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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 24.02.2005

Unterschriftensammlung gegen Ehrverbrechen
Sarah Ross

Die Organisation Terre des Femmes startete bereits im November 2004 die Kampagne "Nein zu Verbrechen im Namen der Ehre". Eine Fachtagung zu diesem Thema findet am 09.03.2005 in Berlin statt.



Jährlich werden weltweit 5.000 Mädchen und Frauen von ihren männlichen Familienmitgliedern ermordet, weil sie angeblich durch ihr Verhalten die Ehre der Männer verletzt haben sollen. Sie werden auf grausamste Art und Weise getötet: erstochen, mit Säure übergossen, überfahren…

Migrantinnen, die sich weigern, einen von der Familie vorgesehenen Mann zu heiraten, oder die sich nicht den traditionellen Rollenzuweisungen beugen wollen, werden auch in Deutschland von der Gewalt im Namen der Ehre bedroht.
Aus Angst und aus Mangel an Auswegen aus der Gewalt entscheiden sich nur wenige Frauen dazu, ihre Familien zu verlassen, sich aus den patriarschalen Strukturen zu lösen. In den meisten Fällen erleiden sie stillschweigend ihr Schicksal.
Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TDF) macht nun darauf aufmerksam, dass es von größter Wichtigkeit ist, die Bevölkerung auf diese Form der Gewalt aufmerksam zu machen, dass diese Verbrechen auch mitten unter uns stattfinden. Deshalb startete TDF bereits am 25.11.2004 die zweijährige Kampagne "Nein zu Verbrechen im Namen der Ehre". Ziel ist neben der Sensibilisierung der Öffentlichkeit auch die Forderung nach Präventionsmaßnahmen und die Schaffung von Hilfe für Betroffene.

Um die Verbrechen im Namen der Ehre in Deutschland verhindern zu können, hat TDF verschiedene Forderungen aufgestellt. Im Rahmen der Kampagne wird von der Bundesregierung unter anderem folgendes verlangt: Die Finanzierung einer Studie, die belegen soll, in welchem Ausmaß diese Verbrechen in Deutschland stattfinden, die Schaffung von speziellen Beratungsangeboten und Zufluchtsstätten, sowie eine spezifische Schulung von MitarbeiterInnen des Jugendamts, Sozialamts, an Schulen und der Polizei. Die Integrationsmaßnahmen müssen verbessert, und von Strafminderung aus "religiösen" oder "traditionellen" Gründen abgesehen werden. Schließlich soll über den Paragraphen 60 des AufenthG hinaus, sowie beim sog. großen Asyl nach Art. 16a GG, eine Erweiterung von geschlechtsspezifischem bzw. nichtstaatlichem Asyl als eigenständiger und gleichberechtigter Asylgrund geltend gemacht werden.

Die Organisation Terre des Femmes ruft dazu auf, bei der Unterschriftenaktion gegen die Gewalt an Mädchen und Frauen im Namen der Ehre mitzuwirken, damit die Forderungen durchgesetzt werden können. Bei einem offiziellen Termin werden die Unterschriften dann im Mai der Bundesregierung übergeben.

Die Unterschriftenlisten können als pdf-Datei unter www.frauenrecht.de (unter "Themen"/"Aktionen"/"Eilaktionen") runtergeladen werden. Bitte schicken Sie diese bis zum 1. Mai 2005 an Terre des Femmes zurück:

Die an die Aktion angegliederte Fachtagung "Verbrechen im Namen der Ehre" soll einen Rahmen für die deutsche Fachöffentlichkeit bieten, sich über den aktuellen Diskussionsstand auf nationaler und internationaler Ebene zu informieren und an der Entwicklung von Strategien und Konzepten zur Beseitigung dieser Verbrechen zu beteiligen. Die Tagung ist eine Kooperation von Terre des Femmes mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Organisation Amnesty International.

Auf dem Programm stehen Vorträge, Arbeitsgruppen und Diskussionsrunden zum Thema, die sich unter anderem mit der internationalen Rechtslage und den Forderungen an die Politik beschäftigen. Zu den Rednerinnen gehören neben
Dr. Christine Bergmann (Vorstand der Friedrich-Ebert-Stiftung),
Barbara Lochbihler (Generalsekretärin, amnesty international) und Christa Stolle (Geschäftsführerin, TDF) unter anderem auch Dr. Hani Jashan aus Jordanien und Majida Rizvi aus Pakistan.

Terre des Femmes
Bundesgeschäftsstelle
Konrad-Adenauer-Str. 40 oder Postfach 2565
72072 Tübingen
Tel.: 07071 - 79 73 -0
Fax: 07071 - 79 73 -22
www.frauenrecht.de

Fachtagung "Verbrechen im Namen der Ehre"
Wann: 9. März 2005, 10:00 bis 17:00 Uhr
Wo: Friedrich-Ebert-Stiftung
Hiroshimastraße 17
10785 Berlin-Tiergarten
Infos unter: www.fes.de

Public Affairs Beitrag vom 24.02.2005 Sarah Ross 





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