer, unterst├╝tzt die Auszeichnung bis heute nachdr├╝cklich trotz der Proteste.
Respekt verdienen die Pers├Ânlichkeiten, die ihr erhaltenes Bundesverdienstkreuz zur├╝ckgeben wollen:
Dazu geh├Âren unter anderem Arno Lustiger, Ralph Giordano, der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde N├╝rnberg, Arno S. Hamburger und viele weitere Tr├Ąger dieses Ordens. Das muss verhindert werden.


Die J├╝dische Gemeinde zu Berlin fordert, dass die abwegige Auszeichnung Felicia Langers mit dem Bundesverdienstkreuz schnellstm├Âglich r├╝ckg├Ąngig gemacht wird.

Ehrung f├╝r Israel-Kritikerin zur├╝cknehmen!

Bundespr├Ąsident Horst K├Âhler sollte die Verleihung des Bundesverdienstkreuz an Felicia Langer r├╝ckg├Ąngig machen, um ein Zeichen zu setzen, dass eine Gegnerin der einzigen Demokratie im Nahen Osten und Verbreiterin eines subversiven Antisemitismus nicht salonf├Ąhig ist und geehrt werden darf.
Die in T├╝bingen lebende israelische Anw├Ąltin Felicia Langer macht sich f├╝r islamische fundamentalistische Gruppen wie Hamas und die Islamische Republik Iran stark. Sie ist f├╝r ihren Hass auf Israel bekannt. F├╝r Langer ist Israel die "Apartheid der Gegenwart". Daher hat die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an sie f├╝r Irritationen gesorgt, die anhalten. Langers Haltung ist popul├Ąr bei einem gro├čen Teil der Linkspartei einschlie├člich der Gr├╝nen. Der T├╝bingen-Oberb├╝rgermeister Boris Palmer (Gr├╝ne) bleibt der st├Ąrkste Verteidiger Langers und verharmlost ihre antisemitischen Statements als blo├če "scharfe Kritik" an der israelischen Regierung.
Nimmt man die Arbeitsdefinition der Europ├Ąischen Union zum Antisemitismus als Ma├čstab, erf├╝llen Langers ├äu├čerungen s├Ąmtliche Kriterien: Sie delegitimiert Israel durch den Vergleich mit S├╝dafrika w├Ąhrend der Apartheid, sie d├Ąmonisiert Israel als einen Staat, der eine "rassistische Politik" betreibe, und sie misst Israel mit Ma├čst├Ąben, die sie an andere Staaten nicht anlegt. Kritik an der israelischen Regierung, wie an jedem Staat, ist legitim und notwendig, aber Langer hat die rote Linie der EU-Arbeitsdefinition des Antisemitismus ├╝berschritten.

K├Âhlers Verhalten st├Â├čt auf Unverst├Ąndnis in Israel

Auch G├╝nther Oettinger, der Ministerpr├Ąsident (CDU) Baden-W├╝rttembergs, setzte sich f├╝r Langers BVK ein. Dass aber ausgerechnet Bundespr├Ąsident Horst K├Âhler, der als Israel-Freund gilt und in der Knesset 2005 eine Rede hielt, den Orden an Langer zulie├č, st├Â├čt auf Unverst├Ąndnis in Israel. Langers Verh├Ąltnis zu Israel und dem Zentralrat der Juden, die sie als "Filiale der israelischen Botschaft" diffamierte, widerspricht der besonderen deutsch-israelischen Beziehung. Man pr├Ąsentiert eine J├╝din, die sich als "Israel-Kritikerin" versteht. Der Mechanismus wirkt: Ja, wenn es ein Jude sagt, dann kann es doch kein Antisemitismus ein. So kann man Israel "politisch korrekt" kritisieren, ohne sich selbst einem h├Ąsslichen Verdacht auszusetzen.
Nicht selten h├Ârt man antizionistische Juden behaupten, die Juden seien selbst Schuld am Antisemitismus und Israels Politik sei mit Nazi-Deutschland vergleichbar. Langer benutzt das Wort "Ghetto", das an das Warschauer Ghetto erinnert, um die Lage im Gaza-Streifen zu beschreiben. Die Instrumentalisierung einer winzigen Anzahl j├╝discher Israel-Hasser, die ein privates Problem ├Âffentlich verarbeiten, ist ein Skandal, der seinerseits Teil des "neuen Antisemitismus" ist.
Bundespr├Ąsident Horst K├Âhler sollte die Verleihung an Langer r├╝ckg├Ąngig machen, um ein Zeichen zu setzen, dass eine Gegnerin der einzigen Demokratie im Nahen Osten und Verbreiterin eines subversiven Antisemitismus nicht salonf├Ąhig ist und geehrt werden darf.

AVIVA-Kommentar: Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Frau Langer ist ein gefundenes Fressen f├╝r all diejenigen, die mit Kritik an Israel den l├Ąngst wieder in der Mitte Deutschlands angekommenen Antisemitismus ├╝bert├╝nchen und gesellschaftsf├Ąhig machen wollen.
Solange hochdatierte und ├Âffentlichkeitswirksame Auszeichnungen an AntisemitInnen verliehen werden und deutsche Unternehmen mit iranischen Unternehmen millionenschwere Deals abschlie├čen, wird sich wohl leider hinsichtlich des Israelbildes in Medien und ├ľffentlichkeit nichts grundlegend ├Ąndern. Ein wichtiges Zeichen w├Ąre es nun, den Fehler ├Âffentlich einzugestehen und die Auszeichnung zu widerrufen.


Geben Sie Ihren Kommentar ab unter dem von Benjamin Weinthal in WELT ONLINE am 27.07.2009 erschienenen Artikel:

http://debatte.welt.de



NEWS vom 09.09.2009Arno Hamburger gibt Bundesverdienstkreuz zur├╝ck

Arno Hamburger geb├╝hrt Hochachtung und Anerkennung. Er lie├č seinen Worten Taten folgen und vermochte durch die R├╝ckgabe seiner Orden in dieser Woche sogar das Bundespr├Ąsidialamt wachzur├╝tteln und zu einer Reaktion zu bewegen. Dass diese nur aus einem lauwarmen "Bedauern" bestand, ist eine wahrlich schwache Reaktion. Es ist traurig, dass gerade Hamburger sich veranlasst sah, seine Auszeichnung zur├╝ckzugeben. Wie kaum ein anderer setzte er sich seit Jahrzehnten unerm├╝dlich f├╝r die christlich-j├╝dischen und die deutsch- israelischen Beziehungen ein und verhalf der j├╝dischen Gemeinschaft nicht nur als Gemeindevorsitzender sondern auch als Kommunalpolitiker zu gro├čem Ansehen, Respekt und Anerkennung. Die Ehrung durch das Bundesverdienstkreuz hatte Arno Hamburger in hohem Ma├če verdient. Die Verleihung an Felicia Langer mutet im Vergleich dazu als eine Belohnung der Israelfeindschaft an.

(Quelle: Stephan J. Kramer, lesen Sie den vollst├Ąndigen Beitrag unter: www.hagalil.com





(Quellen, Tagesspiegel, WELT ONLINE, J├╝dische Gemeinde zu Berlin)

Public Affairs Beitrag vom 27.07.2009 AVIVA-Redaktion 





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