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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 01.04.2010

2010 - Petition gegen die Zerst├Ârung des j├╝dischen Friedhofs in Brodno
Nadja Grintzewitsch

Seit kurzem kommt es im Warschauer Stadtteil Brodno verst├Ąrkt zu Sch├Ąndungen des j├╝dischen Friedhofes, der sich ohnehin schon in einem vollkommen desolaten Zustand befindet. Doch von Seiten der...



...polnischen Beh├Ârden erfolgte bislang keine Reaktion. Dagegen muss angegangen werden: Mit einer sofortigen Online-Petition!

Der j├╝dische Friedhof im Stadtteil Brodno wurde 1780 angelegt. Er ist somit einer der ├Ąltesten Polens ÔÇô und nur einer von zwei j├╝dischen Friedh├Âfen in ganz Warschau. Mehrere Tausend Menschen wurden im Laufe der Jahrhunderte dort begraben. W├Ąhrend des Zweiten Weltkrieges wurde er von den Nationalsozialisten zerst├Ârt und gesch├Ąndet, anschlie├čend nutzten die polnischen Beh├Ârden in Warschau einige der Grabsteine zum Wiederaufbau der zerst├Ârten Stadt. Durch den Holocaust und die damit verbundene Welle polnisch-j├╝discher Emigration gab es kaum noch lebende Nachkommen, die sich um die Grabstellen h├Ątten k├╝mmern k├Ânnen. Die Folge: Bereits in den 1950er Jahren befand sich der j├╝dische Friedhof Brodno in einem Zustand des kontinuierlichen Verfalls.

65 Jahre nach Kriegsende hat sich die Situation, wie zu erwarten war, durch die jahrelange Vernachl├Ąssigung sogar noch verschlimmert: Das Friedhofsgel├Ąnde liegt v├Âllig ungesch├╝tzt, wird als eine Art ├Âffentliche Hundetoilette und M├╝llhalde missbraucht und gilt heutzutage sogar als Treff f├╝r Neonazis. Hundekot und Flaschen liegen auf inzwischen ├╝berwucherten Wegen, mehrere der uralten Grabsteine wurden umgesto├čen, Hakenkreuze, Swastika, Schweinegraffiti und SS-Runen verunzieren die hebr├Ąischen Inschriften. Weitere Inschriften lauten "Juden sind schei├če" oder "Jude raus", auf die Haupttreppe schmierte jemand einen Davidstern an einem Galgen.

Seit Jahren befindet sich der j├╝dische Friedhof Brodno in Besitz des polnischen Staates. Dies bedeutet, dass die Verantwortlichkeit theoretisch bei der B├╝rgermeisterin der Stadt Warschau, Frau Hanna Gronkiewicz-Waltz, liegt. Theoretisch. Denn bislang unternahmen die Beh├Ârden nichts, um den fortschreitenden Verfall des Friedhofes zu stoppen oder etwas gegen den eindeutig antisemitisch orientierten Vandalismus zu unternehmen. Besonders pikant: Die j├╝dischen Grabsteine befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem gro├čen katholischen Friedhof, welcher jedoch in einem tadellosen Zustand ist: Auch Grabstellen ohne Angeh├Ârige werden dort gepflegt.

Bislang schwieg die Stadtverwaltung zu den M├╝llhaufen und Schmierereien, auch die VerursacherInnen der Nazi-Parolen kamen bis zum heutigen Tag ungestraft davon. Das ethnografische Archiv in Polen (www.archiwumetnograficzne.edu.pl, in polnischer und englischer Sprache) verfasste hierzu eine Petition, die an die Warschauer B├╝rgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz gerichtet ist. In ihr wird verlangt, dass sich die zust├Ąndigen Beh├Ârden endlich verantwortlich f├╝r den Erhalt dieses Kulturerbes zeigen, das Friedhofsgel├Ąnde unter Schutz stellen und die Toten dort mit geb├╝hrlichem Respekt behandeln. Die Petition beruft sich dabei auf die Artikel 13 und 196 der polnischen Verfassung, welche rassistisch orientierte Handlungen und vor allem "Sch├Ąndung eines Platzes des ├Âffentlichen Kultes" mit einer Haftstrafe von bis zu zwei Jahren belegen.

W├╝nschenswert w├Ąre auch eine sofortige ├Âffentliche Verurteilung der antisemitischen Schmierereien von Seiten der Beh├Ârden. Unvorstellbar, dass eine solche Reaktion bislang noch nicht erfolgt ist.

Das ganze Ausma├č der Sch├Ąndungen des j├╝dischen Friedhofs Brodno k├Ânnen Sie sich hier anschauen:

www.archiwumetnograficzne.pl

Die englische Version der Petition mit der M├Âglichkeit, online zu unterzeichnen, finden Sie unter:

www.petitiononline.com

Public Affairs Beitrag vom 01.04.2010 AVIVA-Redaktion 





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