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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 24.11.2010

Tödliche Mode - PETA will dem Tierleiden endlich ein Ende setzen. Beteiligen Sie sich an der Online-Petition gegen Pelzverkauf
Yasmine Georges

J√§hrlich werden circa 90 Millionen Tiere ihres Fells wegen get√∂tet. Unter schlimmsten Bedingungen gehalten, warten sie eingezw√§ngt, teilweise halb verst√ľmmelt auf den Tod. In Fallen...



...bleiben die wild lebenden "Pelzlieferanten" teilweise tagelang gefangen, bis die J√§ger diese kontrollieren. Die Pelzindustrie l√§uft nach wie vor auf Hochtouren. Die international t√§tige Organisation PETA setzt sich seit Jahren gegen den Verkauf von Pelz ein, ihre au√üergew√∂hnlichen Aktionen lenken den Blick der √Ėffentlichkeit auf das versteckte Tierleid.

Die grausame Wirklichkeit der Pelzfarm

© PETA Deutschland e.V.


In meinem K√§fig ist es kalt und eng. Wenn die W√§rter kommen und einen meiner Zellengenossen mitnehmen zittere ich vor Angst. Seit Tagen habe ich weder gegessen, noch getrunken. W√§hrend wir auf den sicheren Tod warten, k√∂nnen wir die stummen Qualen unserer Leidensgenossen sehen. Sie winden sich auf dem Boden, wenn sie zu Tode gepr√ľgelt werden, sacken ersch√∂pft zusammen, wenn ein Stromschlag ihr kurzes und qualvolles Leben beendet hat oder zucken noch einmal auf, wenn ihnen das Genick gebrochen wird. Heute werde ich es sein, der stirbt. Ob ich ersticke, vergiftet werde, einen Stromschlag bekomme oder bei lebendigem Leib geh√§utet werde ist mir gleich. Ich will nur, dass es endet. Die einzige Frage, die ich mir stelle ist: Warum?
So √§hnlich k√∂nnte wohl der Bericht eines auf einer Pelzfarm lebenden Tieres lauten. Weltweit ist China der gr√∂√üte Pelzlieferant. In Europa gibt es etwa 6.500 Farmen, die Felle f√ľr die Modeindustrie produzieren.

F√ľr die Rechte der Tiere setzt sich die weltweit gr√∂√üte Tierschutzorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) ein. Zu ihren 2.000.000 MitgliederInnen z√§hlen Prominente wie Pamela Anderson, Franka Potente, Ulrike Folkerts und Bela B. Seit der Gr√ľndung 1980 durch Ingrid Newkirk in Virginia ist PETA zu einer international aktiven Instanz f√ľr Tierrecht geworden. "Die Grundrechte von Tieren, m√ľssten ber√ľcksichtigt werden, egal, ob die Tiere f√ľr den Menschen von irgendeinem Nutzen sind[...]", hei√üt es auf der Website zu den Zielen der Organisation.

Seit 1988 k√§mpfen die Mitglieder gegen die Vermarktung von Pelz. Damals hatte PETAs Undercover-Recherche auf einer Biberfarm in Montana deren Schlie√üung herbeigef√ľhrt. Im gleichen Jahr begann der gemeinn√ľtzige Verband auch gespendete Pelze zu sammeln, um sie f√ľr Vorf√ľhrungszwecke und Demonstrationen zu verwenden. Weitere Schwerpunkte der Organisation sind:

  • Ern√§hrung
  • Tierversuche
  • Unterhaltung
  • Bekleidung
  • Ausbeutung von Tieren


Nach 22 Jahren zeigen sich bereits einige Erfolge. 2007 hatte sich PETA Deutschland e.V. an das "KaDeWe" in Berlin gewandt, das Nobel-Kaufhaus sprach sich daraufhin gegen den Pelzverkauf aus. Auch externe Marken wie Gucci haben sich bereiterkl√§rt auf Pelz zu verzichten, um weiterhin ihre Ware in dem Modehaus verkaufen zu k√∂nnen. Viele Unternehmen folgten ihrem Beispiel, darunter der Versandhandel "Madeleine". Der Gesch√§ftsf√ľhrer versprach, in zuk√ľnftigen Kollektionen auf den Einsatz von Pelz zu verzichten und den Verkauf auch in den Boutiquen zu stoppen.

Protest gegen Pelz in Berlin

© AVIVA-Berlin


Leider hat "Madeleine" sein Versprechen zur Herbst/Winter-Kollektion 2010 gebrochen. Da die aktuellen Kleidungsst√ľcke mit Pelzbes√§tzen versehen sind, sah sich PETA Deutschland e.V. dazu gezwungen, erneut gegen das Modekaufhaus vorzugehen. Am 7. November 2010, einem Sonntag, machte sich eine Gruppe tapferer DemonstrantInnen auf den Weg zur Niederlassung in Berlin-Wilmersdorf. Frierend brachten sich die TierrechtlerInnen am Hohenzollerndamm in Position und hielten Schilder mit der Aufschrift "Madeleine ‚Äď Pelz ist Mord" hoch, in einem K√§fig positionierten sich zwei Frauen im Pelz auf dem kalten Boden. Von 13 bis 17 Uhr wurden den StammkundInnen am verkaufsoffenen Sonntag Flyer in die Hand gedr√ľckt, die aufr√ľttelnde Bilder von Pelzfarmen zeigten. Ob diese etwas ver√§ndern k√∂nnen, wird die n√§chste Kollektion aus dem Hause Madeleine zeigen.

