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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 01.12.2004

Großplakatkampagne gegen Gewalt an Frauen
Julia Richter

Unter dem Motto "Sehen Sie fern, aber nicht weg!" wollen prominente Tatort-Schauspieler gemeinsam mit der BIG-Hotline Zeichen setzen im Kampf gegen häusliche Gewalt



Am 25. November 2004 pr√§sentierte die Big Hotline gemeinsam mit der Staatssekret√§rin f√ľr Frauen, Susanne Ahlers, und den vier m√§nnlichen "Tatort"-Kommissaren Boris Aljinovic, Andreas Hoppe, Peter Sodann und Mehdi Moinzadeh eine neue Kampagne, die das Bewusstsein daf√ľr wecken und st√§rken soll, dass Gewalt gegen Frauen und Kinder im privaten Umfeld nicht tabuisiert und totgeschwiegen werden darf, sondern aktiv bek√§mpft werden muss. Gleichzeitig soll die Big Hotline bekannter gemacht werden, um noch mehr betroffene Frauen und ihre Kinder auf die M√∂glichkeit von Hilfe und Unterst√ľtzung aufmerksam zumachen.

Motive der Kampagne sind Portraits der "Tatort-Kommissare" Dietmar Bär, Klaus J. Behrend, Miroslaw Nemec, Boris Aljinovic, Andreas Hoppe, Peter Sodann, Mehdi Moinzadeh. Die sechs verschiedenen Plakate wurden von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin finanziert.

Staatssekret√§rin Susanne Ahlers dazu: "Das Motto der Kampagne "Sehen Sie fern - aber nicht weg!" steht daf√ľr, dass wir bei h√§uslicher Gewalt alle gefordert sind. Am h√§ufigsten widerf√§hrt Frauen Gewalt im vermeintlich sicheren, privaten Umfeld. So schockierend das ist - wir d√ľrfen nicht die Augen davor verschlie√üen. Die Kampagne wird dazu beitragen, dass mehr betroffene Frauen und Kinder als bisher vom Angebot der BIG - HOTLINE erfahren und Hilfe erhalten. Ich freue mich daher sehr, dass sich prominente Schauspieler hierf√ľr engagieren und ein Zeichen f√ľr mehr Zivilcourage setzen."

In den vergangenen Jahren ist bei der Bek√§mpfung von h√§uslicher Gewalt nicht nur f√ľr Berlin, sondern auch auf Bundesebene vieles erreicht worden. Das "Gesetz zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten sowie zur Erleichterung der √úberlassung der Ehewohnung bei Trennung" (Gewaltschutzgesetz) ist seit Januar 2002 in Kraft, der Berliner Aktionsplan zur Bek√§mpfung von h√§uslicher Gewalt wurde im M√§rz 2002 verabschiedet und l√§uft bis 2006. Au√üerdem gibt es in Berlin seit dem 15. Februar 2003 die M√∂glichkeit des polizeilichen Platzverweises eines Gewaltt√§ters aus der gemeinsamen Wohnung.

Trotz des deutlich verbesserten Opferschutzes ist h√§usliche Gewalt nicht zur√ľckgegangen. Die vom Bundesministerium f√ľr Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorgelegten Daten zur Sicherheit und Gesundheit von Frauen belegen dies nachdr√ľcklich. Um so wichtiger sind √Ėffentlichkeitskampagnen, die zur Information und Sensibilisierung von allen Teilen der Bev√∂lkerung beitragen.

Fotos vom Auftakt der Plakataktion finden Sie im Internet unter:
www.berlin.de/senwiarbfrau
www.berlin.de/senwiarbfrau/grafif

Hintergrundinformationen:
Erste repr√§sentative Studie zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland (Bundesministerium f√ľr Familie, Senioren, Frauen und Jugend):
40 % der befragten Frauen in der Bundesrepublik haben seit dem 16. Lebensjahr sexuelle und/oder k√∂rperliche Gewalt erfahren (37% k√∂rperliche Gewalt,13% sexuelle Gewalt). 99% der befragten Frauen gaben m√§nnliche Beziehungspartner als die gewaltaus√ľbenden Partner an. Damit liegen die Zahlen f√ľr die Bundesrepublik h√∂her als f√ľr Finnland (30%) oder Schweden (25%).

