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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 10.02.2005

Bedrohung Brustkrebs
Anja Kesting

Bundesweites Brustkrebs-Screening soll 2005 beginnen. Brosch├╝re des Nationalen Netzwerkes Frauen und Gesundheit informiert ├╝ber Vor- und Nachteile der Mammografie.



Diagnose Brustkrebs: Viele Frauen bef├╝rchten, im Laufe ihres Lebens am Mamma-Karzinom zu erkranken. Vor diesem Hintergrund klingt es bestechend, die Sterberate durch Reihenuntersuchungen zur Fr├╝herkennung von Brustkrebs zu senken. Ab 2005 sollen alle Frauen von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre zum "Mammografie-Screening" eingeladen werden. ├ärzteschaft und Politik erhoffen sich davon einen R├╝ckgang der Sterbef├Ąlle um 25 Prozent. In anderen Worten und realistischer ausgedr├╝ckt: Nur noch sechs statt acht von 1000 Frauen w├╝rden in einem Zeitraum von zehn Jahren an Brustkrebs sterben. Das hei├čt: Zwei von 1000 Frauen w├╝rden von der Fr├╝herkennungsmammografie profitieren.

Jeder Todesfall weniger ist ein Gewinn. Darum betont die Northeimer Frauen├Ąrztin Dr. Claudia Schumann vom bundesweiten Arbeitskreis Frauengesundheit: "Keine Frau wei├č, ob sie die eine ist, die von der Mammographie profitiert - deshalb muss ihr die Chance f├╝r dieses Qu├Ąntchen an Zusatzsicherheit angeboten werden." Sie setzt jedoch hinzu: "Aber unter Umst├Ąnden wird das bezahlt mit ├ťberdiagnostik und ├ťbertherapie."

Die Brosch├╝re bietet erstmals Grundlage f├╝r eine informierte Entscheidung Hoffnung und Realit├Ąt. N├Âtig seien umfassende Informationen als Entscheidungsgrundlage, sagt die Frauen├Ąrztin. Hier setzt die Brosch├╝re "Brustkrebs Fr├╝herkennung - Informationen zur Mammografie - eine Entscheidungshilfe" vom "Nationalen Netzwerk Frauen und Gesundheit" an. Diese will einen Wandel im Umgang mit Patientinnen und Verbraucherinnen einleiten. Sie liefert erstmals in Deutschland umfassende Informationen, damit Frauen besser entscheiden k├Ânnen, ob sie zur Mammografie gehen oder nicht. Diese Art der Aufkl├Ąrung ist eine Rarit├Ąt: Nach einer aktuellen d├Ąnischen Studie beispielsweise benannten weltweit nur sieben von 27 Informationsangeboten im Internet die Probleme der r├Ântgenologischen Fr├╝herkennung.

Die Brosch├╝re besch├Ąftigt sich mit den unterschiedlichen Formen von Brustkrebs. Und beschreibt, was die Mammografie leisten kann und was nicht. Beispielsweise wird die Mammografie vielfach mit "Vorsorge" gleichgesetzt. Doch kann sie den Brustkrebs nicht verhindern, sondern sie entdeckt ihn fr├╝her. Eine fr├╝hzeitige Diagnose verl├Ąngert in manchen F├Ąllen nur den Leidensweg von Patientinnen. Auch konnte bisher keine Studie belegen, dass durch Screening weniger invasive Operationen und Therapien n├Âtig sind. Gerade besonders b├Âsartige Tumoren wachsen so schnell, dass sie selten durch die Momentaufnahme einer Mammografie festgestellt werden. Neben dem "falsch-negativen" Befund ist aber auch der "falsch-positive" Befund keine Seltenheit. In diesem Fall deutet das R├Ântgenbild f├Ąlschlich auf einen Tumor hin - ein Angst ausl├Âsender Irrtum, der erst durch weitere Untersuchungen ausger├Ąumt werden kann. Au├čerdem werden vermehrt Vorstufen von Brustkrebs (sog. DCIS) entdeckt, von denen nicht vorherzusagen ist, ob sie sich tats├Ąchlich je zu Lebens bedrohendem Brustkrebs entwickeln werden - trotzdem wird in diesen F├Ąllen zur Operation geraten. Es kann sein, dass Frauen durch eine Therapie gesch├Ądigt werden, obwohl dieser Befund nie ihr Leben bedroht h├Ątte.



"Brustkrebs Fr├╝herkennung - Informationen zur Mammografie - eine Entscheidungshilfe"

Nationales Netzwerk Frauen und Gesundheit (Hrsg.)
34 Seiten,
Bezug von Einzelexemplaren bitte mit einem frankierten DIN A-5-R├╝ckumschlag (selbst klebend), versehen mit 0,77 Euro, eigener Anschrift und dem Hinweis "B├╝chersendung" senden an:
Landesvereinigung f├╝r Gesundheit Niedersachsen e.V.
Fenskeweg 2
30165 Hannover
Kostenlose Exemplare k├Ânnen bei den Betreuungsstellen der GEK (Gm├╝nder Ersatzkasse) abgeholt werden.
├ťber die Adressen der Stellen vor Ort informiert die GEK unter:
www.gek.de oder ├╝ber Telefon: 0800-43 54 636
Die Brosch├╝re steht auch als PDF-Datei im Internet zur Verf├╝gung:
www.nationales-netzwerk-frauengesundheit.de

Public Affairs Beitrag vom 10.02.2005 AVIVA-Redaktion 





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