Die PETA-Mitglieder jedenfalls haben ihr Bestes getan um auch diesen Konzern zum Stopp von Pelzverkauf zu bewegen. Die Online-Petition gegen Pelzverkauf l√§uft weiterhin und fordert die VerbraucherInnen auf, aktiv gegen Pelzprodukte vorzugehen. AVIVA-Berlin hat mit dem Leiter der Aktion vor Ort, Stefan Klippstein, gesprochen. Er ist eines von 25 aktiven PETA-Mitgliedern in Deutschland. Sie reisen und protestieren bundesweit gegen jegliche Form von Tierqu√§lerei und haben bereits erste Erfolge erzielen k√∂nnen. "Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass es irgendwann keinen Pelz mehr geben wird.", meint Klippstein. Meilensteine wie die pelzfreie Herbst/Winter-Kollektion 2010 von Modelegende Karl Lagerfeld stimmen zuversichtlich. Die aktuelle Hauptkampagne gegen Pelz l√§uft unter dem Slogan "Wenn Du Pelz zum Warmhalten brauchst, hast Du ein Problem" und zeigt drei SchauspielerInnen aus der US-Serie "If I can dream" in anz√ľglicher Pose.

Mit schockierenden Bildern und aufsehenerregenden Aktionen versucht PETA immer wieder, das Interesse der Medien zu wecken um auf Tierqu√§lerei aufmerksam zu machen. Die Fotos von blutenden Kaninchen, verst√ľmmelten F√ľchsen oder eingesperrten Waschb√§ren sollen das Gewissen der KonsumentInnen wecken. Viele wissen nichts von den entw√ľrdigenden Methoden unter denen die Tiere gehalten werden. Die Aktionen von PETA und anderen TierrechtlerInnen r√ľtteln auf. Nicht jeder Pelzkauf ist eine bewusste Entscheidung. PETA-Aktivist Stefan Klippstein weist darauf hin, dass Pelzbes√§tze an Jacken und Schuhen ebenfalls aus Echtfell sein k√∂nnen. Jugendliche greifen oft zu solchen Kleidungsst√ľcken und machen sich somit unwissend mitschuldig am t√§glichen Leid der Tiere.

Blutige Wolle ‚Äď Das "Mulesing" in Australien

Die Pelzindustrie ist jedoch nicht die einzige in der Bekleidungsbranche, deren Jahresumsatz auf dem Leid von Tieren fu√üt. Der Gro√üteil der weltweit produzierten Wolle kommt aus Australien. Hier wird das so genannte "Mulesing" angewandt, eine brutale Methode, um Madenbefall zu vermeiden. Den L√§mmern werden gro√üe Fleischst√ľcke vom Hinterteil abgeschnitten um f√ľr qualitativ hochwertige Wolle zu garantieren. PETA setzt sich international gegen den Verkauf von "Mulesing-Wolle" ein. Mit Erfolg: In Neuseeland verzichten die FarmerInnen seit knapp zehn Jahren auf diese rabiate Form der Sch√§dlingsbek√§mpfung. Auch Unternehmen wie C&A, H&M, HUGO BOSS und andere gro√üe Marken haben bereits versprochen, den Verkauf schrittweise auslaufen zu lassen. Fortschritte wie dieser sind es, die Tiersch√ľtzerInnen best√§rken, sich weiterhin vehement f√ľr Tiere einzusetzen. Man muss aber nicht aktives PETA-Mitglied sein um etwas f√ľr die Tierwelt zu tun. Der Tiermord f√§ngt beim Pelzkauf an. Solange wir Produkte wie dieses konsumieren, werden weiterhin Tiere f√ľr Mode get√∂tet. Es sind nicht "blo√ü Tiere", die dort aus reiner Nutzlosigkeit sterben, es sind Lebewesen, die das gleiche Recht auf Freiheit und Leben haben wie die Menschen.

Blut an unseren Händen

Der Winter steht vor der T√ľr. M√ľssen wirklich Hunde, Katzen, Nerze und andere Tiere f√ľr unsere M√§ntel sterben? Die Modeindustrie bietet Alternativen, die erstens g√ľnstiger und zweitens tierfreundlich sind. Im 21. Jahrhundert muss niemand mehr Pelz tragen, um sich warm zu halten. Die Zeit der Unschuldlosigkeit ist vorbei, es gibt keine Ausreden f√ľr den Kauf von Pelzen. Nicht nur die Umwelt braucht unser Engagement, auch die Tiere. Sie k√∂nnen sich nicht selbst wehren und es ist Organisationen wie PETA zu verdanken, dass sie heutzutage √ľberhaupt eine Stimme haben. Das Statement der Schauspielerin und Tierrechtsaktivistin Eva Mendes wendet sich an alle aufmerksamen K√§uferInnen: "Zu einer Zeit, in der so viel Gewalt in der Welt herrscht, ist dies eine Art von Gewalt, die wir alle aufhalten k√∂nnen, indem wir informierte Konsumenten sind.".

F√ľr jeden Pelz sterben Tiere. Wenn wir die Augen vor diesen Gr√§ueltaten verschlie√üen, machen wir uns am Mord mitschuldig. M√∂chten Sie wirklich blutbefleckt durch Ihr Leben gehen?

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.peta.de und www.pelzinfo.de

Die Online Petition gegen Pelzverkauf finden Sie hier: www.peta.de/madeleine

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Unser verlorenes Gewissen

Peta-Kampagne - Das ist der Rest von Ihrem Pelz

PETA kritisiert Herbst- und Winterkollektionen 2009



(Quellen: PETA Deutschland e.V., AVIVA-Berlin)

Public Affairs Beitrag vom 24.11.2010 AVIVA-Redaktion 





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