Berliner Aktionsplan gegen hĂ€usliche Gewalt verabschiedet - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Public Affairs
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Finanzkontor
AVIVA-Berlin > Public Affairs AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Politik + Wirtschaft
   Diskriminierung
   Veranstaltungen in Berlin
   Kultur
   JĂŒdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 15.12.2003

Berliner Aktionsplan gegen hÀusliche Gewalt verabschiedet
AVIVA-Redaktion

SchlĂ€ger mĂŒssen per Gesetz vom 15.02.2003 die Wohnung rĂ€umen. Bis Mitte September 2003 wurden in ganz Berlin bereits mehr als 700 Platzverweise ausgesprochen.



Am 4.12.2003 tagte der Runde Tisch zum Berliner Aktionsplan zur BekĂ€mpfung hĂ€uslicher Gewalt. Er zog Bilanz fĂŒr das abgelaufene Jahr und beschloss ein Arbeitsprogramm fĂŒr 2004.
Der Aktionsplan, verabschiedet am 15.02.2003, sieht ein breites BĂŒndnis gegen hĂ€usliche Gewalt mit allen beteiligten Institutionen, VerbĂ€nden und Projekten vor.

An der Sitzung nahmen teil:

  • Heidi Knake-Werner, die Senatorin fĂŒr Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz

  • Dieter Glietsch, PolizeiprĂ€sident

  • Susanne Ahlers, StaatssekretĂ€rin der Senatsverwaltung fĂŒr Wirtschaft, Arbeit und Frauen

  • Christoph FlĂŒgge, StaatssekretĂ€r in der Senatsverwaltung fĂŒr Justiz

  • Ulrich Freise, StaatssekretĂ€r der Senatsverwaltung fĂŒr Inneres sowie VertreterInnen der Senatsverwaltung fĂŒr Bildung, Jugend und Sport und verschiedener Projekte.


  • Folgende Punkte sind besonders hervorzuheben:

  • Der polizeiliche Platzverweis von GewalttĂ€tern aus der Wohnung wurde nach einer Vorlaufphase als Modellprojekt am 15. Februar 2003 Gesetz.

  • Bis Mitte September 2003 wurden in ganz Berlin bereits mehr als 700 Platzverweise ausgesprochen.

  • Von Januar bis Mitte September 2003 registrierte die Polizei 8500 FĂ€lle hĂ€uslicher Gewalt. Dies ist ein Anstieg um mehr als 100% seit 2001. Möglicherweise zeigt sich hier, dass es durch Beratungs- und Hilfsangebote zunehmend gelingt, das Dunkelfeld in diesem Bereich aufzuhellen.

  • Auch die Berliner Justizbehörden haben das Gewaltschutzgesetz aktiv umgesetzt.

  • Bei der Staatsanwaltschaft wurde ein Sonderdezernat "hĂ€usliche Gewalt" eingerichtet. Außerdem wurde eine Richtlinie fĂŒr den TĂ€ter-Opfer-Ausgleich bei hĂ€uslicher Gewalt erarbeitet.

  • Die Familiengerichte Pankow/Weißensee und Tempelhof/Kreuzberg haben spezielle Ansprechpartnerinnen fĂŒr die Opfer hĂ€uslicher Gewalt benannt.
  • Die Vordrucke zur Beantragung von Schutzanordnungen und Wohnungs-zuweisungen wurden gemeinsam mit BIG e.V. (Berliner Initiative gegen Gewalt gegen Frauen) aktualisiert.

  • Vom Land Berlin geförderte Anti-Gewalt-Projekte bieten 326 PlĂ€tze in sechs FrauenhĂ€usern und 115 PlĂ€tze fĂŒr Frauen sowie 156 PlĂ€tze fĂŒr Kinder in 40 Zufluchts-Wohnungen. Diese werden trotz des erweiterten Schutzes des polizeilichen Platzverweises aus der Wohnung in hohem Maß in Anspruch genommen.

  • Die gesundheitliche Versorgung von Gewalt betroffener Frauen wurde verbessert.

  • Durch Schulungen werden BeschĂ€ftigte in KrankenhĂ€usern sowie ÄrztInnen fĂŒr das Thema "hĂ€usliche Gewalt" sensibilisiert. Ein Leitfaden fĂŒr KinderĂ€rztInnen liegt vor.

  • Die AOK finanzierte eine Informationskampagne zu gesundheitlichen Auswirkungen hĂ€uslicher Gewalt, die am 25. November 2003 vorgestellt wurde.

  • Die Bezirke: Marzahn/Hellersdorf, Mitte, Tempelhof/Schöneberg, Kreuzberg/ Friedrichshain, Pankow/Weißensee erarbeiten derzeit eigene AktionsplĂ€negegen hĂ€usliche Gewalt bzw. haben sie schon vorgelegt.


  • Die BIG-Hotline (von 9 bis 24 Uhr, Telefon-Nr. 611 03 00) verzeichnete eine steigende Zahl von Anrufen (2000: 2554, 2001: 4300, 2002: 6300, 1. Halbjahr 2003: 3000). Die Mobile Intervention der BIG-Hotline betreut gemeinsam mit Polizei, Kindernotdienst, Krisendienst und anderen Einrichtungen, Frauen, die durch die erfahrene Gewalt so traumatisiert sind, dass sie UnterstĂŒtzung bei dem Weg ins Frauenhaus, zum Gericht oder einer Beratungsstelle benötigen.

    Auf Fachkonferenzen wurde das Thema ebenfalls behandelt. So fand am 25. November 2003 eine gemeinsame Fachtagung der Senatsverwaltung fĂŒr Wirtschaft, Arbeit und Frauen und des Feministischen Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung auf europĂ€ischer Ebene statt.
    Ein ExpertinnengesprÀch am 1. Juli 2003 befasste sich mit der Lage psychisch erkrankter Frauen mit Gewalterfahrungen in Berlin.

    FĂŒr das kommende Jahr beschloss der Runde Tisch neben der FortfĂŒhrung der bewĂ€hrten Maßnahmen unter anderem folgendes:

  • Die Berliner Krankenpflegeschulen sollen darin bestĂ€rkt und unterstĂŒtzt werden, den Komplex hĂ€usliche Gewalt und deren gesundheitliche Folgen in die Curricula auf zu nehmen.

  • Im Rahmen der Neustrukturierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes soll das Thema "HĂ€usliche Gewalt" durch Fortbildung der BeschĂ€ftigten Eingang in die tĂ€gliche Arbeit finden.

  • Das psychiatrische Versorgungssystem, als ein wichtiger Partner in der Versorgung gewaltbetroffener Frauen, soll 2004 zu Angeboten und Defiziten umfassend befragt werden.

  • Die Polizei soll kĂŒnftig routinemĂ€ĂŸig das zustĂ€ndige Jugendamt informieren, falls bei einem Einsatz wegen hĂ€uslicher Gewalt festgestellt wird, dass auch Kinder betroffen sind.

  • Im Jahr 2004 wird sich die Berliner Polizei schwerpunktmĂ€ĂŸig mit dem Thema Kinder als Opfer hĂ€uslicher Gewalt beschĂ€ftigen, um neue AnsĂ€tze zur BekĂ€mpfung von Jugend-Delinquenz zu erarbeiten.

  • GrundschullehrerInnen sollen zum Thema "HĂ€usliche Gewalt" fortgebildet werden.

  • Erkenntnisse bei der BekĂ€mpfung hĂ€uslicher Gewalt sollen verstĂ€rkt auch in die Sicherheits- und PrĂ€ventionsbeirĂ€te der Bezirke eingebracht werden.


  • Mit der EinfĂŒhrung eines neuen § 29 a ASOG ist die Polizei nun in der Lage, den Aggressor aus der gemeinsamen Wohnung zu verweisen und ihm das erneute Betreten zu untersagen. So wird dem TĂ€ter gezeigt, dass Gewalt gegen Frauen und Kinder in unserer Gesellschaft, auch im sozialen Nahraum, nicht geduldet wird.

    www.big-hotline.de
    Quelle: Senatsverwaltung fĂŒr Wirtschaft, Arbeit und Frauen
    www.berlin.de/wirtschaftssenat


    Fortsetzung

    Public Affairs Beitrag vom 15.12.2003 AVIVA-Redaktion 





      © AVIVA-Berlin 2018 
    zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken