Deutlich erh√∂hte Diskriminierungsrisiken. Studie zur Lebenssituation von Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund ver√∂ffentlicht - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Public Affairs
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Finanzkontor
AVIVA-Berlin > Public Affairs AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Politik + Wirtschaft
   Diskriminierung
   Veranstaltungen in Berlin
   Kultur
   J√ľdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 15.06.2010

Deutlich erhöhte Diskriminierungsrisiken. Studie zur Lebenssituation von Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund veröffentlicht
AVIVA Redaktion

Der Lesben- und Schwulenverband legt mit dieser Arbeit die erste systematische und differenzierte Studie √ľber die Lebenssituation lesbischer Migrantinnen und schwuler Migranten in Deutschland vor.



Homosexualität als kulturelles Tabu

Aziz m√∂chte Arzt werden. Leidenden Menschen zu helfen, ist sein Traum. Doch niemand wei√ü von seinem eigenen Leiden. Denn Aziz liebt M√§nner, und in seiner Herkunftskultur gilt das immer noch als Schande. Und in der Schwulenszene f√ľhlt er sich als Deutsch-T√ľrke nicht anerkannt. Olga hat es nicht leichter. Sie kann in ihrem Beruf noch so erfolgreich sein. Solange sie nicht heiratet und Kinder bekommt oder erst recht, wenn jemand erf√§hrt, dass sie Frauen liebt - sie w√ľrde f√ľr ihre Verwandtschaft als krank gelten. Eine Pseudo-Ehe mit einem Mann w√§re vielleicht ein Schutz. Aber kann sie unter solchen Bedingungen jemals gl√ľcklich werden? F√ľr Olga und Aziz bedeutet die Familie so viel: Sie haben Angst, sie zu verlieren und m√∂chten doch auch kein st√§ndiges Versteckspiel leben.

Auch wenn es sie √ľberall gibt, ist Homosexualit√§t in vielen Kulturen ein Tabu. Man redet nicht dar√ľber oder verdammt sie sogar. Dabei zerst√∂rt nicht Homosexualit√§t die Familien, sondern ihre Tabuisierung, Verleugnung und Bestrafung. Fachleute in der Integrationsarbeit und aus der Antidiskriminierungsarbeit sind hier besonders gefragt. Anl√§sslich der Vorstellung der Studie "Doppelt diskriminiert oder gut integriert? Zur Lebenssituation von Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund" durch die Leiterin der Untersuchung, Prof. Dr. Melanie Steffens, erkl√§rt Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD): "Die Familienpolitik muss sich der Situation von Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund annehmen. F√ľr sie stellt die Familie deutlich √ľberproportional ein hohes Diskriminierungsrisiko dar. Das beeintr√§chtigt die Chancen junger Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben erheblich."

Resultate und Forderungen

Die Ergebnisse der vom LSVD in Auftrag gegebenen Studie zeigen eine Gruppe, die einerseits von großer Vielfalt und hoher Problemlösungskompetenz gekennzeichnet ist, andererseits aber die besonderen Diskriminierungsrisiken ausgesetzt ist. Ein großes Problem ist das Coming-out. Die Studie zeigt, dass der Anteil der offen lebenden Lesben und Schwulen in der Gruppe mit Migrationshintergrund signifikant geringer ist.
Als besonderer Problemkreis erweist sich die Situation in den Familien. Die Eltern reagieren negativer, die Partnerschaften werden weniger akzeptiert. Viele der Befragten gaben an, zugunsten der Familie auf ein offenes Leben als Lesbe oder Schwuler zu verzichten. Das Diskriminierungsrisiko vergrößert sich, wenn die Familie aus einem Land kommt, das von starker Homophobie geprägt ist. Das Risiko sinkt, wenn die Familie Kontakt zu Familien ohne den eigenen Migrationshintergrund hat. Auffällig ist, dass die Befragten in Deutschland häufiger Diskriminierungen auf Grund der Homosexualität erlebten, als Diskriminierungen aufgrund ihrer Herkunft. Das ist angesichts der vielfach belegten Probleme durch rassistische Diskriminierung in Deutschland ein gravierender Befund. Zudem wurden die Diskriminierungen wegen der sexuellen Identität als belastender eingeschätzt.

Der LSVD fordert deshalb den Ausbau der Unterst√ľtzungsangebote f√ľr Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund sowie eine systematische Aufkl√§rungsarbeit f√ľr Eltern und Familien zum Thema Homosexualit√§t. Das Thema Homosexualit√§t muss integraler Bestandteil einer verantwortungsvollen Integrationspolitik sein, um die durch die Studie festgestellten Probleme wirksam zu bek√§mpfen.

Die Ergebnisse der Studie finden Sie unter: www.migrationsfamilien.de

Den Fachbereich f√ľr gleichgeschlechtliche Lebensweisen der Stadt Berlin finden Sie unter: www.berlin.de

Den Lesben- und Schwulenverband finden Sie unter: www.lsvd.de


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin

Zur Erscheinung der Brosch√ľre Homophobie in der Einwanderungsgesellschaft 2008

Studie Einstellungen zur Homosexualität - Ausprägungsformen und sozialpsychologische Korrelate bei Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund 2007

K√ľsse in Pink, ein Coming-out-Buch f√ľr junge Lesben von Silvy Pommerenke

Public Affairs Beitrag vom 15.06.2010 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken