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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 16.02.2005

Frauen in F√ľhrungspositionen
Sarah Ross

Massiver Nachholbedarf herrscht bei großen Unternehmen und Arbeitgeberverbänden, denn in Europa sind Frauen immer noch zu einem erheblich geringeren Maße in leitenden Positionen tätig als Männer.



In seinem Wochenbericht 3/2005 legt der DIW die j√ľngsten Prozentzahlen zum Frauenanteil in wichtigen Entscheidungspositionen der Privatwirtschaft, in Minister√§mtern, Arbeitgeberverb√§nden und im Wissenschaftsbereich dar. Diesen detaillierten Einblick in Deutschlands Stand und Entwicklung der soziodemographischen Struktur von Frauen und M√§nnern in Fach- und F√ľhrungspositionen ("h√∂heren Positionen") erm√∂glichte das Sozio√∂konomische Panel (SOEP), das vom DIW Berlin in Zusammenarbeit mit Infratest Sozialforschung erhoben wurde.

Untersucht wurden die 50 gr√∂√üten b√∂rsenorientierten Unternehmen in 25 ausgew√§hlten L√§ndern Europas. Hier haben Frauen im europ√§ischen Durchschnitt nur 10% der Sitze in den h√∂chsten Entscheidungsgremien inne, wobei das Ausma√ü dieser Ungleichheit im europ√§ischen Vergleich variiert: Mit einem Frauenanteil von jeweils 22% in den h√∂chsten Entscheidungsgremien sind Slowenien und Lettland Spitzenreiter, dicht gefolgt von Rum√§nien mit 21%. Die skandinavischen L√§nder und das Vereinigte K√∂nigreich liegen mit 16%-18% ebenfalls deutlich √ľber dem Durchschnitt. Deutschland liegt mit 10% im Mittelfeld. Schlusslicht ist Italien mit 2%.

Trotz der Starken Impulse zur Verringerung der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, die von der EU-Kommission ausgehen, zeigt eine st√§rkere Differenzierung f√ľr Unternehmen und Interessensverb√§nde ein noch ung√ľnstigeres Bild: Frauen stellen in den Vorst√§nden der 87 gr√∂√üten Kapitalgesellschaften der Old Economy im Durchschnitt nur 1% und in Aufsichtsr√§ten nur 8% der Sitze. Die Vereinbarungen, die der Ministerrat auf die Initiative der EU-Kommission getroffen hat, und die die Mitgliedstaaten zu nationalen Ma√ünahmen der Gleichstellung verpflichten, zeichnen sich lediglich in folgenden Bereichen ab: So betr√§gt der Anteil von Frauen unter allen MinisterInnen in den nationalen Regierungen Europas 24%. In Deutschland sind Frauen sogar mit 46% in den Minister√§mtern im europ√§ischen Vergleich gut vertreten. Auch in den Interessensvertretungen von ArbeitnehmerInnen und den Berufsverb√§nden sieht die Situation besser aus. Trotz des Amsterdamer Vertrags, in dem sich auch Deutschland zur Umsetzung der Richtlinien des EU-Rates zur Gleichbehandlung im Beruf verpflichtet hat, ist man von einer Gleichstellung noch weit entfernt ist.

Obwohl der Anteil der Frauen an der Gesamtbesch√§ftigung bei 45% liegt, erreicht ihr Anteil in einer umfassenden Abgrenzung der Fach- und F√ľhrungspositionen insgesamt, in allen Besch√§ftigungsbereichen von Angestellten und Beamten, nicht einmal ein Drittel. Das zeigt, dass die Verpflichtung der deutschen Wirtschaft zur F√∂rderung der Chancengleichheit in der Privatwirtschaft, die mit der Bundesregierung 2001 vereinbart wurde, bislang bei F√ľhrungspositionen kaum Wirkung gezeigt hat. Erhebliche Anstrengungen zur Verbesserung der Situation sind hier immer noch notwendig.

Detaillierter Informationen erhalten Sie beim:



DIW Berlin

Königin-Luise-Str. 5
14195 Berlin
Tel.: (030) 897 89-0
Fax. (030) 897 89-200
E-Mail: postmaster@diw.de
www.diw.de

Public Affairs Beitrag vom 16.02.2005 Sarah Ross 





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