Registrierte Fälle häuslicher Gewalt der Berliner Polizei:
Im Jahr 2001: 4.166 Fälle, im Jahr 2002: 7.552, im Jahr 2003:10.371 Fälle.
Im Jahr 2003 wurde in 1.036 Fällen vom polizeilichen Platzverweis eines Täters aus der Wohnung nach § 29 a ASOG Gebrauch gemacht.
Zahlen aus dem 1. Halbjahr 2004 ergeben: 5.109 gemeldete Fälle häuslicher Gewalt bei der Polizei und 528 polizeiliche Wegweisungen des Täters.

Unterst√ľtzungsangebote:
J√§hrlich finden knapp 2.000 Frauen und Kinder in den sechs Berliner Frauenh√§usern und den 40 Zufluchtswohnungen Schutz, Hilfe und Beratung. Die Big-Hotline bietet seit f√ľnf Jahren telefonische Hilfe und Erstberatung f√ľr die Betroffenen und konnte mehr als 24.000 Anruferinnen und Anrufer beraten. Bei etwa der H√§lfte der eingehenden Anrufe wurde das Angebot der Hotline durch betroffene Frauen selbst in Anspruch genommen. Die andere H√§lfte der Anrufer/innen waren Verwandte, Freund/innen oder Nachbar/innen sowie Mitarbeiter/innen anderer Projekte oder Institutionen.
Big-Hotline: 030/611 03 00 (täglich 9:00 - 24:00 Uhr).

Lebenssituation der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen:
Das durchschnittliche Alter der Frauen lag bei 35 Jahren, wobei die j√ľngste Anruferin 14 und die √§lteste 94 Jahre alt war. Bei 1.551 Anrufen waren Kindern mit von Gewalt betroffen, in 38 % waren es zwei oder mehr Kinder. Bei etwa einem Drittel der betroffenen Frauen kamen erschwerend k√∂rperliche Einschr√§nkungen / Behinderungen (5%), Krankheit (6%), Sucht (3%) und Psychiatriebetroffenheit (9%) hinzu. 7% berichteten von aufenthaltsrechtlichen Problemen.

Gewalterfahrungen
97% der Gewaltt√§ter waren M√§nner. Eine akute Gef√§hrdung bestand zum Zeitpunkt des Anrufes bei 24% der Frauen und deren Kindern. Bei 25 % der zur Kenntnis gelangten F√§lle von h√§uslicher Gewalt war dabei schon ein Polizeieinsatz erfolgt Die h√§ufigste Form der gegen die Frauen ausge√ľbten Gewalt war psychische Gewalt (77%), direkt gefolgt von physischer Gewalt (66%), aber auch sexuelle Gewalt (6%) wurde benannt.

Mobile Intervention
Seit Beginn der Mobilen Intervention im Mai 2001 fanden ca. 600 mobile Einsätze durch Mitarbeiterinnen der BIG-Hotline statt. Deutlich häufiger als bei der telefonischen Beratung (9%) war bei der mobilen Intervention Sprachmittlung erforderlich (25%). Die genannten Zahlen der BIG Hotline beziehen sich auf das Jahr 2004.
Weitere Auswertungen finden Sie in der aktuellen Brosch√ľre: "5 Jahre Hilfe f√ľr Frauen und deren Kinder, die von h√§uslicher Gewalt betroffen sind" und im Internet unter: www.big-hotline.de

Quellen: Senatsverwaltung f√ľr Wirtschaft, Arbeit und Frauen und Bundesministerium f√ľr Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Public Affairs Beitrag vom 01.12.2004 AVIVA-Redaktion 





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