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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 04.12.2003

Die Werbekampagne der IWC Schaffhausen bekommt den Mies Stempel des Monats
Sharon Adler

"Fast so schön wie eine Frau. Tickt aber richtig." Mit diesem Slogan wirbt der Uhrenhersteller aus der Schweiz fĂŒr "Der Uhr".



Das kann MANN auf den Internetseiten der IWC Schaffhausen, "Seit 1868. Und solange es noch MĂ€nner gibt.", im Original nachlesen. Und nicht nur das. Der solvente Herr darf sich auch gleich noch die unklugen SprĂŒche fĂŒr schlappe 20 Schweizer Franken als Poster bestellen.
Dazu der Hersteller im O-Ton: "Unsere Kampagne provoziert. Das soll sie auch. Denn IWC-Uhren haben es verdient, dass sie auffallen. Nicht erst am Handgelenk."

Das tut die Kampagne auch. Unangenehm. Der AVIVA-Berlin-Redaktion, oder Anke Domscheit, Managerin Accenture Deutschland und Vorstand EWMD.
Im Rahmen der vom Tagesspiegel initiierten Veranstaltung "Frauen in FĂŒhrungspositionen - Entwicklungsland Deutschland" am
"ein Fake unbekannter Herkunft"
1. Dezember 2003 wies Frau Domscheit vom Podium aus das Publikum auf diese unertrÀgliche Werbekampagne hin.

Auf ihren Seiten fĂŒhlt sich das Unternehmen berufen, ihre Firmenphilosophie zu erklĂ€ren:
"Die IWC-Kampagne basiert auf dem SelbstverstĂ€ndnis, dass IWC Uhren fĂŒr MĂ€nner macht. Aber immer mehr Frauen tragen IWC-Uhren und stĂŒrmen so eine der letzten MĂ€nnerbastionen. Mit pointiert mĂ€nnerfreundlichen Schlagzeilen thematisiert die Kampagne den ewigen Kampf der Geschlechter. Genau dieses Thema greift die Kampagne auf. Nicht, um dem Selbstbewusstsein der Frauen den Kampf anzusagen, sondern als PlĂ€doyer fĂŒr die MĂ€nnlichkeit. Und natĂŒrlich immer mit einem Augenzwinkern. Denn eine echte IWC ist immer eine Uhr fĂŒr MĂ€nner, die auch Frauen gefallen darf."
Darf? Diesen "gutgemeinten Ratschlag" werden wir nicht beherzigen. Denn im Gegensatz zu den Art-Directoren der Kampagne ticken wir vollkommen richtig.

Da wird das Modell "GrandeComplication" mit dem Slogan beworben: "sie braucht die Antriebskraft von MĂ€nnerarmen", das Modell "Portugieser Minutenrepetition" "macht MĂ€nner zu KapitĂ€nen" und der sogenannte "GST Aquatimer" ist dann was fĂŒr untergetauchte Heroes.
Die implizierte Message, nur MÀnner könnten bis unter 2000 Meter u.d.M. tauchen,
beleidigt nicht nur die Taucherinnen unter uns. Vielmehr sind hier auch die MĂ€nner aufgerufen, die Marke zu boykottieren. Denn auch MANN muß nicht so tief sinken wie die hier angepeilte Zielgruppe.

Stellungnahme und Richtigstellung der IWC Schaffhausen und Wirz Werbung, ZĂŒrich, vom 18.12.2003 (gekĂŒrzt):

"Bei der Schlagzeile "... Tickt aber richtig" handelt es sich um ein Fake mit unbekannter Herkunft. Das Sujet ist daher auf der Website nicht vorhanden.
Die Firmen IWC Schaffhausen und Wirz Werbung, ZĂŒrich, bedauern die Existenz und die PublizitĂ€t dieses Elaborats unbekannter Herkunft. Das Plagiat ist offensichtlich in Anlehnung an die Werbekampagne von IWC entstanden, die seit vier Jahren mit dem Slogan "IWC. Seit 1868 und solange es MĂ€nner gibt.", wirbt. Mit den heute fast jedermann zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln elektronischer Bildbearbeitung ist es leider relativ einfach, z.B. ein Plakat so abzuĂ€ndern, dass es als echt erscheint und fĂŒr das Original genommen wird - zumal im vorliegenden Fall das Plakat mit Umgebung gezeigt wird, um Echtheit zu suggerieren. Es braucht schon eine Fachperson um fest zustellen, dass es sich um eine Fotomontage handelt. Wir bedauern diesen Vorfall ausdrĂŒcklich."

"IWC. Seit 1868. Und solange es noch MĂ€nner gibt." So lautet die Position, die wir mit der Kampagne beziehen. NatĂŒrlich nicht im Sinne einer Kampfansage gegen die Stellung der Frau, sondern vielmehr als nicht so tierisch ernst gemeintes PlĂ€doyer fĂŒr die MĂ€nnlichkeit und mit dem erklĂ€rten Marketingziel vor Augen, zu den bestehenden neue KĂ€ufersegmente fĂŒr die Marke IWC zu erschließen.
Überraschenderweise sind es mehr Frauen als MĂ€nner, welche die in den Aussagen steckende Ironie erkennen vielleicht, weil gerade sie sich schon seit langem ernsthaft genug mit dem Thema "Geschlechterrollen/Geschlechterkampf" auseinandergesetzt haben."


Public Affairs Beitrag vom 04.12.2003 Sharon Adler 





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