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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 13.08.2009

Wenn Eltern die Wahl haben - eine repr├Ąsentative Untersuchung
AVIVA-Redaktion

forsa befragte im Auftrag der Zeitschrift ELTERN 1.000 M├╝tter und V├Ąter zur Bundestagswahl. F├╝r welche Partei stimmen Eltern ab? Welche Themen sind ihnen wichtig? Was Eltern von der Politik fordern



Die forsa-Studie, die telefonisch bei 1.000 M├╝ttern (55 %) und V├Ątern (45 %) von Kindern unter 18 Jahren im Mai 2009 in ganz Deutschland durchgef├╝hrt wurde, ergab unter anderem, dass Eltern generell etwas liberaler w├Ąhlen als der Rest der Bev├Âlkerung. Besonders Bildung, Familienf├Ârderung und F├Âderalismus im Schulsystem sind zentrale Aspekte, die Eltern besch├Ąftigen.

W├Ąre der Bundestag bereits im Sommer gew├Ąhlt worden, h├Ątten sich 35 % der Eltern f├╝r die CDU entschieden, 26 % f├╝r die SPD und 14 % f├╝r die FDP. 13 % h├Ątten f├╝r die Gr├╝nen gestimmt und 8 % der Eltern mit Kindern unter 18 Jahren f├╝r Die Linke.

Eltern sind gr├Â├čere Wahlmuffel als der Durchschnitt der bundesdeutschen Wahlberechtigten (rund 20 %). Jede/r vierte Befragte (23 %) w├Ąre gar nicht zur Wahl gegangen. Das trifft besonders auf j├╝ngere M├╝tter und V├Ąter zu. Von den 18- bis 34-J├Ąhrigen will ein Drittel (33 %) nicht an der Bundestagswahl teilnehmen.

Globale Wirtschaftskrise und nationale Familienpolitik

Bildung ist f├╝r Deutschlands Eltern wichtiger als alles andere. Mit 81 % ist Bildung das Top-Thema. Auf dem 2. Platz rangiert die Familienf├Ârderung (77 %), mit 75 % gefolgt von der besseren Vereinbarkeit von Job und Familie. Die Kinderbetreuung ist f├╝r 67 % ein relevantes Thema. F├╝r die Mehrheit (52 %) ist die freie Wahl des Lebensmodells wichtig. Denn die klassische Rollenverteilung, bei der der Mann das Geld verdient und die Frau die Kinder h├╝tet, wird l├Ąngst nicht mehr von allen als optimal empfunden.
F├╝r 62 % der Eltern spielen diese Bildungs- und Familienfragen bei der Entscheidung f├╝r eine Partei eine genauso gro├če Rolle wie z. B. die Wirtschaftskrise, f├╝r rund ein Viertel (24 %) sogar eine noch gr├Â├čere.

F├Âderalismus im Schulsystem

Fast alle Befragten (91 %) lehnen den F├Âderalismus in der Bildungspolitik ab und fordern eine bundesweite Vereinheitlichung des Schulsystems. 68 % der befragten M├╝tter und V├Ąter finden das Schulsystem veraltet, besonders die Norddeutschen (79 %). Eine l├Ąngere gemeinsame Grundschulzeit w├╝nschen sich rund zwei Drittel (64 %), und 57 % sind der Meinung, dass in der Bildung zu viel auf die Eltern abgew├Ąlzt wird. ├ťber die H├Ąlfte (54 %) hadern mit dem Bildungssystem so sehr, dass sie ihre Kinder am liebsten auf eine Privatschule schicken w├╝rden, wenn sie es sich leisten k├Ânnten. Das trifft besonders auf Eltern mit Hauptschulabschluss zu (60 %).

