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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 22.05.2005

Boykott gegen israelische Universit├Ąten
Sarah Ross

AkademikerInnen in Deutschland appellieren zur Solidarit├Ąt mit akademischen Einrichtungen in Israel, nachdem britische Universit├Ąten erneut zur Verrufserkl├Ąrung gegen diese aufgerufen haben.



Bereits 2002 begann der akademische Boykott gegen Israel. Initiator war und ist "die britische Dozentenorganisation" - eine der wichtigsten Dozentenvereinigungen in Gro├čbritannien.

Nach Aussage des Pr├Ąsidenten der israelischen Akademie f├╝r Wissenschaften, Prof. Menachem Yaari, wurden vor drei Jahren israelische AkademikerInnen und Intellektuelle in Gro├čbritannien, die sich der Kolonial- und Rassismuspolitik ihres Staates widersetzen, Opfer der Sanktionen. Heute sind die Vorw├╝rfe jedoch spezifischer. Der neue Widerstand k├Ânnte laut Prof. Yaari auch WissenschaftlerInnen im Ausland treffen und die israelische Seite auf gef├Ąhrliche Art und Weise verletzen. Die britische Dozentenvereinigung zieht heute in Erw├Ągung, drei Universit├Ąten in Israel zu boykottieren, mit der Begr├╝ndung, dass die Universit├Ąten Bar Ilan, Haifa und die Hebr├Ąische Universit├Ąt mit den Verbrechern der Besatzung kooperieren. Die Verrufserkl├Ąrung gegen die israelischen akademischen Einrichtungen wurde seit 2002 nie offiziell beendet.

W├Ąhrend sich die Motive f├╝r den Boykott gegen die Bar Ilan und die Hebr├Ąische Universit├Ąt auf unsachgem├Ą├če Vorw├╝rfe hinsichtlich der Besatzungspolitik beziehen, wirft man der Universit├Ąt Haifa vor, dass sie 2002 Dr. Ilan Pappe mit der K├╝ndigung gedroht hatte, weil dieser einen Studenten unterst├╝tzte, der eine auf F├Ąlschungen basierende Magisterarbeit ├╝ber das Massaker von Tantura einreichte.

Gro├čbritannien tr├Ągt eine historische Schuld gegen├╝ber dem j├╝dischen Volk: Das Land verweigerte j├╝dischen Fl├╝chtlingen, die dem sicheren Tod durch die Nationalsozialisten entronnen waren, mit Gewalt und Ignoranz die Einreise in das damalige britische Mandatsgebiet. Aus dieser Perspektive betrachtet ist der Aufruf zum Boykott gegen israelische Universit├Ąten ein Hinweis f├╝r die Sturheit und Intoleranz der Boykotteure: Eine Einstellung, die der akademischen Bildung vom Grundsatz her widerspricht. Allen beteiligten HistorikerInnen und AkademikerInnen sollte bewu├čt sein, dass die europ├Ąische, und somit auch britische, "Judenpolitik" nicht nur Schuld an der Vertreibung der j├╝dischen B├╝rgerInnen und deren Nachkommen ist, sondern auch am arabisch-israelischen Konflikt.

Die Initiatoren und Mitl├Ąufer dieser Boykottkampagne verschweigen, dass die israelischen Universit├Ąten international hoch angesehene Institutionen sind, an denen neben den j├╝dischen Studierenden unterschiedlicher Nationalit├Ąten, auch viele Araberinnen und Araber akademisches Wissen erwerben. Damit dieser Boykott sich nicht zu einer internationalen Kampagne zur Delegitimation des Staates Israel ausweiten kann, ist jede/r aufgerufen, Solidarit├Ąt mit Israel und den dortigen Universit├Ąten zu zeigen.
Mehr zum Thema finden Sie unter anderem auf: www.nahostfocus.de
und auf den Seiten der BBC, UK:
UK welcomes Israel boycott review
http://news.bbc.co.uk

Public Affairs Beitrag vom 22.05.2005 Sarah Ross 





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