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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 11.06.2004

Creative Commons Lizenzen f├╝r Deutschland - Werke ver├Âffentlichen und einige Rechte reservieren
Gerlinde Behrendt

Vorstellung eines freien Verwertungsrechte-Managements auf der Konferenz Wizards of OS 3 in Berlin



Unser Urheberrechtssystem schie├čt ├╝ber das Ziel hinaus. In den USA werden Kinder und Jugendliche, die Musik aus P2P-Netzwerken im Internet geladen hatten, zu hohen Geldstrafen verurteilt. F├╝r die meisten von ihnen bedeutet dies, dass die Ersparnisse f├╝r ein sp├Ąteres Studium daf├╝r draufgehen. Nun hat die Klagewelle auch Deutschland erreicht. VertreterInnen der Musikindustrie halten Geldstrafen f├╝r ein geeignetes Mittel, um die musikliebende Internet Gemeinde vom illegalen Download abzuschrecken. Sie begr├╝nden das harte Vorgehen mit der Bef├╝rchtung, dass die Musikkultur zugrunde geht, wenn nicht weltweit harte Copyright-Gesetze durchgesetzt werden und ein restriktives "Digital Rights Management" in die Hard- und Software implementiert wird.
Die Nonprofit-Organisation Creative Commons, die von renommierten RechtswissenschaftlerInnen gegr├╝ndet wurde, beobachtet diese Entwicklung seit Jahren und glaubt, dass diese Form der Rechteverwaltung, die sich gegen die VerbraucherInnen richtet, kontraproduktiv und lebensfern ist. Der Rechtswissenschaftler Eben Moglen meint gar, dass Musikfirmen- und Buchverlage als Verteiler von Kulturg├╝tern historisch ├╝berholt sind, und Literatur und Musik k├╝nftig haupts├Ąchlich ├╝ber das Internet vertrieben werden. Um das Internet als Distributionsform und die Wahrung der Urheberrechte der K├╝nstlerInnen und WissenschaftlerInnen ging es bei der Gr├╝ndung der Creative Commons.

Die meisten MusikerInnen m├Âchten nicht, dass ihre potentiellen KundInnen verklagt werden. Viele w├╝rden auch das Urheberrechte - Management lieber selbst ├╝bernehmen. Was aber k├Ânnen K├╝nstlerInnen und WissenschaftlerInnen tun? K├Ânnen sie hochwertigen Content anbieten und m├Âglichst auch bezahlt bekommen? Eine Alternative bietet das Creative Commons Modell. Lawrence Lessig, Vorsitzender der Creative Commons Organisation, Rechtsprofessor an der Stanford University, und die Koordinatorin f├╝r Deutschland, Christine Asschenfeldt, stellten am 11. Juni 2004 auf der Konferenz "Wizards of OS" das freie Copyright Modell mit den notwendigen juristischen Anpassungen f├╝r Deutschland vor. Zur Zeit werden Creative Commons neben den USA in Brazilien, Japan, Finnland und Deutschland angeboten, weitere Staaten werden folgen. Ziel ist es, ein globales Rechteverwertungssystem zu schaffen, das nach dem Prinzip arbeitet: "some rights reserved" - im Gegensatz zu "all rights reserved" der herk├Âmmlichen Rechteverwertungsindustrie. "Copyrights ja, aber nicht so lange und nicht so streng" ist das Credo der Creative Commons.
Die EntwicklerInnen betonen, dass sie die Creative Commons nicht als Anti-Copyright Initiative verstehen, sondern als Erg├Ąnzung. Es befindet sich im Einklang mit dem vorhandenen Recht und erm├Âglicht es auch AnbieterInnen mit schmalerem Geldbeutel, kostenlos ein rechtswirksames Copyright zu erwerben, ohne gleich eine teure kostenpflichtige Marke oder ein Patent anmelden zu m├╝ssen.

Die Kreativen k├Ânnen so den InternetnutzerInnen ihre Werke mit einem abgestuften Nutzungsrecht anbieten: z. B. zur Werbung und Pr├╝fung weitergeben und Privatnutzung zulassen, kommerzielle Nutzung dagegen kostenpflichtig machen. Oder die Weiterverwendung zulassen, aber die Namensnennung der UrheberInnen zu fordern. Auch Zahlungsm├Âglichkeiten gibt es mittlerweile im Internet: z.B. freiwillige Sharewaregeb├╝hren oder Internetshops. Desweiteren kann festgelegt werden, ob ein Werk nur komplett als Ganzes ├╝berlassen wird, oder ob es erlaubt ist, etwas daran zu ver├Ąndern. In den USA kann ein/e Urheber/in ├╝ber die Creative Commons auch verf├╝gen, dass sein/ihr Werk schon nach 14 Jahren (statt nach 70!) in ├Âffentliches Allgemeingut ├╝bergeht, eine Option, die in Deutschland noch nicht m├Âglich ist. Die Creative Commons Lizenz ist dreistufig erh├Ąltlich: frau meldet sich an auf einer allgemeinverst├Ąndlichen Benutzeroberfl├Ąche, weiter gibt es eine juristische gerichtsverwendbare Fassung, und einen maschinenlesbaren Code mit einem CC Banner, mit dem die Lizenz in der zentralen Datenbank erfasst wird und ├╝ber das Internet auffindbar ist. Das bedeutet gleichzeitig zus├Ątzliches Marketing f├╝r die Kreativen, um die lizensierten Werke einem gr├Â├čeren Publikum bekannt zu geben.

Die Creative Commons Lizenz ist kostenlos. Die CC Organisation wird - unter anderen - unterst├╝tzt von der John D. und Catherine T. McArthur Foundation, der Hewlett Foundation und der Stanford Law School, in Deutschland von der Bundeszentrale f├╝r politische Bildung.
F├╝r Deutschland gibt es eine Website: http://de.creativecommons.org - die Datenbank ist z. Zt. noch im Aufbau. Es empfiehlt sich, vor dem Antrag auf eine CC Lizenz die deutschsprachigen FAQs (frequently asked questions) durchzulesen.

Public Affairs Beitrag vom 11.06.2004 Gerlinde Behrendt 





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