Leistungen f├╝r Familien

Der Staat verf├╝gt ├╝ber viele unterschiedliche, teils neue F├Ârdert├Âpfe f├╝r Familien. Doch 81 % der befragten Eltern haben das Gef├╝hl, dass davon nur wenig bei ihnen ankommt. Rund drei Viertel (74 %) kritisieren, dass Finanzhilfen ├╝ber Abgaben und Steuern wieder verloren gehen. Mit diesem Problem sehen sich besonders Familien mit mittlerem Einkommen (82 %) konfrontiert. Um Familien tats├Ąchlich finanziell zu entlasten, favorisiert jede/r dritte Befragte (35 %) eine Kindergrundsicherung von 300 bis 400 Euro. Bei den Alleinerziehenden bef├╝rwortet das sogar fast jede/r Zweite (46 %). Mehr Kindergeld w├╝nschen sich 31 % der Befragten und h├Âhere steuerliche Freibetr├Ąge f├╝r jedes Kind 25 %.
Die W├╝nsche zur finanziellen Entlastung der Familien unterscheiden sich stark nach Einkommen und Alter der Kinder. Damit das Geld bei allen ankommt, fordern zwei Drittel (66 %) bessere Bildung und Betreuung anstatt direkte Zahlungen an Familien. Dieses Investitionsmodell ist f├╝r Ostdeutsche mit 75 % sogar noch wichtiger als f├╝r Westdeutsche (64 %).

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Mehr als die H├Ąlfte der Befragten (55 %) hat mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Probleme, teils sogar gro├če. Besonders betroffen sind dabei Alleinerziehende (65 %) und Eltern mit niedrigem Einkommen (61 %). F├╝r 43 % der Befragten w├╝rde ein flexibleres Betreuungsangebot Abhilfe schaffen. Bei den GutverdienerInnen gilt das f├╝r die H├Ąlfte. 37 % halten verbesserte Teilzeitangebote mit Zeitkonten f├╝r hilfreich, besonders Frauen machen sich daf├╝r stark (42 % vs. 30 % bei den M├Ąnnern). ├ťber ein Viertel der Befragten (28 %) w├╝nscht sich f├╝r eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf mehr Unternehmen, die M├╝ttern und V├Ątern auch bei Teilzeitarbeit Aufstiegschancen erm├Âglichen.

Betreuungsoffensive

72 % der Eltern sagen, sie h├Ątten kaum etwas von der Betreuungsoffensive der Bundesregierung gemerkt. Nur 6 % sehen sich aktuell als "Nutznie├čer". 39 % halten das Angebot an Kinderbetreuungspl├Ątzen in Deutschland f├╝r generell unzureichend. Diese Einsch├Ątzung unterscheidet sich deutlich zwischen den alten und neuen Bundesl├Ąndern.
W├Ąhrend in Ostdeutschland nur 30 % der M├╝tter und V├Ąter das Angebot an Betreuungspl├Ątzen kritisieren, sind 41 % in Westdeutschland unzufrieden. Die Mehrheit von 62 % der Eltern, die die Versorgungssituation in bestimmten Altersgruppen f├╝r nicht ausreichend halten, meinen, es gebe zu wenig Betreuungspl├Ątze f├╝r Kinder bis zwei Jahre. Ein Viertel von ihnen sieht einen Mangel bei den Grundschulkindern.

Wahlfreiheit in Sachen Lebensmodell

Was kann der Staat tun, damit Eltern wirklich frei entscheiden k├Ânnen, wie sie die Rollen in der Familie aufteilen wollen? 85 % der befragten M├╝tter und V├Ąter sind der Meinung, dass die unterschiedlichen Geh├Ąlter von M├Ąnnern und Frauen angeglichen werden m├╝ssen. Sonst bleibt das traditionelle Alleinverdienermodell aus rein finanziellen Gr├╝nden die beste Wahl. F├╝r insgesamt 88 % geh├Ârt zu einer echten Wahlfreiheit des Lebensmodells, dass Familienarbeit gesellschaftlich besser anerkannt und wie Erwerbsarbeit ein selbstverst├Ąndlicher Teil der Biografie wird - bei Frauen und M├Ąnnern. Das kann f├╝r 67 % der Befragten in Form eines Betreuungsgeldes passieren. Aber f├╝r 77 % spielt eine noch gr├Â├čere Rolle, dass eine Gesellschaft eine freie Entscheidung der Familien f├╝r ihre Rollenaufteilung verhindert, indem die Lebensmodelle mit Schlagw├Ârtern wie "Rabenm├╝tter" oder "Herdpr├Ąmie" belegt werden.

Weitere Informationen und die vollst├Ąndigen Studienergebnisse finden Sie unter: www.eltern.de


Quellen: Zeitschrift ELTERN, Forschungsinstitut forsa

Public Affairs Beitrag vom 13.08.2009 AVIVA-Redaktion 





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