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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 08.03.2005

KarstadtQuelle muss Wertheim-ErbInnen entsch├Ądigen
Sarah Ross

Am 4. M├Ąrz 2005 wies das Berliner Verwaltungsgericht die Klage der KarstadtQuelle AG im Rechtsstreit um Anspr├╝che der Opfer zur├╝ck. Damit ist der Weg frei f├╝r weiteren finanziellen Ausgleich.



Mit der Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts vom 4. M├Ąrz 2005 haben die Wertheim-ErbInnen nach 15 Jahren w├Ąhrendem Ringen um Ausgleich ihrer Entsch├Ądigungsanspr├╝che seitens der KarstadtQuelle AG f├╝r ein in der Nazizeit enteignetes Grundst├╝ck in Berlin-Mitte durchsetzen k├Ânnen.

Gegenstand des Rechtsstreits sind zwei nebeneinander liegende Grundst├╝cke des KarstadtQuelle Konzerns in Berlin-Mitte. Die finanzielle Entsch├Ądigung f├╝r diese Grundst├╝cke wurde nun der Jewish Claims Conference (JCC) zugesprochen, die als Vertreterin der Wertheim-ErbInnen im Prozess auftrat. In den auf den Grundst├╝cken stehenden Geb├Ąuden befand sich in den 1930er Jahren der Wertheim-Stammsitz.

Unter dem Regime des Nationalsozialismus wurde der j├╝dische Wertheim-Konzern 1937 zum Verkauf, der gr├Â├čtenteils in Ostberlin gelegenen Grundst├╝cke gezwungen, auf welchen das NSDAP-Hauptquartier und die neue Reichskanzlei errichtet wurden. Die sp├Ąter an die DDR-Regierung ├╝bertragenen Fl├Ąchen wurden nach der Wende an den Warenhauskonzern Hertie ├╝bergeben, der von KarstadtQuelle ├╝bernommen wurde.

Der Prozess drehte sich um die Frage, ob KarstadtQuelle oder die JCC den Erl├Âs aus einem Grundst├╝ck beanspruchen k├Ânne. Den Streitwerthaben die RichterInnen in diesem Einzelfall auf 20 Millionen Euro angesetzt, doch insgesamt geht es sich um 7 Grundst├╝cke mit einem Sch├Ątzwert von bis zu 500 Millionen Euro. Da der Kaufhaus-Konzern sich als Rechtsnachfolge der Wertheim-Gesellschafter betrachtet und somit die Rechte an den Grundst├╝cken f├╝r sich beansprucht, will er die Entsch├Ądigung nicht leisten. In der Verhandlung hatte der Karstadt-Anwalt mehrfach betont, dass die KarstadtQuelle AG die Grundst├╝cke "ordnungsgem├Ą├č" erworben habe. Weiterhin argumentierte der Konzern, dass zahlreiche Wertheim-Erben auch nach dem Krieg noch Mitgesellschafter bei Hertie gewesen seien und ihre Anteile "zu guten Preisen" und korrekt weiterkauft h├Ątten.

Nachdem der Konzern die juristische Niederlage einstecken musste, k├╝ndigte er an, nach Vorlage der Entscheidungsgr├╝nde Rechtsmittel einzulegen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig solle ├╝ber den Rechtsstreit abschlie├čend entscheiden, denn das Urteil sei "nicht nachvollziehbar". In diesem Zusammenhang appellierte die JCC an den Konzern, die Klage zur├╝ckzunehmen, denn dies w├╝rde "den Weg frei machen, dass die der Familie Wertheim gestohlenen Verm├Âgenswerte schneller zur├╝ckgegeben werden und endlich Gerechtigkeit geschaffen wird."

Die 72-j├Ąhrige Barbara Principe, Tochter von G├╝nther Wertheim und Sprecherin von bis zu 50 ├╝berlebenden Wertheim-ErbInnen, betonte, dass es die Opfer sind, und nicht der gro├če Handelsunternehmer, die beraubt worden sind.

Matthias Druba, Anwalt der Wertheim-ErbInnen, sprach davon, dass das Urteil richtungweisend f├╝r den Streit um weitere Anspr├╝che sein k├Ânnte. Er und der amerikanische Wertheim-Anwalt, Gary M. Osen, k├╝ndigten an, dass die grundlegende Entscheidung auf weitere Streitf├Ąlle ausgedehnt werden wird: Wie zum Beispiel auf das sog. Lenn├ę Dreieck, dessen Wert auf 145 Millionen Euro gesch├Ątzt wird.

Lesen Sie auch das Buch "Die Wertheims" von Erica Fischer und Simone Ladwig-Winters.
Die Autorinnen rekonstruierten den Aufstieg der j├╝dischen Kaufmannsfamilie ├╝ber die zwangsweise Arisierung und Enteignung durch die Nazis bis zur Klage gegen den jetzigen Eigent├╝mer KarstadtQuelle. Mehr..

Public Affairs Beitrag vom 08.03.2005 Sarah Ross 





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